Nahverkehr

Rheinland fährt bei E-Bussen dem Ruhrgebiet davon

Ein Elektrobus der Kölner Verkehrsbetriebe AG ( KVB ) an einer Ladestation. Seit 2016 fahren auf der Linie 133 in Köln 8 Elektrobusse. Die KVB wollen weitere anschaffen.

Foto: dpa Picture-Alliance / Ralph Goldmann

Ein Elektrobus der Kölner Verkehrsbetriebe AG ( KVB ) an einer Ladestation. Seit 2016 fahren auf der Linie 133 in Köln 8 Elektrobusse. Die KVB wollen weitere anschaffen. Foto: dpa Picture-Alliance / Ralph Goldmann

Essen.   Köln allein will 50 Fahrzeuge auf einmal ordern. Düsseldorf schafft zehn neue Batterie-Busse an. Das Revier hält sich dagegen weitgehend zurück.

Angesichts der aktuellen Debatte um Diesel-Fahrverbote steigt offenbar die Bereitschaft, im NRW-Nahverkehr mehr in die Elektrifizierung von Bus-Flotten zu investieren. Doch während das Ruhrgebiet noch abwägt oder Expertisen einholt, fahren die Städte am Rhein dabei bereits auf der Überholspur.

Am Montag überreichte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) einen Bewilligungsbescheid des Landes in Höhe von mehr als 13 Millionen Euro an die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Das Geld hilft der größten NRW-Kommune, in den kommenden vier Jahren rund 50 ­E-Busse anzuschaffen. In der Domstadt sind schon jetzt acht E-Busse auf einer Linie im Einsatz. Mit den zusätzlichen Fahrzeugen will die KVB bis 2021 auf sechs weiteren Linien emissionsfrei fahren. Rund ein Viertel der 222 KVB-Busse wäre dann elektrisch unterwegs. Damit würde Köln nach Einschätzung des Ministeriums zum größten Betreiber einer kommunalen E-Bus-Flotte in Deutschland aufsteigen.

Das Geld fließt aus einem Landesprogramm, das noch Wüsts Amtsvorgänger Michael Groschek (SPD) angestoßen hatte. Gefördert werden jeweils 60 Prozent des Betrages, um den ein E-Bus teurer ist als ein gleichgroßer Dieselbus. Je nach Modell kann das mehrere Hunderttausend Euro ausmachen. Zum Vergleich: Ein E-Gelenkbus kostet rund 700 000 Euro und damit fast doppelt so viel wie ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Den Rest der Summe muss das Verkehrsunternehmen selbst tragen. Im Kölner Fall sind das laut KVB-Chef Jürgen Fenske knapp neun Millionen Euro für Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur. „Ohne die Förderung wäre das Vorhaben nicht möglich gewesen“, sagte Fenske.

Auf Batterieantrieb setzt auch die Düsseldorfer Rheinbahn. Sie erhielt bereits Ende November Geld aus dem Landestopf. Damit will der örtliche Verkehrsbetrieb zehn E-Busse anschaffen, die künftig auf zwei Linien in der Landeshauptstadt pendeln sollen. Auch die Oberhausener Stoag (drei E-Busse) sowie Mönchengladbach (4) und Neuss (3) sicherten sich die Landesmittel.

Weitere Anträge aus dem Ruhrgebiet liegen dem Verkehrsministerium in Düsseldorf derzeit nicht vor, sagte ein Behördensprecher dieser Zeitung. Die Ruhrbahn (Essen/Mülheim) hatte zuletzt ein Gutachten in Auftrag gegeben, wonach die Umstellung nur der halben Ruhrbahn-Busflotte auf Batterieantrieb 38 Millionen Euro kosten würde.

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