Rektor des Jahres

NRW-Professor führt die Hitliste der Uni-Rektoren an

„Rektor des Jahres“: Michael Hoch von der Uni Bonn.

„Rektor des Jahres“: Michael Hoch von der Uni Bonn.

Foto: Foto: Barbara Frommann / uni bonn

Essen.  Chefs der Ruhrgebiets-Unis landen bei Umfrage im oberen Mittelfeld. Platz eins für Bonn. Miserable Werte für Bildungsministerin Karliczek (CDU).

Erneut stammt der „beste Rektor“ einer Universität aus Nordrhein-Westfalen. Michael Hoch, Rektor der Uni Bonn, wurde bei der jährlichen Umfrage des Deutschen Hochschulverbands (DHV) mit Mehrheit zur „idealen Besetzung“ des Chefpostens seiner Uni gewählt. Auf Platz zwei landete Stephan Dabbert von der Universität Hohenheim, gefolgt von Johannes Wessels von der Uni Münster.

Glück hatte der Erstplatzierte Hoch, weil Lambert T. Koch, Rektor der Uni Wuppertal, nicht mehr antreten durfte. Der derzeitige Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz NRW hat die Wahl bereits viermal (2011, 2014, 2017 und 2019) gewonnen. Ihm ist deshalb der Titel „Rektor des Jahrzehnts“ verliehen worden.

Uni-Rektoren aus NRW auf Spitzenplätzen

Zum zwölften Mal konnten die rund 30.000 Mitglieder des DHV, die Interessenvertretung deutscher Hochschullehrer, die Arbeit ihres Rektors oder ihrer Rektorin bewerten. Zugleich durften sie auch die Amtsführung der jeweiligen Wissenschaftsminister beurteilen. Mehr als 5000 Hochschullehrer gaben ihr Votum zum Ranking 2020 ab.

Dabei landeten die Rektoren der NRW-Universitäten im oberen Drittel der bundesweiten Abstimmung. Mit Bonn (1. Platz), Münster (3. Platz) und Aachen (5. Platz), nahmen die Traditions-Unis im Lande Spitzenplätze ein. Die Chefs der Ruhr-Unis landeten im oberen Mittelfeld: Ulrich Radtke (Uni Duisburg-Essen) belegte Platz 16, Axel Schölmerich (Ruhr-Uni Bochum) wurde mit Rang 27 bewertet. Ursula Gather (TU Dortmund) kam wie im Vorjahr nur auf Platz 34.

Lob und Tadel für die Uni-Chefs

Für das Ranking wurden die Wissenschaftler gefragt, ob sie die jeweiligen Uni-Chefs für geeignet halten. Dabei konnten sie eine an Schulnoten orientierte Bewertung von „ideale Besetzung“ (Note 1) bis „denkbar schlechteste Besetzung“ (Note 6) vergeben. Auch bewertende Kommentare waren erwünscht. So strahlte offenbar das hervorragende Abschneiden der Uni Bonn bei der Exzellenz-Initiative auf den Rektor ab: Dies sei „nicht zuletzt seiner Fähigkeit zur Führung zu verdanken“, lautete eine Bewertung der Arbeit von Michael Hoch. Zudem sei er „kooperativ und kommunikativ“.

Aber auch negative Kommentare über die Arbeit des eigenen Rektors oder der Rektorin wurden verfasst. So war beispielsweise die Rede von fehlender „wissenschaftlicher Strategie“, von „Präsidialdiktatur“, „autokratischem, selbstherrlichen Führungsstil“ oder „Kontrollbedürfnis“. Es gehört zu den „Spielregeln“ des Rankings, solche Urteile sowie die Platzierung der Rektoren auf den letzten Plätzen nicht zuzuordnen, um mögliche politische Nachteile für die Betroffenen zu vermeiden, teilt der DHV mit.

Hartes Urteil für die Bundesbildungsministerin

Auch die Arbeit der Wissenschaftsminister wurde von den Hochschullehrern bewertet. Auch in diesem Bereich setzen die Grünen offenbar ihren Höhenflug fort: Zur „Ministerin des Jahres 2020“ wurde die Grüne Katharina Fegebank gekürt, Wissenschaftssenatorin und zweite Bürgermeisterin Hamburgs. Knapp dahinter landete Armin Willingmann aus Sachsen-Anhalt. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos), Siegerin des Jahres 2018, musste sich diesmal mit Platz 10 begnügen.

Schlusslicht des Ministerrankings ist Konrad Wolf (SPD) aus Rheinland-Pfalz. Er sei „ein Unglück für die Wissenschafts- und Forschungspolitik“, lautete ein Kommentar zu seiner Arbeit. Nur wenig besser kam Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) weg. Sie erhielt 2020 noch schlechtere Noten als im Vorjahr. Auch nach „zunehmender Einarbeitung“ sei sie in ihrem Amt überfordert, hieß es. Karliczek sei „am falschen Platz“ und habe wenig Ahnung vom Wissenschaftsbetrieb, lauteten weitere Vorwürfe. Sie sei eben „mehr eine Parteipolitikerin als eine Wissenschaftsministerin“.

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