RVR

Politik macht Weg frei für neue Gewerbeflächen im Ruhrgebiet

Hinter diesen Wohnhäusern ragt der Förderturm von Zeche Prosper IV in Bottrop hervor. Dort soll künftig neues Gewerbe angesiedelt werden.

Hinter diesen Wohnhäusern ragt der Förderturm von Zeche Prosper IV in Bottrop hervor. Dort soll künftig neues Gewerbe angesiedelt werden.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Essen.  Fünf alte Bergbaustandorte in Bottrop, Herten und Marl werden umgewidmet. Wirtschaftsförderer äußern sich zufrieden mit der Entscheidung des RVR.

Das Ruhrgebiet kann auf zusätzliche Ansiedlungsflächen für neue Industrie- und Gewerbebetriebe rechnen. Der Planungsausschuss des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat am Mittwoch die Weichen für die Umnutzung fünf ehemaliger Bergbaustandorte in Bottrop, Herten und Marl gestellt. Auf den Flächen war bislang ausschließlich bergbaulicher Betrieb erlaubt.

Hoffnung auf neue Gewerbe- und Industriebetriebe

Im Einzelnen geht es um die beiden Standorte des ehemaligen Bergwerks Prosper-Haniel (Schacht II und IV) in Bottrop sowie die Zeche Westerholt in Herten. Hier sollen neue Gewerbe- und Industriebetriebe angesiedelt werden. „So können auf ehemaligen Bergbaustandorten wieder neue Arbeitsplätze entstehen, ohne dafür Freiraum in Anspruch nehmen zu müssen. Damit eröffnen wir den Städten Bottrop und Herten neue Chancen für ihre gewerbliche Entwicklung“, sagte RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. Auf den zwei anderen Arealen in Marl (Schacht Polsum und Bergwerk Auguste Viktoria) sollen zusätzliche Erholungsflächen geschaffen werden. Die endgültige Verabschiedung der Regionalplanänderung durch die RVR-Verbandsversammlung am 15. Juni gilt als sicher. Zustimmen muss anschließend noch die NRW-Landesregierung.

"Ruhrgebiet zeigt Willen zu Ansiedlungen und Wachstum"

Wirtschaftsvertreter begrüßten die Entscheidung des RVR-Planungsausschuss am Mittwoch ausdrücklich. „Die Änderungen des Regionalplans kommen zum richtigen Zeitpunkt. In der Krise zeigt das Ruhrgebiet damit Willen zu Ansiedlungen und Wachstum“ sagte Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr. Ähnlich äußerte sich Stefan Schreiber, Vorsitzender des Beirats der Business Metropole Ruhr und Hauptgeschäftsführer der IHK Dortmund. Nun komme es darauf an, dass die Weiterentwicklung des Regionalplans auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Corona-Pandemie zukünftigen Investitionsplänen und Ansiedlungsmöglichkeiten Rechnung trage. „Für internationale Investoren kann der bisherige Umgang in Deutschland mit der Pandemie im Vergleich zu anderen europäischen Standorten einen positiven Ausschlag geben“, sagte Schreiber unserer Redaktion.

Die jetzt mögliche Umwidmung alter Steinkohleflächen gilt als wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit des Ruhrgebiets. Städte und Wirtschaftsvertreter klagen seit Langem über die Gewerbeflächennot. Sie hemme das wirtschaftliche Wachstum der Region.

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