Statistik

Zahl der Ausländer in NRW erreicht neuen Höchststand

Die Zahl der Menschen in NRW ohne deutsche Staatsangehörigkeit lag 2018 auf einem Rekordhoch.

Die Zahl der Menschen in NRW ohne deutsche Staatsangehörigkeit lag 2018 auf einem Rekordhoch.

Foto: Matthias Balk

Düsseldorf.   In Nordrhein-Westfalen leben so viele Ausländer wie nie zuvor. Jeder Siebte hat keinen deutschen Pass. Viele hätten längst einen Anspruch darauf.

Die Zahl der Ausländer in Nordrhein-Westfalen hat ein neues Allzeithoch erreicht: Wie aus einer Auswertung des Statistischen Landesamtes hervorgeht, lebten Ende 2018 rund 2,64 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in NRW. Das sind 76.600 Personen (plus 3,0 Prozent) mehr als noch im Vorjahr. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung im Bundesland beträgt damit fast 15 Prozent, mehr als jeder siebte der knapp 17,9 Millionen Einwohner hat demnach keinen deutschen Pass.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete im vergangenen Jahr die Gruppe der syrischen Staatsbürger (plus 15.900), gefolgt von Personen mit rumänischem (plus 14.300) und bulgarischem Pass (plus 8.600). Trotz eines leichten Rückgangs stellen die Türken mit knapp 500.000 Mitbürgern indes noch immer die mit Abstand größte Ausländergruppe.

Auffällig ist, dass sich die Verteilung der Nationalitäten von Stadt zu Stadt teils stark unterscheidet. Während in Düsseldorf etwa eine nach wie vor wachsende japanische Gemeinde zuhause ist, leben in Essen überdurchschnittlich viele Chinesen und Libanesen, in Duisburg wiederum Rumänen und Bulgaren.

Die meisten leben schon lange hier

Insgesamt ist die Zahl der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in 50 der 53 kreisfreien Städte und Kreise NRWs angestiegen – im Ruhrgebiet vor allem in Essen, Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen sowie im Kreis Recklinghausen. Einzig in den Städten Köln, Münster und Bielefeld ging die Zahl der Ausländer zuletzt leicht zurück.

Wie das Statistische Landesamt ferner ermittelte, lebte im Jahr 2018 gut jeder zweite Ausländer bereits seit mindestens acht Jahren in NRW – und könnte somit einen Anspruch auf Einbürgerung geltend machen. Fast eine Million Menschen hatten ihren Wohnsitz sogar schon seit 20 oder mehr Jahren in Deutschland.

Unterteilt nach Kontinenten besaßen rund 1,85 Millionen der Ausländer eine europäische Staatsbürgerschaft, gut eine Million von diesen stammte aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat. 571.900 Menschen hatten dagegen eine asiatische, 153.000 eine afrikanische, 42.800 eine amerikanische und 2.700 eine australisch/ozeanische Staatsangehörigkeit.

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