Corona

Mediziner beleuchten Corona-Risiko in  Studentenwohnheimen

Hunderte Bewohner von Studentenwohnheimen lassen sich in den kommenden Wochen freiwillig  auf das Coronavirus testen. 

Hunderte Bewohner von Studentenwohnheimen lassen sich in den kommenden Wochen freiwillig  auf das Coronavirus testen. 

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Bochum.  Gemeinschaftsräume und Sporthallen als mögliche Ansteckungsherde. Hunderte Tests in Bochumer Wohnheimen geplant

Um das Infektionsrisiko der Bewohner von Studentenwohnheimen zu ermitteln, wollen Bochumer Mediziner in den kommenden Wochen knapp 1000 Studierende mehrmals auf das Coronavirus testen. Zwar findet der Vorlesungsbetrieb im kommenden Semester vorwiegend im Internet statt, doch in Gemeinschaftsräumen der Wohnheime und in Sport-Hallen „komme es häufig zu kontaktreichen Szenarien“, die ein hohes Potenzial für lokale Ausbrüche von Covid-19 bieten, teilt die Ruhr-Uni Bochum mit.

Um herauszufinden, welche Folgen das Zusammenleben von Studierenden in Wohnheimen und ihr „besonderes Sozialverhalten“ haben, werden Mediziner der Uni-Klinik St. Josef Hospital rund 900 Personen über 16 Wochen je viermal im Abstand von fünf bis sieben Wochen auf das Coronavirus und auf Antikörper testen.

Erkenntnisse über Ausbreitung der Infektion

„Die Studie hilft uns, das Infektionsrisiko der Studentinnen und Studenten in den jeweiligen Wohnheimen einzuschätzen und kann somit zur Ausbreitungsprävention beitragen“, erklärt Prof. Wolfgang Schmidt, Direktor der Klinik für Innere Medizin am St. Josef Hospital und Leiter der Bochumer Teilstudie. Beteiligt an dem Projekt sind zudem die Unis Köln und Göttingen.

Die Daten könnten außerdem Erkenntnisse zur Ausbreitung der Corona-Infektion unter jungen Menschen liefern, die oftmals keine oder nur geringe Symptome zeigen. Zudem könne das neue Wissen auch zu einer Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen im Präsenzunterrichts an den Hochschulen beitragen, hofft das Forscherteam. Die Hochschulstädte in NRW verfügen insgesamt über rund 38.500 Plätze in Studentenwohnheimen.

Das Testprojekt ist Teil des bundesweiten Forschungsnetzes „Angewandte Surveillance und Testung“ (B-Fast), in dem Grundlagen entwickelt werden sollen, um die Corona-Pandemie besser steuern und eindämmen zu können.

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