Kundgebung

Muslime wollen zu Tausenden gegen Terror demonstrieren

Junge muslimische Frauen mit Kopftuch und Kerzen bei einer Kundgebung in Gedenken an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Zu einer Demo in Köln „Nicht mit uns“ gegen Terror haben die Organisatoren Tausende Teilnehmer angemeldet.

Foto: imago stock&people / imago/IPON

Junge muslimische Frauen mit Kopftuch und Kerzen bei einer Kundgebung in Gedenken an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Zu einer Demo in Köln „Nicht mit uns“ gegen Terror haben die Organisatoren Tausende Teilnehmer angemeldet. Foto: imago stock&people / imago/IPON

Köln /Nürburgring  In Köln ist eine Demo von Tausenden Muslimen gegen islamistischen Terror geplant. Eingeladen ist auch „Rock am Ring“-Chef Lieberberg.

Unter dem Motto „Nicht mit uns“ wollen Muslime am 17. Juni in Köln gegen islamistischen Terror demonstrieren. Bis zu 10.000 Teilnehmer seien angemeldet worden, teilten die Veranstalter am Freitag in Köln mit. „Die Anschläge von Menschen, die sich zur Rechtfertigung ungefragt auf den Islam berufen, häufen sich“, erläuterten sie.

Deswegen würden „Muslime in ganz Deutschland und ihre Freunde“ nun dazu aufrufen, „ein mächtiges Zeichen gegen Gewalt und Terror“ zu setzen. Der geplante Friedensmarsch im Zentrum von Köln und mitten im Ramadan wäre ein symbolträchtiges Signal. „Wir lassen nicht zu, dass Terroristen im Namen des Islams (...) Unschuldige töten.“

Lieberberg hatte in Wutrede Demos angemahnt

Mitorganisatorin Lamya Kaddor sagte der „Rhein-Zeitung“ (Bezahlinhalt), Konzertveranstalter Marek Lieberberg sei „herzlich eingeladen: Ich bin gespannt, ob er kommt“. Lieberberg hatte nach einem Terroralarm beim Festival „Rock am Ring“ eine Wutrede gehalten. Er hatte da auch gesagt, es sei jetzt mal Schluss mit „this is not my islam“. Er wolle „endlich mal Demos sehen, die sich gegen die Gewalttäter richten. Ich hab’ bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: Was macht ihr da eigentlich?“ Lieberberg hatte von der AfD Beifall für seine Äußerung bekommen.

Hinter dem Aufruf steht unter anderem die Islamwissenschaftlerin und Buchautorin Lamya Kaddor, Trägerin des Duisburger Integrationspreises 2016. Die 1978 im westfälischen Ahlen als Tochter syrischer Einwanderer geborene Kaddor ist auch Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bunds. Die Organisation tritt für eine moderate Auslegung des Islams ein und ist unter Muslimen nicht unumstrittenen. Deshalb ist offen, ob und welche muslimischen Verbände den Aufruf unterstützen. Die Demo hat Kaddor aber als Privatperson angemeldet. (dpa/law)

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