Schulpolitik

NRW-Schulministerin Gebauer im Gespräch mit Moerser Schülern

Dilek Ilkhan und Umut Paket moderierten die Diskussion mit NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Dilek Ilkhan und Umut Paket moderierten die Diskussion mit NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Die neue Schulministerin war zu Gast am Grafschafter Gymnasium. Yvonne Gebauer kündigt an, wieder Ruhe ins Bildungssystem bringen zu wollen.

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„GGM im Gespräch“ heißt eine Diskussionsreihe, die seit dem Jahr 2000 im Grafschafter Gymnasium (GGM) an der Bankstraße mehrmals im Jahr stattfindet. Dazu laden Schüler der Oberstufe jeweils Leute ein, die – meist bildungspolitisch – etwas zu sagen haben. Am Donnerstag war NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer auf dem Podium zu Gast.

Die 51-jährige FDP-Politikerin aus Köln verantwortet seit 2017 die Bildungspolitik der Landesregierung in Düsseldorf. Im GGM musste sie sich den Fragen stellen, die Schüler im Unterricht erarbeitet hatten: „Hier kommen auch nur Schüler zu Wort, Lehrer haben ausnahmsweise nichts zu sagen“, betonten Ulrich Eickmeyer und Sabrina van Bernum, die pädagogischen Tutoren der Veranstaltung.

Ab 2019/20 wieder neun Jahre zum Abitur

Locker moderiert von Dilek Ilkhan und Umut Paket ging es mit einem Thema los, das schulpolitisch besonders auf den Nägeln brennt: die Rückkehr von G 8 zu G 9. Also die Frage, wie viele Schuljahre braucht man bis zum Abitur? „Die 2005 eingeführte achtjährige Regelung hat insbesondere bei der Umsetzung zu großem Unmut geführt und in der Bevölkerung keine Akzeptanz gefunden. Deshalb wird es in NRW ab dem Schuljahr 2019/20 grundsätzlich wieder neun Jahre bis zum Abitur dauern“, erklärte Gebauer. Mit dem Beginn in der 7. Klasse sei auch die damit verbundene Frage nach der zweiten Fremdsprache entschieden.

Man werde indes nicht einfach zum alten Modell zurückkehren, sondern Struktur und Qualität des Unterrichts deutlich verbessern: „Dabei müssen wir uns verstärkt neuen Anforderungen wie der Digitalisierung der Welt oder der Inklusion von Behinderten stellen“, betonte Gebauer. Ihr Ziel sei, in zwei Jahren alle Schulen mit einem ausreichenden Internetzugang zu versorgen. Das Geld dafür sei weitgehend vorhanden, „die Kommunen müssen es nur abrufen“.

„Müssen an vielen Stellschrauben drehen“

Bei der Inklusion werde man ebenfalls „umsteuern“ und das Tempo, allein schon wegen derzeit noch fehlender Sonderpädagogen, drosseln. Neben dem Besuch der Regelschule werde es weiterhin die besondere Betreuung in Förderschulen geben. Lehrermangel, vor allem an Grundschulen, war ein weiteres Thema. Hier soll, so Gebauer, das Projekt „Seiteneinstieg für Lehramtskandidaten an weiterführenden Schulen“ schon bald für Entspannung sorgen.

Auch pädagogische Fortbildung der Lehrkräfte, praxisnaher Unterricht, insbesondere im Bereich Wirtschaft und Finanzen, und Numerus Clausus beim Studium standen auf der Schüler-Agenda: „Man muss an vielen Stellschrauben drehen, damit sich der große Tanker Schulwesen bewegt. Wir bemühen uns, die richtigen Maßnahmen zu treffen, damit in unserem Bildungssystem wieder etwas Ruhe einkehrt“, versprach die sachkundige, „für alles offene“ Ministerin.

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