Sportstätten

Land NRW fördert Amateursport mit 300 Millionen Euro extra

Marode Sporthallen sind ein Problem in NRW - vor allem Vereine, die Anlagen in Eigenregie in Schuss halten. Jetzt kommt Hilfe vom Land.

Marode Sporthallen sind ein Problem in NRW - vor allem Vereine, die Anlagen in Eigenregie in Schuss halten. Jetzt kommt Hilfe vom Land.

Foto: EICKERSHOFF, Stephan / WAZ FotoPool

Düsseldorf  Geldsegen für Vereine, die selbst Turnhallen, Plätze und Umkleiden in Schuss halten. Die Direkthilfe für Ehrenamtler ist ungewöhnlich.

Die Landesregierung stellt dem Breitensport in NRW bis 2022 ein 300 Millionen Euro umfassendes Sonderförderprogramm für die Sportstättensanierung zur Verfügung. „Wir wollen den Vereinen so unbürokratisch wie möglich helfen“, kündigte Sport-Staatssekretärin Andrea Milz (CDU) am Montag an.

Ab sofort können Amateurvereine, die eine Anlage besitzen, gemietet oder gepachtet haben, Geld für Modernisierungsmaßnahmen beantragen. Entsprechende Projektskizzen müssen sie über den örtlichen Sportbund und den Landessportbund bei der Staatskanzlei einreichen. Ab 1. Oktober soll dafür eigens ein Förderportal beim Landessportbund eingerichtet werden.

Einzige Voraussetzung für den Geldsegen aus Düsseldorf: Es dürfen damit keine neuen Anlagen gebaut oder alte Kredite abgelöst werden. Außerdem muss der Antragsteller nachweisen, dass er für eine Sportanlage noch mindestens zehn Jahre Nutzungsrecht hat.Bei Fördersummen bis 100.000 Euro muss ein Eigenanteil von mindestens zehn Prozent geleistet werden, bei bis zu einer Million Euro Fördervolumen mindestens 15 Prozent und bei über einer Million Euro mindestens 20 Prozent. Die Vereine können ihren Anteil als ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden einbringen. Die Mindestfördersumme des Landes beim Programm „Moderne Sportstätte 2022“ beträgt 10.000 Euro.

Eigenanteil kann über ehrenamtliche Arbeitsstunden nachgewiesen werden

Es ist das erste Mal, dass das Land mit Hilfe der NRW-Förderbank die Vereine direkt unterstützt. Bislang werden über das Gemeindefinanzierungsgesetz lediglich 54 Millionen Euro pro Jahr an die Städte ausgezahlt, um Turnhallen, Plätze und Umkleiden in Schuss zu halten. Damit es zu keinem Wettrennen der Kommunen um die Fördermittel kommt, hat Staatssekretärin Milz den Städten feste Budgets je nach Größe zugeteilt. Das kleinste beträgt 300.000 Euro, in Nordrhein-Westfalens einziger Millionenstadt Köln sind es 14 Millionen Euro. Rund 30 Millionen Euro will die Staatskanzlei gesondert in ein landesweites Pilotprojekt investieren.

Wenn Projektskizzen lokal nicht zum Zuge kommen, will Milz bei NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) ein Folgeprogramm heraushandeln. Der Sanierungsstau der Sportstätten im Land beträgt rund zwei Milliarden Euro, wobei in dieser Summe auch kommunale Anlagen und Schwimmbäder eingerechnet sind.

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