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Nächste Panne: Holzschuppen am Tatort in Lügde übersehen

Abrissarbeiten am Tatort: Erst jetzt wurde ein Geräteschuppen des mutmaßlichen Täters in der Nähe des Tatorts von der Polizei untersucht.

Abrissarbeiten am Tatort: Erst jetzt wurde ein Geräteschuppen des mutmaßlichen Täters in der Nähe des Tatorts von der Polizei untersucht.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Lügde.   Bei den Ermittlungen zum massenhaften sexuellen Missbrauch in Lügde bleibt ein Geräteschuppen des mutmaßlichen Täters lange Zeit ungeöffnet.

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Bei den Ermittlungen zum massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde hat es offenbar weitere Pannen bei der Polizeiarbeit gegeben. Reporter von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hatten am Montagnachmittag bei der Polizei Bielefeld angefragt, ob der Schuppen in direkter Nähe zur Parzelle des Hauptverdächtigen durchsucht worden sei. Polizei und Staatsanwaltschaft beantworten die Fragen nicht. Am späten Montagabend teilten die Behörden jedoch mit, dass sie den Gerätschuppen nun durchsucht hätten.

Bisher hätten ihnen keine Erkenntnisse darüber vorgelegen, dass dieses Häuschen dem Hauptbeschuldigten zuzuordnen gewesen sei. Deshalb war der Schuppen laut Polizei auch bisher nicht Gegenstand der polizeilichen Maßnahmen. Der Campingplatzbesitzer sagte jedoch, er habe der Polizei frühzeitig gesagt, dass der Schuppen Teil von Andreas V.s Parzelle sei.

Keine strafrechtlich relevanten Materialien

Bei der Erstdurchsuchung am Montag seien Werkzeuge und Metallschrott gefunden worden - allerdings keine strafrechtlich relevanten Materialien, hieß es von der Polizei. Unerwähnt ließen Polizei und Staatsanwaltschaft, dass der Abrissunternehmer den Schuppen längst ausgeräumt hatte, da der Tatort seit Ende März offiziell wieder freigegeben worden war.

Seit vergangener Woche hatte der Abrissunternehmer auch immer wieder Datenträger im Abrissschrott gefunden, am Montagnachmittag unter anderem elf Videokassetten. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen. Nach einer ersten Durchsicht enthielten die Datenträger „keine strafrechtlich relevanten Inhalte, sondern Unterhaltungssendungen“, teilte die Polizei mit. Die Herkunft war zunächst unklar. Ob Unbekannte die Datenträger in dem Container abgelegt hätten, sei Gegenstand von Ermittlungen. Dass die Datenträger aus der Behausung des Hauptverdächtigen Dauercampers stammten, schlossen die Ermittler aus.

CDs und Disketten im Hohlraum

Erst vor wenigen Tagen hatten Arbeiter in einem Hohlraum im Holzboden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten 56-jährigen Dauercampers eine CD und zwei Disketten gefunden, die von der Ermittlern zuvor nicht entdeckt worden waren. Hinweise auf weitere Opfer hatten die Ermittler nach Angaben der Polizei Bielefeld vom Montag auf den Datenträgern nicht entdeckt. „Aufgrund von Beschädigungen lässt sich aktuell lediglich eine CD teilweise auslesen“, hieß es in einer Mitteilung über diesen Fund.

Auf dem Campingplatz in Lügde soll der 56-jährige Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft.

Reuls Rücktritt gefordert

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) steht wegen der pannenreichen Ermittlungen zunehmend unter Druck. Am Wochenende hatte der innenpolitische Sprecher der SPD im nordrhein-westfälischen Landtag, Hartmut Ganzke, den Rücktritt Reuls gefordert. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Verena Schäffer, hatte erklärt: „Er hat die Aufklärung zu seinem Projekt gemacht - daran muss er sich messen lassen.“ (dpa)

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