Statistik

Laschets CDU mobilisiert in NRW am meisten Nichtwähler

Der Wahlsieger Armin Laschet (CDU). In Nordrhein-Westfalen waren 13 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen.

Der Wahlsieger Armin Laschet (CDU). In Nordrhein-Westfalen waren 13 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen.

Foto: Caroline Seidel / dpa

Berlin  Die Wahlbeteiligung in Nordrhein-Westfalen lag mit 65,2 Prozent höher als vor fünf Jahren. Die CDU bewegte die meisten Nichtwähler.

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Gut 65 Prozent Wahlbeteiligung sind nicht viel, aber für Nordrhein-Westfalen war es ein kleiner Rekord: Seit mehr als 20 Jahren hatten dort nicht mehr so viele Menschen ihre Stimme bei einer Landtagswahl abgegeben.

Das hatte Folgen, vor allem für die CDU: Wahlsieger Armin Laschet konnte 430.000 Bürger, die beim letzten Mal noch zu Hause geblieben waren, dazu bewegen, das Kreuz bei seiner Partei zu machen. Hinzu kamen noch einmal gut 400.000 Stimmen von ehemaligen SPD- und Grünen-Wählern, und der Sieg war perfekt.

30.000 Grünen-Wähler blieben zu Hause

Auch SPD und AfD konnten Nichtwähler mobilisieren, aber nur etwa ein Drittel so viele, das zeigt die Befragung durch Infratest dimap am Sonntag. Die einzige Partei, die keine Nichtwähler zu sich holen konnte, waren die Grünen.

Im Gegenteil: 30.000 bisherige Wähler der Öko-Partei blieben dieses Mal zu Hause. Das ging keiner anderen Partei so. Die Grünen waren auch die Einzigen, die keine Wähler einer anderen Partei zu sich locken konnten. 300.000 Bürger, die beim letzten Mal noch für sie gestimmt hatten, suchten sich eine andere Partei. Die meisten – mehr als ein Drittel – wählte die SPD, ein knappes Drittel die CDU.

Video-Umfrage: Reaktionen auf das Wahlergebnis

Unzufriedenheit war groß

Selbst zur AfD wechselten 10.000 ehemalige Grünen-Wähler. Die Grünen sind deshalb der große Verlierer der NRW-Wahl. Mit ihrer Arbeit in der Koalition, auch das zeigt die Wahlbefragung, waren zwei von drei Wählern unzufrieden (68 Prozent). Die Sozialdemokraten verloren am Sonntag fast 600.000 Wähler. Mit diesem Aderlass war die Wahl nicht zu gewinnen. Da konnten auch die 170.000 Nichtwähler und die 100.000 Grünen-Wähler nicht helfen, die zur SPD überliefen. Bemerkenswert: An die FDP verlor die SPD 160.000 Wähler.

Mit den 30.000 Stimmen, die die FDP von den Grünen bekam, könnte dies das Zögern erklären, mit dem die Liberalen Koalitionsgespräche mit der CDU beginnen. Wahlentscheidend war, dass die Unzufriedenheit mit der rot-grünen Koalition groß war. Nur 45 Prozent der Wähler gaben an, zufrieden mit der Arbeit von SPD und Grünen zu sein.

Wie schlecht dieser Wert ist, zeigt ein Vergleich: Andere Koalitionen, die sich jüngst einer Wahl stellten, erzielten jeweils Werte von 60 Prozent und mehr. Selbst in Schleswig-Holstein, wo Rot-Grün vor einer Woche abgewählt wurde, waren die Wähler zufriedener als jetzt in NRW (56 Prozent).

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