AfD

Röckemann und Seifen bilden neue Doppelspitze der NRW-AfD

Thomas Röckemann wurde zum ersten Sprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen gewählt.

Thomas Röckemann wurde zum ersten Sprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen gewählt.

Kalkar.   Beim Parteitag hat sich der bisherige Landeschef Martin Renner nicht wie angekündigt zur Wiederwahl gestellt.

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Die Landtagsabgeordneten Thomas Röckemann und Helmut Seifen bilden die neue Doppelspitze der AfD in Nordrhein-Westfalen. Die Delegierten wählten die beiden Politiker auf ihrem Landesparteitag am Samstag im niederrheinischen Kalkar zu gleichberechtigten Vorstandssprechern. Der bisherige AfD-Landesvorsitzende Martin Renner war entgegen seiner vorherigen Ankündigung nicht zur Wiederwahl angetreten. Er wolle nicht mehr zu den Strippenziehern gehören, hatte er zur Begründung gesagt.

Röckemann erhielt knapp 53 Prozent der Stimmen. Der 52 Jahre alte Rechtsanwalt aus Minden hatte zuvor als Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai gegen Marcus Pretzell den Kürzeren gezogen, der inzwischen aus der AfD ausgetreten ist.

Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Helmut Seifen (64) wurde mit rund 57 Prozent der Stimmen gewählt. Der ehemalige Schulleiter war früher Mitglied der CDU.

Renner ruft Partei zu Einigkeit auf

Unmittelbar vor der Vorstandswahl hatte Renner die zerstrittene Partei zur Einigkeit aufgerufen. "Stehen wir heute zum Zeitpunkt des Triumphes eigentlich zusammen in der AfD? Ich glaube, nicht ohne Wenn und Aber", sagte der 63-Jährige in Kalkar. "Es steht nicht zum Besten." In seinem Rechenschaftsbericht sprach Renner von konkurrierenden Gruppierungen und "Gegnern in der Partei".

Dutzende Änderungsanträge und Wortmeldungen prägten den ersten Tag des Delegiertentreffens. Der Vorstand wurde nicht entlastet, da Fragen in Bezug auf die Parteifinanzen zunächst geklärt werden sollten.

Trotz der Erfolge bei der Landtagswahl im Mai und der Bundestagswahl im September sei die Entwicklung der Mitgliederzahl hinter den Erwartungen zurückgeblieben, berichtete der Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Andreas Keith. Man habe "mit deutlich mehr Mitgliedsanträgen gerechnet".

Auf der Tagesordnung der zweitägigen Veranstaltung steht die Wahl des restlichen Vorstands. Diese ist für den Sonntag geplant. Zu größeren Demonstrationen gegen den Parteitag kam es nach Angaben der Polizei am Samstag nicht. Ursprünglich war der Landesparteitag bereits für Mitte Oktober in Wiehl geplant gewesen. Die AfD hatte ihn aber kurzfristig wegen Sicherheitsbedenken verschoben. (dpa)

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