Religion

Rekord-Austritte aus den Kirchen in Nordrhein-Westfalen

An besonderen Gottesdiensten wie hier die  „Lasermesse“ in Schermbeck ist das Interesse groß. Aber die christlichen Kirchen verlieren immer mehr Mitglieder durch Austritte.

An besonderen Gottesdiensten wie hier die „Lasermesse“ in Schermbeck ist das Interesse groß. Aber die christlichen Kirchen verlieren immer mehr Mitglieder durch Austritte.

Foto: Markus Joosten

Düsseldorf.   Die Zahl der Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen ist um 22 Prozent gestiegen. Fast 90.000 Menschen kehrten zuletzt den Kirchen den Rücken.

In NRW treten immer mehr Menschen aus den Kirchen aus. Das Justizministerium bestätigte am Montag Medienberichte, dass im Jahr 2018 insgesamt 88 510 Menschen der katholischen und der evangelischen Kirche den Rücken kehrten. Das ist ein Anstieg um fast 22 Prozent gegenüber 2017. Im Jahr 2016 verließen in 70 717 Menschen die Kirchen, 2017 waren es 72 588. In NRW leben rund 12,4 Millionen Christen, etwa 60 Prozent von ihnen sind Katholiken.

Motive sind unklar

Warum so viele Männer und Frauen nichts mehr mit den Kirchen zu tun haben wollen, kann das Ministerium nicht erklären. Es erfasst die Austritte statistisch, weil Kirchenaustritte bei einem Amtsgericht angegeben werden müssen. Die Behörde kann auch nicht sagen, wie viele dieser Austritte jeweils die katholische Kirche und die evangelische Kirche betreffen. Über einen Zusammenhang der Austrittswelle mit den jüngsten Diskussionen über sexuellen Missbrauch kann derzeit nur spekuliert werden.

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