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Kathrin Röggla spricht über das Leben einer Autorin

Kathrin Röggla spricht an der Uni Siegen über das Leben einer Autorin. Die 46-Jährige war zu Gast im Seminar „Zeitgenössische Literatur“.

Foto: Uni Siegen

Kathrin Röggla spricht an der Uni Siegen über das Leben einer Autorin. Die 46-Jährige war zu Gast im Seminar „Zeitgenössische Literatur“. Foto: Uni Siegen

Siegen.   Die österreichische Autorin spricht mit Studenten über zeitgenössische Literatur und den Alltag als Schriftstellerin.

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Einblick in die unmittelbare Praxis gewährte die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla Teilnehmern des Seminars „Zeitgenössische Literatur“ an der Uni Siegen. Die 46-Jährige kam als Gast in die Veranstaltung von Dr. Matthias Schaffrick.

Drei Monate lang hatten sich die Studentinnen und Studenten mit Werken von Röggla („wir schlafen nicht“, „Normalverdiener“) beschäftigt. „Literaturwissenschaftliche Seminare und auch Deutschstunden in der Schule beschäftigen sich größtenteils mit Literatur aus vergangenen Epochen“, heißt es in einer Mitteilung der Uni Siegen.

Schüler und Studenten hätten diese Zeit allerdings nicht miterlebt, könnten mit den Autorinnen und Autoren nicht mehr ins Gespräch kommen. „Da stellt sich die Frage: Wie gehen wir eigentlich mit Gegenwartsliteratur um?“, leitete Schaffrick die Gesprächsrunde ein.

„Diese Möglichkeit, Fragen zu stellen, finde ich persönlich auch ganz wichtig“, sagte Röggla. Sie sprach mit den Studierenden über:

Bestseller und Mainstream: „Große Künstler haben natürlich eine ganze Manufaktur um sich herum aufgebaut und sind immer präsent durch ihre Themensetzung“, führte Röggla aus. Es gebe aber wenige deutschsprachige Autoren, die man so pushen könne. „Ich persönlich habe wenig Interesse an großer Aufmerksamkeit für meine Werke, wenn das heißt, dass sie nicht mehr anecken dürfen.“

Konkurrenz und Kollegen: In den vergangenen Jahren werde für sie „der Aspekt der Kollegenschaft immer stärker“. Sie sei manchmal froh, dass sich andere „mit bestimmten Themen beschäftigen, weil ich keine Lust auf diese Themen habe.“ Die Arbeit an einem Roman dauere lang, oft drei bis vier Jahre, in dieser Zeit brauche man auch die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen.

Deutsch-Unterricht: „Ich habe drei Kinder und auch die fangen natürlich nicht direkt mit Kafka an, sondern vielleicht mit ‚Diedrei ???‘. Das Wichtigste ist der Spaß am Lesen“, betonte die Autorin. Da viele Kinder von sich aus nicht mehr gern lesen würden, solle es mehr Lesepatenschaften oder Ähnliches geben. Lesen sei „eine Herzensbildung: So entwickeln wir Menschen auch Empathie und Vorstellungsvermögen.“

Alltag als Autorin: „Der ist sehr vielschichtig. Im Prinzip gibt es drei Zustände: die Konzentration auf den Text, die Recherche und das Auftreten vor Publikum.“ Das seien alles sehr gegensätzliche Zustände. „Erst geht man sehr nach innen, dann muss man offen sein für andere und zuhören, und beim Auftritt muss man natürlich sehr nach außen gehen. Das ist schon eine Herausforderung.“

Autorin als Traumjob: „Das kam bei mir sehr früh“, erzählte Röggla. „Ich habe mir mit 16, 17 Jahren schon überlegt: Traue ich mir das zu?“ Als sie 19 war, „gab es einen Lektor, der mich sehr da reingepusht hat.“ Sie habe immer vom Schreiben für das Theater geträumt und das dann auch lange gemacht. „Ich kann mir nicht vorstellen, jemals ganz vom Schreiben wegzugehen.“

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