Todesstrafe

Saudi-Arabien exekutiert 37 Menschen – einer wird gekreuzigt

Salman bin Abdulaziz Al Saud, König von Saudi-Arabien.

Salman bin Abdulaziz Al Saud, König von Saudi-Arabien.

Foto: Oliver Weiken / dpa

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern, die die Todesstrafe umsetzen. Erneut starben 37 Menschen. Einer davon wurde offenbar gekreuzigt.

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RiadTrotz anhaltender Kritik an der Todesstrafe hat das Königreich Saudi-Arabien erneut zahlreiche Menschen hinrichten lassen. Das teilte das Innenministerium in Riad am Dienstag mit. Demnach starben 37 Menschen. Der Grund für die Hinrichtungen: Terrorismusvorwürfe.

Details oder Hintergründe wurden kaum bekannt. In der Regel werden in Saudi-Arabien die Verurteilten mit dem Schwert geköpft oder erschossen. Zum Teil geschieht das öffentlich.

Staatliche Medien berichten, einer der nun hingerichteten Männer sei nach seiner Exekution gekreuzigt worden. Ein anderer sei laut Amnesty International erst 16 Jahre alt gewesen, als er festgenommen wurde.

139 Hinrichtungen in Saudi-Arabien im vergangenen Jahr

Die 37 saudischen Staatsbürger seien unter anderem zum Tod verurteilt worden, weil sie Terrorgruppen aufgebaut, Sicherheitskräfte angegriffen und terroristische Ideologie angenommen haben sollen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Sie beruft sich auf das Innenministeriums. Die Urteile seien vom Berufungsgericht und dem Obersten Gerichtshof bestätigt worden, hieß es weiter.

Offizielle Zahlen über Hinrichtungen in Saudi-Arabien gibt es nicht. Staatliche Medien berichten aber immer wieder von Exekutionen. Laut Amnesty wurden in dem Land in diesem Jahr bereits 104 Menschen hingerichtet.

Saudi-Arabien: Exekutionen wegen Mordes und Drogendelikten

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch insgesamt 139 Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet. Die meisten Verurteilungen gab es demnach wegen Mordes und Drogendelikten.

Der Aufschrei war international groß. Das Land forderte aber Toleranz für seine Entscheidung.

Das hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in ihrer Dokumentation zur Todesstrafe berichtet. 2017 waren es 993 Exekutionen in 23 Staaten. Laut Amnesty wurden so wenige Hinrichtungen dokumentiert wie zuletzt vor zehn Jahren. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen. (dpa/sdo)

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