Umweltpolitik

Ruhrgebiet soll zur grünsten Stadtlandschaft der Welt werden

Viel Natur gibt es im Ruhrgebiet schon an vielen Stelle, wie dieses Luftbild von diesem Teil des Wittener Stadtgebiets zeigt. Nach dem Willen des RVR soll das Revier nun noch grüner werden.

Viel Natur gibt es im Ruhrgebiet schon an vielen Stelle, wie dieses Luftbild von diesem Teil des Wittener Stadtgebiets zeigt. Nach dem Willen des RVR soll das Revier nun noch grüner werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Essen.  Das Ruhrgebiet soll „grünste Metropole der Welt“ werden. Der Regionalverband bündelt dazu seine Klimaaktivitäten. Auch die IGA spielt eine Rolle.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) will seine Aktivitäten in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung in einer „Klima-Offensive Ruhr“ bündeln. Die RVR-Verbandsversammlung fasste am Freitag in Essen dazu einen entsprechenden Beschluss.

Demnach soll der Verband erster Ansprechpartner zu allen klimarelevanten Fragestellungen der Region werden. „Die Politik stützt damit unsere bislang erfolgreiche Arbeit als Umweltverband“, sagte RVR-Umweltdezernentin Nina Frense. Als Beispiel nannte Frense Projekte wie die Internationale Gartenausstellung (IGA) Ruhr 2027, den Radschnellweg Ruhr, die Revierparks, den Ausbau der Haldenlandschaft und die Waldwirtschaft des RVR.

Zudem beschloss das RVR-Parlament die Gründung einer IGA-Betriebsgesellschaft. Sie soll die Internationale Gartenschau als Großprojekt für die gesamte Region entwickeln und organisieren.Die Planungen für die IGA, die im Jahr 2027 das Ruhrgebiet stadtübergreifend bespielen wird, gehen damit in die Arbeitsphase.

Ähnliche Potenziale wie die Kulturhauptstadt 2010

Die Gesellschaft soll auch Vorschläge entwickeln, wie die für die Gartenschau genutzten Flächen nach Beendigung der IGA genutzt werden. Denn der Anspruch ist hoch. Nach dem Willen der RVR-Verantwortlichen soll die IGA ähnliche Strahlkraft entfalten wie die Kulturhauptstadt 2010.

Der RVR bewirbt die IGA bereits mit einem neuen Imagefilm, der ab sofort auf der Internetseite des Verbandes (www.rvr.de) zu sehen ist. In dem Film lässt der Regionalverband rhetorisch die Muskeln spielen. Das Ruhrgebiet präsentiert sich hier überaus selbstbewusst mit Einspielern von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) und Oberbürgermeistern der Region als „Erfinder der Industriekultur“ und „Weltmeister des Wandels“, der sich nun anschicke, aus dem einst schwarzen Kohlerevier die „grünste Stadtlandschaft der Welt“ zu formen.

84 Millionen Euro Gesamtetat für die Projektgesellschaft

Zunächst aber geht es darum, die Gartenschau, um deren Finanzierung es ein langes Tauziehen zwischen Landesregierung und RVR gab, finanziell sattelfest zu machen. Bis zur Sommerpause werden nun die kommunalen Beschlüsse gefasst. Danach wird der Gesellschaftsvertrag unterzeichnet. Für den auf 84 Millionen Euro angesetzten Gesamtetat kann die IGA-Gesellschaft dann zunächst mit Zuschussmitteln in Höhe von 36 Millionen Euro rechnen.

Die Summe soll vom RVR sowie den Städten und Kreisen im Ruhrgebiet bereitgestellt werden. Zudem rechnet der RVR mit Ticketerlösen in Höhe von mindestens 35 Millionen. Weitere Einnahmen werden aus Mieten, Pachten und Sponsoring erwartet. Gesellschafter sind neben dem RVR (54,6 Prozent) die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (13 Prozent) sowie die Städte der drei Hauptstandorte Dortmund (14,4 Prozent), Duisburg (11,6 Prozent) und Gelsenkirchen (6,4 Prozent).

Geschäftsführerin der IGA-Gesellschaft soll RVR-Dezernentin Nina Frense werden. Sie soll das Amt nebenamtlich übernehmen und die Interessen des RVR vertreten. Daneben wird ein externer hauptamtlicher Geschäftsführer gesucht.

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