Waffengesetze

Schulmassaker: Haben die USA die Kraft zur Besinnung?

Schüler protestieren nach dem Massaker an einer Schule im Ort Parkland für schärfere Waffengesetze.

Foto: Amy Beth Bennett / dpa

Schüler protestieren nach dem Massaker an einer Schule im Ort Parkland für schärfere Waffengesetze.

Washington  Nach dem Massaker von Parkland diskutieren die USA über leichte Anpassungen der Waffengesetze. Dabei braucht es drastische Änderungen.

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Klingt zynisch, ist es aber nicht: Hat ein Land, das sich mit dem noch immer sprachlos machenden Tod durch Erschießen von 20 jungen Schülern seit fünf Jahren abgefunden hat, ernsthaft die Kraft zur Besinnung, nur weil jetzt 17 Schüler (und Lehrer) älterer Jahrgänge das gleiche Schicksal ereilte?

Nach Newtown 2012 war die Jetzt-reicht-es-aber-endgültig-mit-unserem-Waffenwahn-Welle in Amerika auf dem Scheitelpunkt. Geschehen ist aufs ganze Land gesehen in der Substanz so gut wie nichts.

Bisher nur kosmetische Pflästerchen

Soll die imposante Hingabe der Überlebenden von Parkland an das Gute und Richtige nicht ebenfalls verpuffen, müsste Washington weit mehr auf die Beine stellen als kosmetische Pflästerchen. Nichts anderes ist bei Licht betrachtet eine Datenbank, die dabei helfen soll, jene rechtzeitig herauszufiltern, die niemals einen Schießprügel in die Hand bekommen dürfen. Eine Selbstverständlichkeit.

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Wenn Amerika wirklich Lernfähigkeit beweisen will, muss es über seinen Schatten springen und beizeiten ein Relikt beseitigen, mit dem alles steht und fällt. Es geht um den zweiten Verfassungszusatz, der das herausragende Recht auf Waffenbesitz mit all seinen Kollateralschäden bis heute begründet.

Irrtum der Geschichte korrigieren

Selten ist eine historische Weichenstellung, weit über 200 Jahre alt, in fast schon krimineller Absicht so schamlos gegen die eigenen Bevölkerung missbraucht worden.

Solange Regierung und Kongress nicht gemeinsam diesen Irrtum der Geschichte korrigieren und damit den der Waffenindustrie treu ergebenen politischen Arm der „National Rifle Association“ (NRA) vom Körper der Abermillionen (oft sehr verständigen) normalen Mitglieder abtrennen, solange gibt es kein wirklich sinnvolles Instrument der Regulierung.

Solange bleibt es beim Herumdoktern an Symptomen. Bis zum nächsten Parkland.

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