Corona

Zu wenig Fahrer: In der Logistikbranche drohen Ausfälle

Der Logistikbranche fehlen infolge der Corona-Krise Fahrer und Fahrzeuge. Die Lieferketten in Deutschland sind aber nach Ansicht von Forschern derzeit stabil.

Der Logistikbranche fehlen infolge der Corona-Krise Fahrer und Fahrzeuge. Die Lieferketten in Deutschland sind aber nach Ansicht von Forschern derzeit stabil.

Foto: www.blossey.eu

Essen/Köln.  Der Logistikbranche gehen zunehmend Fahrer und Fahrzeuge aus. Forscher halten die Lieferketten in Deutschland aber derzeit für stabil.

Ängste, die Corona-Krise könne die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs gefährden, sind nach Ansicht von Verkehrsforschern derzeit unbegründet. „Aktuell können alle Lieferketten aufrechterhalten und 20 Prozent mehr Lebensmittel transportiert werden“, berichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln am Donnerstag auf Grundlage einer Kurzbefragung unter Transport- und Logistikdienstleistern.

Fahrer stecken in Polen fest

Die größte Herausforderung stelle derzeit die Verfügbarkeit von Fahrern und Lkw dar. Viele Fahrer steckten wegen der Quarantänemaßnahmen in Polen fest, teilte das DLR-Instituts für Verkehrsforschung mit. In wenigen Tagen oder Wochen könne dies zu ersten Ausfällen in den Transport- und Logistikketten führen. Ein zusätzliches Problem liege in der nachlassenden Pünktlichkeit im Lieferverkehr. Gerade bei grenzüberschreitendem Verkehr verzögern Kontrollen die Lieferzeit.

Lieferketten bauen sich um

Derzeit aber können offenbar alle Lieferketten aufrechterhalten werden. In keinem Bereich komme es in der Logistik zu einem echten Engpass darstellt, so Gernot Liedtke, Abteilungsleiter für Wirtschaftsverkehr im DLR-Institut. Während sich in vielen Transportbereichen ein Rückgang des Transportaufkommens abzeichne, gebe im Lebensmittelbereich eine Steigerung um etwa 20 Prozent über dem normalen saisonalen Niveau. Die Forscher stellten zudem fest, dass sich Lieferketten in der Krise umstrukturieren. Bei bestimmten Produkten werde der Einzelhandel direkt von den Produzen​ten und Großhändlern beliefert.

China-Transporte lassen auf sich warten

Welche Auswirkungen fehlender Lieferungen aus China haben, wird sich nach Einschätzung der Verkehrsforscher dagegen erst frühestens in ein bis zwei Wochen bemerkbar machen, weil derzeit noch Containerschiffe mit Waren aus China auf dem Weg nach Deutschland sind.

Paket-Fahrten gehen stark zurück

Stark eingebrochen ist den Forschern zufolge die Nachfrage in der Kurier-, Express- und Pakete-Logistik, besonders in den Städten. Verantwortlich hierfür sei die Schließung vieler Büros und Arbeitsplätze von Unternehmen und deren Verlagerung ins Home-Office.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben