Einschulung

So teuer ist die Schul-Erstausstattung – ein Budget-Test

Fürs Material zur Einschulung kann man viel Geld ausgeben – es geht aber auch vergleichsweise preiswert.

Fürs Material zur Einschulung kann man viel Geld ausgeben – es geht aber auch vergleichsweise preiswert.

Foto: Archiv/dpa

NRW.   Was braucht ein Kind zur Einschulung – und wie teuer ist die Erstaustattung? Billig ist der Schulstart nicht, aber an Vielem lässt sich sparen.

Tornister, Sportzeug, Schreibwaren und dazu noch viele andere Dinge für die Grundschule: Die Einschulung ist nicht billig. Wir stellen eine Vergleichsrechnung auf. Wie teuer ist eine normale Erstausstattung für Schüler – und wie geht's auch billiger? Wo macht Sparen Sinn?

Der teuerste Posten in der Tornister. Natürlich tut's auch ein Gebrauchter: Das Angebot an Second-Hand-Artikeln ist groß genug. Allerdings sollte es etwas Ordentliches sein: Je nach Schule tragen die Kinder ziemlich viel Gewicht im Tornister auf ihrem kleinen Rücken. Oft bleiben Bücher und Hefte aber in der Klasse. Dann ist der Ranzen fest leer.

Für unsere Beispiel-Rechnung haben wir normale Ladenpreise für klassische Marken (wie Adidas, Herlitz, Scout, Uhu, Brunnen, Sigg...) mit Discounterware (wie Woolworth, Tedi oder Kik) verglichen. Aber kurz vor Schulstart hagelt es Angebote – in kaum einem Geschäft kosten die Artikel dann noch den vollen Preis. Die Schultüte haben wir nicht berechnet, weil die Füllung sehr individuell ist.

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Tornister, Etui, Turnbeutel:

Die teuersten Standard-Ranzen kosten stolze 260 Euro – es gibt aber auch ordentliche Markenware ab 60 Euro. Etui, Turnbeutel und Mäppchen sind meist dabei. Ohne Zubehör geht es für 40 Euro, dann müssen aber Etui und Turnbeutel dazu organisiert werden. Billig-Tornister sind nicht so gemütlich und variabel wie teurere Modelle, aber zumindest die Trägerlänge lässt sich verstellen. Reflektoren sind (laut Schulranzennorm DIN 58124) auch dran.

Sportzeug:

Im Sportgeschäft ist man für Hallenschuhe (40 Euro), T-Shirt (20 Euro), Shorts (25 Euro) und lange Hose (35 Euro) schnell 120 Euro los. Aber es muss für die Grundschule keine Funktionskleidung sein: Die Kleinen treiben keinen Leistungssport, und die Schuhe sind nach einem halben Jahr zu klein. In sechs Monaten werden die Sportsachen etwa 40 Stunden lang getragen – zusammengenommen wären das fünf Schultage am Stück. Daher reichen auch preiswertere Varianten für etwa 33 Euro (Turnschuhe 15 Euro, Shirt 5 Euro, Shorts 8 Euro, Leggins 5 Euro).

Bastelsachen für Kunst:

Für den Kunstunterricht empfehlen Schulen oft bestimmte Marken für Wasserfarbe, Wachsmaler oder Stifte. Das ist für Eltern aber kein Zwang, auch wenn es so scheint. Die Idee: Haben alle Kinder den gleichen Farbkasten, haben auch alle die gleichen Farben – denn die Töne variieren massiv von Hersteller zu Hersteller. Für Markenware kostet ein "Standardpaket" rund 100 Euro. Wer zu Discounterware greift ist mit 25 Euro dabei. Berechnet wurden Farbkasten, Wasserbecher, Pinsel, Knete, Wachsmaler, Block, Sammelmappe, Schere, Dosenanspitzer, Klebe, Folienstift, langes Lineal, Kittel und Bastelunterlage. Für den Sparpreis haben wir für Becher und Kittel nichts berechnet, weil's hier auch Hausmittel tun.

Hefte, Mappen und Umschläge:

In einigen Schulen müssen Eltern eine Pauschale zahlen – das Material kauft dann der Lehrer für alle. Wir berechnen es dennoch und gehen aus von: drei DIN A4-Pappmappen, drei Buchumschläge, zwei Hefte, Schreiblernheft, Mitteilungsheft, Hausaufgabenheft. Wer nicht auf den Preis schaut ist mit etwa 12 Euro dabei, Sparfüchse schaffen es für 5 Euro.

Frühstück, Hausschuhe und Sonstiges:

Für Brotdose, Trinkflasche, Pantoffeln und Sonstiges (jede Schule hat andere Vorgaben, wir nehmen beispielhaft einen Masseroller) fallen für Markenware nochmal 68 Euro an. Wenn's auf den Euro ankommt geht es für sage und schreibe für 14 Euro.

 

Marke/Normalpreis

Discounter

Tornister

260 €

60 €

Sportzeug

120 €

33 €

Basteln

100 €

25 €

Hefte

12 €

5 €

Sonstiges

68 €

14 €

Gesamt:

560 €

137 €

Fazit: An vielen Stellen lässt sich sparen

Wer nicht auf den Preis achtet, kann mit geschätzt 560 Euro dabei sein. Aber soviel ist es selten, weil man immer hier und da zum preiswerteren Produkt greift oder auf Angebote wartet. Aber billiger als rund 143 Euro geht es (zumindest mit Neuware) kaum. Hartz-IV-Empfänger stoßen da an Grenzen: Aus dem Bildungs- und Teilhabepaket gab es bis 2019 jeden August 70 Euro für Schulbedarf, jeden Februar nochmal 30 Euro. Jetzt ist der Zuschuss von 100 auf 150 Euro gestiegen.

Und bei Billigware kommt noch ein Problem dazu: Schulsachen müssen viel aushalten. Wenn die Qualität nicht stimmt, ist das Teil schnell hin. Ob es also wirklich die Plastiktrinkflasche für 1,50 Euro sein muss? Eher nicht. Auch den Billig-Farbkasten für 2 Euro sollte man überdenken: Die Farben decken oft schlecht, weil weniger Pigmente in der Mischung sind.

Bevor das Kind schon kurz nach der Einschulung die Lust auf Schule verliert, sollte man wenn möglich den Preiskampf nicht allzu erbittert führen. Billig macht nicht immer Spaß. Aber es auch muss nicht das Teuerste sein – Discounterware tut's (wie überall im Leben) oft genauso.

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