RAG-Kündigungen

Nach Bergleute-Eklat: Kumpel im Arbeitsministerium

Nach dem Bergleute-Eklat im Landtag im Juli hat Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine Delegation der gekündigten RAG-Mitarbeiter zu klärenden Gesprächen in sein Ministerium eingeladen.

Nach dem Bergleute-Eklat im Landtag im Juli hat Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine Delegation der gekündigten RAG-Mitarbeiter zu klärenden Gesprächen in sein Ministerium eingeladen.

Foto: Privat

Düsseldorf.  NRW-Arbeitsminister Laumann will den gekündigten RAG-Bergleuten bei der Jobsuche helfen - trotz der Landtagstumulte im Juli.

Einen Monat nach dem „Bergleute“-Eklat im Landtag hat NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) überraschend eine Delegation gekündigter RAG-Mitarbeiter in Düsseldorf empfangen. Wie ein Sprecher des Arbeitsministeriums auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, brachte Laumann bereits am Dienstag Vertreter der Bergleute und deren Rechtsanwalt mit Mitarbeitern seines Hauses sowie Vertretern der Regionaldirektion der Arbeitsagentur und der landeseigenen Leiharbeitsfirma „START NRW“ zusammen.

Das Treffen sei anberaumt worden, weil Laumann zugesagt habe, „dass er mit dabei helfen will, dass die Bergleute wieder eine gute Arbeit finden“. Es solle nun eine Veranstaltung für die insgesamt 200 gekündigten Kohlekumpel organisiert werden, bei der die Bundesagentur für Arbeit und „START NRW“ über ihre Angebote zur Jobvermittlung informieren. „Das Ministerium wird diesen Prozess unterstützend begleiten“, so der Laumann-Sprecher.

Nach einem AfD-Antrag war es zu Tumulten auf der Besuchertribüne gekommen

Mitte Juli war es im Landtag zu Tumulten gekommen, nachdem die Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen gemeinsam gegen einen Antrag der AfD gestimmt hatten. Dieser sollte die Landesregierung auffordern, sich für die gekündigten RAG-Mitarbeiter einzusetzen. Diese hatten nach dem Ende des deutschen Steinkohlebergbaus Ende vergangenen Jahres keine Alternativangebote der RAG angenommen. Mehrere Dutzend Kohle-Kumpel in Steigerkluft hatten die Beratungen auf der Besuchertribüne des Düsseldorfer Parlaments verfolgt und immer wieder ihrem Ärger lautstark Luft gemacht. Die Sitzung musste schließlich unterbrochen werden. Landtagspräsident André Kuper (CDU) verwies die Bergleute des Saales. Sicherheitsleute und Polizei begleiteten sie hinaus.

Der Anwalt der gekündigten RAG-Bergleute lobte die Vermittlungsinitiative des Arbeitsministers: Man sei dankbar, dass Laumann seinen Worten Taten folgen lasse und „nun gemeinsam mit seiner Arbeitsverwaltung nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten für die gekündigten Bergleute sucht“. Dies bleibe allerdings schwierig, da viele der Betroffenen nach 35 Jahren unter Tage mit körperlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen hätten. Enttäuscht zeigte sich die Delegation, dass kein RAG-Vertreter an dem Termin im Arbeitsministerium teilgenommen hatte.

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