Nahverkehr

Verkehrsminister Hendrik Wüst macht Druck bei NRW-Ticket

Ein Bus steht am Donnerstag, 04.10.2017, am Busbahnhof in Wesel. Fahrgäste steigen in den Bus ein. Foto : Markus Weissenfels / Funke Foto Services

Ein Bus steht am Donnerstag, 04.10.2017, am Busbahnhof in Wesel. Fahrgäste steigen in den Bus ein. Foto : Markus Weissenfels / Funke Foto Services

Düsseldorf.  Das Buchen von landesweiten ÖPNV-Verbindungen soll leichter werden. Außerdem will Wüst 50 zusätzliche Planer für den Straßenbau einstellen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) erhöht den Druck auf die Nahverkehrsverbünde, bis spätestens 2021 die Buchungsmöglichkeiten von landesweiten Fahrscheinen deutlich zu erleichtern. „Ich will die Verbände mit freundlichem Druck dazu bringen, vom Kunden her gedacht ein Angebot zu entwickeln“, sagte Wüst am Freitag in Düsseldorf. Es sei nicht akzeptabel, dass heutzutage jeder eine Weltreise per Smartphone buchen könne, aber eine Punkt zu Punkt-Verbindung innerhalb von NRW an Tarifgrenzen scheitere.

Künftig erwarte er sowohl ein mobil buchbares E-Ticket als auch den Verkauf von NRW-weiten Fahrscheinen an jeder beliebigen Verkaufsstelle. „In einem Bus muss man sagen können, ich will von da nach da“, erklärte Wüst. Er wolle die Nahverkehrsverbünde nicht zusammenlegen, schließe aber Strukturdebatten auch nicht aus, wenn sich das Angebot nicht deutlich verbessere.

Größter Stellenaufbau der Geschichte

Auch im Straßenbau drückt der Verkehrsminister aufs Tempo. Im Landeshaushalt 2018 werde Geld bereitgestellt, um 50 zusätzliche Planer beim Landesbetrieb Straßen.NRW einzustellen und 20 weitere Stellen zu entfristen. Dies sei der größte Stellenaufbau, den es bei Straßen.NRW in einem Haushaltsjahr bislang gegeben habe. Insgesamt arbeiten dort gut 1600 Ingenieure und Planer. Zudem will Wüst einen höheren zweistelligen Millionenbetrag verwenden, um mehr Aufträge an private Planungsbüros zu vergeben. Desweiteren soll im nächsten Jahr das Baustellen-Management so verbessert werden, dass möglichst rund um die Uhr an Autobahnen und Landstraßen gearbeitet wird.

Hintergrund ist der Druck, Bundesmittel für den Straßenbau schnell zu verbauen. Die schwarz-gelbe Landesregierung hat angekündigt, in den ersten zwölf Monaten nach Amtsantritt zwölf Planfeststellungsbeschlüsse fertigzustellen. Das gilt als sehr ambitioniert. Die wichtigsten Vorhaben aus dem bis 2030 aufgestellten Bundesverkehrswegeplan sollen erstmals mit konkreten Bauterminen versehen werden. „Wir müssen dafür sorgen, dass aus dem Geld, das wir jetzt haben, möglichst schnell Asphalt und Schiene wird“, sagte Wüst.

"Am liebsten ohne Maut"

Auf der Suche nach zusätzlichen Mitteln hat die Landesregierung offenbar ihre kritische Haltung zur Maut abgeschwächt. In einem Verhandlungspapier für die mögliche Jamaika-Koalition im Bund hatte sich Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) überraschend zur Maut bekannt. Unklar blieb jedoch, ob es sich um eine Ausweitung der LKW-Maut, die diskutierte Fernbus-Maut oder die umstrittene PKW-Maut handeln soll. In den vergangenen Jahren hatte Laschet letztere strikt abgelehnt. Wüst sagte, NRW sei vor allem an zusätzlichen Mitteln für die Verkehrswege interessiert - „am liebsten ohne Maut“.

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