Ehrung

Riesenwirbel um Laschets Landesorden für Linssen

Die geplante Verleihung des Landesordens an Ex-Finanzministers Helmut Linssen (CDU) stößt auf heftige Kritik.

Die geplante Verleihung des Landesordens an Ex-Finanzministers Helmut Linssen (CDU) stößt auf heftige Kritik.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.  Ministerpräsident Laschet will einem alten Parteifreund einen Orden anheften. Das ruft heftige Kritik hervor - wegen einer Steuer-Geschichte.

SPD und Grüne im Landtag haben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet aufgefordert, von der geplanten Verleihung des Landesordens an Ex-Finanzminister Helmut Linssen (beide CDU) Abstand zu nehmen. „Wer Geld in Steueroasen versteckt oder mit Briefkastenfirmen Steueroptimierung betreibt, ist nicht würdig, den Landesorden zu tragen. Der Ministerpräsident muss diesen Vorschlag zurückziehen“, sagte SPD-Fraktionsvize Michael Hübner am Freitag.

Auch die Grünen übten heftige Kritik. Der „Rheinischen Post“ sagte Fraktionschefin Monika Düker: „Die zweithöchste Auszeichnung des Landes soll Vorbilder ehren. Ein solches Vorbild kann Helmut Linssen nicht sein, da er nachgewiesenermaßen Privatvermögen in einer Steueroase untergebracht hat.“

Der inzwischen 77-jährige Linssen war zwischen 2005 und 2010 NRW-Finanzminister. Seit 2012 verantwortete er die Finanzen der RAG-Stiftung. Er legte dieses Amt im April vorzeitig nieder. In die Schlagzeilen geriet der CDU-Politiker vom Niederrhein, als 2014 bei Recherchen zu den „Panama Papers“ bekannt wurde, dass er ein Bar-Vermögen seiner Familie über mehr als 800.000 Mark in ausländische Steueroasen verlagert hatte. Ein Strafverfahren gegen ihn wurde eingestellt, weil die Vorwürfe zum Großteil verjährt waren. Linssen bestritt Steuerhinterziehung. Unmittelbar nach den Enthüllungen trat er vom Amt des CDU-Bundesschatzmeisters zurück.

Linssen soll zusammen mit Prominenten wie Horst Hrubesch geehrt werden

Ministerpräsident Laschet hat angekündigt, Linssen am kommenden Freitag im Schloss Nordkirchen gemeinsam mit 13 weiteren Persönlichkeiten als Träger des Landesordens auszeichnen zu wollen. Dazu gehören auch Prominente wie Fußballer Horst Hrubesch oder Musiker Götz Alsmann. Laut „Rheinische Post“ will Linssen nicht von sich aus auf die Ehrung verzichten.

Seit Amtsantritt betreibt Laschet eine sehr offensive „Ordenspolitik“. Mit der Veranstaltung in Nordkirchen hat er allein in seinen ersten beiden Amtsjahren bereits 103 Landesorden verliehen. An zahlreiche Prominente, engagierte Bürger und ehemalige Politiker. Seine Amtsvorgängerin Hannelore Kraft (SPD) hat in sieben Amtsjahren gerade einmal 135 Persönlichkeiten einen Landesorden angeheftet. Die Auszeichnung ist ein rares Gut: 1986 wurde sie von Johannes Rau (SPD) aus Anlass des 40. NRW-Geburtstages gestiftet und auf 2500 Exemplare limitiert. Knapp 1000 Orden sind nun bereits verliehen.

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