Betreuung

Leichtere Freistellung: NRW-Schulministerin lockert Ganztag

Vor 15 Uhr dürfen Kinder bisher nur in Ausnahmefällen die Ganztagsschule verlassen.

Vor 15 Uhr dürfen Kinder bisher nur in Ausnahmefällen die Ganztagsschule verlassen.

Foto: Julian Stratenschulte

Düsseldorf.   In der Offenen Ganztagschule müssen Kinder mindestens bis 15 Uhr bleiben. Warum NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer die Regeln jetzt lockern will.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat die Anwesenheitspflicht für die Nachmittagsbetreuung in der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) deutlich gelockert. Im Entwurf eines neues Erlasses für die Bezirksregierungen, der der WAZ vorliegt, verlangt sie deutlich mehr Flexibilität.

Schulen, Träger und Kommunen müssten sicherstellen, dass Kinder „an regelmäßig stattfindenden außerschulischen Bildungsangeboten (zum Beispiel im Sportverein, in der Musikschule, beim Erlernen eines Instruments), an ehrenamtlichen Tätigkeiten (etwa in Kirchen und Religionsgemeinschaften, Vereinen und Jugendgruppen) sowie an Therapien oder an familiären Ereignissen teilnehmen können“. Regel und Ausnahme müssten zwar deutlich voneinander unterscheidbar sein. Eltern sollen aber auch bei regelmäßigen Aktivitäten Freistellungswünsche möglichst vor Schuljahresbeginn anmelden können.

Nur in Ausnahmefällen dürfen Kinder eher gehen

Bislang gab es die Verpflichtung für angemeldete OGS-Kinder, die Betreuungsplätze auch tatsächlich an fünf Tagen pro Woche bis mindestens 15 Uhr zu nutzen. Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte immer wieder bei NRW-Kommunen untersucht, ob die staatlich geförderten OGS-Plätze korrekt belegt sind. Vereinzelt wurde in Extremfällen Geld zurückgefordert, wenn zu großzügig Ausnahmen gewährt wurden. Nur in begründeten Einzelfällen etwa bei Arztbesuch oder wichtigen Familienfeiern sollten Eltern die Kinder früher aus der Schule abholen dürfen.

288.925 Schüler nutzen das Ganztagsangebot

Dagegen hatte sich die Elterninitiative „OGS familienfreundlich“ gebildet, die für Alleinerziehende oder Schichtarbeiter tageweise Betreuungsangebote forderte. Schulministerin Yvonne Gebauer will nun mehr Flexibilität schaffen, ohne „die möglichst vollumfängliche Teilnahme an den Ganztagsangeboten“ aufzugeben. „Gerade für Schülerinnen und Schüler aus schwierigen sozialen Verhältnissen bietet der Ganztag große Bildungschancen“, sagte sie der WAZ. Zuletzt besuchten in NRW von 660.382 Grundschülern bereits 288.925 das Ganztagsangebot.

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