Straßenverkehrsordnung

Mehr Rücksicht auf Radler: Strengere Regeln für Autofahrer

Immer wieder werden Radfahrer durch Autofahrer gefährdet. Das soll sich bald ändern.

Immer wieder werden Radfahrer durch Autofahrer gefährdet. Das soll sich bald ändern.

Foto: Florian Gaertner/photothek.net / imago/photothek

Berlin  Immer wieder kommt es zu Verkehrsunfällen, bei denen Radfahrer getötet werden. Der Verkehrsminister und der ADFC wollen das nun ändern.

Laut einem Medienbericht könnte Fahrradfahren in Deutschland bald wesentlich sicherer werden. Sollten die neuen Regeln kommen, müssen sich aber vor allem Autofahrer umgewöhnen. Für sie wird es wohl mehr Verbote und höhere Strafen geben.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Straßenverkehrsordnung (StVO) so reformieren, dass Radfahrer besser geschützt werden. Die Änderungen, die der Zeitungsbericht auflistet, decken sich in vielen Punkten mit einem Gesetzesvorschlag, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Mitte Mai veröffentlicht hat.

Der Gesetzesvorschlag des ADFC sieht eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes vor, das höher gestellt ist als die StVO. Unklar ist noch, wann und in welcher Form die Neuregelungen greifen könnten.

Mit diesen Punkten wollen Andreas Scheuer und der ADFC das Radfahren sicherer machen:

  • Halteverbot auf Schutzstreifen: Auf Fahrstreifen für Radfahrer mit gestrichelter Linie durften Autofahrer bisher zwar nicht parken, aber immerhin für wenige Minuten halten. Das soll in Zukunft auch verboten sein.
  • Überholabstand von mindestens 1,5 Metern: In Städten sollen Autofahrer bald wohl einen Mindestabstand halten. Bisher galt nur ein „ausreichender Seitenabstand“, den Autofahrer beim Überholen von Radfahrern einhalten mussten. Den gleichen Abstand müssen übrigens auch Radfahrer selbst halten.
  • Höchstgeschwindigkeit für Lkw beim Abbiegen: Beim Abbiegen in Städten soll für Lkw maximal Schrittgeschwindigkeit erlaubt sein. Immer wieder sind in den vergangenen Jahren Radfahrer von abbiegenden Lkw tödlich verletzt worden.
  • Radfahrer dürfen auch nebeneinander fahren: In Zukunft dürfen Radfahrer immer dann nebeneinander fahren, wenn sie andere Verkehrsteilnehmer nicht behindern.
  • Einbahnstraßen: Der Bund will es Kommunen einfacher machen, Einbahnstraßen als Fahrradstraßen auszuweisen. Dort können Radfahrer auch gegen der Fahrtrichtung für Autos fahren.
  • Parkverbot vor Kreuzungen: Der ADFC fordert ein Parkverbot, das vor und hinter Einmündungen je 10 Meter beträgt. So sollen Kreuzungen besser einsehbar sein.
  • Grüner Pfeil: An Kreuzungen mit einem grünen Pfeil als Schild erlauben bisher ein vorsichtiges Rechtsabbiegen auch bei roter Ampel. In Zukunft soll das Schild auch für Radfahrer auf dem Radweg gelten.
  • Parkflächen für Lastenfahrräder: Wie Stellplätze für Autos, Motorräder oder Busse soll es in Zukunft auch speziell ausgewiesene Flächen für Lastenräder geben.

Vor diesen Situationen haben Fahrradfahrer am meisten Angst
Vor diesen Situationen haben Fahrradfahrer am meisten Angst

hatte zuletzt ein Förderprogramm für Abbiegeassistenten aufgestockt. Mit dem Geld soll der Einbau von Abbiegeassistenten in Lkw gefördert werden. Die Systeme weisen Fahrer darauf hin, dass sich Fußgänger oder Radfahrer im toten Winkel des Fahrzeugs befinden.

Hintergrund:

Es gibt aber nicht nur technische, sondern auch manuelle Sicherheitsvorkehrungen, die man im Straßenverkehr treffen kann, damit Radfahrer nicht gefährdet werden.

Eine weitere Regelung könnte dabei helfen, Unfälle besser aufzuklären und Beteiligte zu identifizieren. Die

Quellen:

bild.de

ADFC

(ac/dpa)

Leserkommentare (45) Kommentar schreiben