Innere Sicherheit

NRW-Polizisten sollen jetzt Dienst-Handys erhalten

Handys für die Polizei – auch in NRW soll jetzt das digitale Zeitalter anbrechen.

Handys für die Polizei – auch in NRW soll jetzt das digitale Zeitalter anbrechen.

Foto: imago stock

Essen.   Die Polizisten in NRW sollen Diensthandys erhalten. Die sollen besonders gesichert sein. Endlich hat auch hier das Digitalzeitalter begonnen.

Die Polizei in NRW soll ins digitale Zeitalter aufrücken: Das Land will die Polizei in diesem Jahr mit Dienst-Smartphones ausstatten. Mit den besonders gesicherten Handys sollen Streifenbeamte sich untereinander per Chats informieren, Fahndungslisten online abrufen und Dokumente wie Führerscheine und Personalausweise digital einlesen können. Das teilte das NRW-Innenministerium auf Anfrage mit.

Nach Informationen unserer Redaktion sollen zunächst 12.000 Handys für den Wachdienst angeschafft werden, in einem zweiten Schritt folgen weitere 8000 Smartphones. Laut einem Sprecher ist offen, ob die Handys einzelnen Beamten oder Streifenwagenbesatzungen zugeordnet würden. „Wichtig ist, dass jeder Beamte auf Streife eines hat.“

Die Gewerkschaft der Polizei lobte den Vorstoß des Landes als „richtigen Schritt hin zu einer digitalen Polizei“. Streifenbeamte müssten noch immer Kugelschreiber und Block nutzen, sagte Landeschef Michael Mertens. „Das ist absolut altbacken.“ Zugleich kritisierte er, dass von den 20.000 Handys zunächst nur jeder zweite der insgesamt 40.000 NRW-Polizisten profitiere. Mertens: „Das Land muss tiefer in die Tasche greifen, damit die Digitalisierung der Polizei endlich in die Gänge kommt.“

„Wir brauchen auch Laptops und Tablets“

Nach Gewerkschaftsangaben stehen Polizisten im Wachdienst lediglich mobile Telefone zur Verfügung, mit denen vor allem telefoniert werden kann. Damit die Polizei digital arbeiten könne, müssten die Beamten vielfach auf private Geräte zurückgreifen. Messengerdienste seien etwa bei der Alarmierung der Bereitschaftspolizei von hoher Bedeutung. Sie entsprächen aber nicht den hohen Anforderungen an die Datensicherheit. „Die Führung schaut bewusst weg“, so Mertens.

Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, urteilte, dass NRW bei der Digitalisierung hinterher hinke. „Für eine digitale Polizei brauchen wir in den Streifenwagen auch Laptops und Tablets.“ Ziel müsse sein, Doppelarbeiten zu verhindern. „Erst alles von Hand zu notieren, dann in den PC, kostet Zeit.“

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat für 2019 angekündigt, die über Jahre unter Spardruck leidende Polizei aufzurüsten. So sollen die ersten 800 von 2000 neuen Streifenwagen, rund 18.000 schusssichere Westen, Bodycams und über 3600 ballistische Helme für je 3200 Euro angeschafft werden.

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