CDU

Merkel auf dem CDU-Parteitag: Zum Abschied friedlich

CDU-Chefin fordert offene Programmdebatte

In Leipzig beraten rund 1.000 Delegierte der Bundes-CDU am Freitag und Samstag auf einem Parteitag über den künftigen Kurs der Christdemokraten.

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Leipzig.  Auf dem Parteitag sind CDU und Kanzlerin wieder im Reinen miteinander. Und Ursula von der Leyen macht Merkel ein großes Kompliment.

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Für Angela Merkel ist der 22. November ein besonderes Datum. Vor genau 14 Jahren, am 22. November 2005, war sie im Bundestag zum ersten Mal als Kanzlerin gewählt worden. „Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich damals gedacht, dass so Jahre viele folgen“, sagt sie 14 Jahre später auf der Bühne in der Messe Leipzig. „Danke an die Partei, die mich getragen hat und mich trägt als Bundeskanzlerin“, sagt sie an die Adresse der CDU. Diese Jahre seien „Anlass zu Demut und Dankbarkeit“.

Es ist der erste Parteitag, seit sie ihren CDU-Vorsitz vor einem Jahr in Hamburg abgegeben hat. Merkel wird mit starkem Applaus begrüßt, viele Delegierte erheben sich von ihren Plätze und klatschten etwa zwei Minuten. Merkel wirkt fast verlegen und macht schließlich Zeichen, mit dem Applaus aufzuhören.

CDU-Parteitag: Angela Merkel hält mehr als nur ein Grußwort

Merkel war im vergangenen Jahr nach 18 Jahren vom Parteivorsitz zurückgetreten, nachdem die CDU mehrere Landtagswahlen verloren hatte. Daraufhin war Annegret Kramp-Karrenbauer beim Parteitag in Hamburg im Dezember 2018 zur neuen Vorsitzenden gewählt worden.

In Leipzig hält sie mehr als das angekündigte Grußwort. Die Kanzlerin erinnert an Erfolge der CDU in der Regierung und redet ihrer Partei Mut zu. Sie bekennt sich erneut zum Multilateralismus. „Unsere Werte sind unverbrüchlich, wir kämpfen für die Menschenrechte“, sagt sie auch mit Blick auf die Lage in Hongkong. Aber man dürfe auch nicht vergessen, dass China ein wichtiger Handelspartner sei. Das müsse man zusammenbringen.

Ursula von der Leyen macht Merkel ein großes Kompliment

Sie weist darauf hin, dass Deutschland in der zweiten Hälfte 2020 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Es gehe um ein starkes Deutschland in einem starken Europa. Euro und grenzfreier Schengenraum seien vielleicht die Entscheidungen gewesen, die Europa unumkehrbar gemacht haben, erinnert Merkel angesichts der Probleme in der EU.

Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht der Kanzlerin ein großes Kompliment. Sie sei die härteste Verhandlerin, die sie kenne. Aber Merkel achte immer darauf, dass ihr Gegenüber nicht das Gesicht verliert, sie sei es, die am Ende Brücken baue. „Für diese menschliche Größe möchte ich Dir danken.“

Der Parteitag applaudiert. Doch die Delegierten wissen auch, dass diese Art der Führung bald vorbei sein wird. Und es gibt die Sehnsucht nach etwas Neuem. Doch so ganz kann sich die CDU noch nicht lösen. Und auch Merkel möchte gerne, dass die CDU sie noch zwei Jahre als Kanzlerin trägt.

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