Silvester

Städte gegen das von der Umwelthilfe geforderte Böllerverbot

Böller und Raketen verursachen beim Jahreswechsel 5000 Tonnen Feinstaub.

Böller und Raketen verursachen beim Jahreswechsel 5000 Tonnen Feinstaub.

Foto: Tobias Kleinschmidt / dpa

An Rhein und Ruhr.  Die Deutsche Umwelthilfe hat fast 100 Städte aufgefordert, ein Böllerverbot zu erlassen. In NRW ist allerdings fast keine dem Aufruf gefolgt.

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Zum Jahreswechsel werden bundesweit erneut weit mehr als 100 Millionen Euro sprichwörtlich in Rauch aufgehen, doch das Silvester-Feuerwerk wird zunehmend kritisch gesehen. Tierschützer und Umweltverbände protestieren dagegen, vereinzelt beginnt der Einzelhandel, Böller und Raketen aus dem Sortiment zu nehmen.

Der nordrhein-westfälische Städte- und Gemeindebund spricht sich aber gegen ein generelles Böllerverbot aus, wie es die Deutsche Umwelthilfe (DUH) noch im Juli und Ende Oktober für bundesweit 98 Städte gefordert hatte, darunter 21 Kommunen aus Nordrhein-Westfalen.

Schneider: Böllerverbot wäre unverhältnismäßig

Ein Böllerverbot wäre „unverhältnismäßig“, so Bernd Jürgen Schneider, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW. Falls es zu einem solchen flächendeckenden Verbot kommen würde, könnte das kontraproduktiv sein, befürchtet Schneider.

„Wenn man den Bürgern eine Tradition nimmt, die kaum Auswirkungen auf das Klima oder die Feinstaubbelastung hat, ist das nicht förderlich für die Bereitschaft, sich für den Klimaschutz einzusetzen“, ist der Verbandsgeschäftsführer überzeugt.

DUH: Böllerei wegen vieler Gründe verzichtbar

Die DUH hingegen bezeichnet die Belastung durch die Böllerei zum Jahreswechsel gleich aus mehreren Gründen als unzumutbar: Wegen der hohen Luftbelastung, da durch sie 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt würden, was einem Sechstel der Menge entspreche, die im Jahr durch den Straßenverkehr entstehe; wegen des Mülls, der in die Natur getragen werde; wegen der Verängstigung von Tieren; und aus Gründen der Sicherheit, da die Verwendung von Feuerwerkskörpern häufig zu Unfällen führe.

DUH-Sprecherin Barbara Metz weist zudem darauf hin, dass „sich über die Hälfte der Bevölkerung für ein Verbot der Böllerei einsetzt“.

Die DUH hatte ein Böllerverbot für Städte gefordert, in denen eine hohe Feinstaubbelastung gemessen worden ist. Von den 98 angeschriebenen Städten hätten sich 86 zurückgemeldet, so Metz, über die Hälfte habe sich positiv zu einem möglichen Böllerverbot geäußert.

Nur vier Städte verbieten die Böllerei teilweise

Tatsächlich wird es – Stand jetzt – an diesem Jahreswechsel in NRW in nur vier Städten ein Verbot der Silvesterböllerei geben, und das auch nur in Teilen der jeweiligen Kommune: In Aachen, Bielefeld, Düsseldorf und Köln, wobei nur die Aachener in diesem Jahr erstmals ein Verbot erlassen. In der Düsseldorfer Altstadt und um den Kölner Dom herum darf bereits seit drei Jahren nicht mehr geböllert werden. Allerdings nicht aus Umweltschutz-, sondern aus Sicherheitsgründen.

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