Orkan-Warnung

Sturmfrei für alle NRW-Schulen? Ministerium prüft noch immer

Sturmfrei: Wegen Orkantief „Sabine“ fiel an vielen Schulen in NRW am Montag der Unterricht aus. Dies musste aber jede Schule oder jeder Schulträger selbst entscheiden. Eine landesweite Regelung gibt es in NRW noch nicht (Symbolbild).

Sturmfrei: Wegen Orkantief „Sabine“ fiel an vielen Schulen in NRW am Montag der Unterricht aus. Dies musste aber jede Schule oder jeder Schulträger selbst entscheiden. Eine landesweite Regelung gibt es in NRW noch nicht (Symbolbild).

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Düsseldorf.  Bei landesweitem Extremwetter kann das Schulministerium noch kein „sturmfrei“ anordnen. Das soll neu geregelt werden und dauert schon zwei Jahre.

Dieses Mal ist NRW mit einem blauen Auge davon gekommen. Orkantief „Sabine“ hat glücklicherweise nur wenige Schäden hinterlassen. Sicherheitshalber hatten viele Städte bereits am Freitag entschieden, die Schule komplett ausfallen zu lassen. Andere Städte überließen diese Entscheidung den Eltern. Das sorgte bei nicht wenigen für Verunsicherung. Was fehlt ist eine landesweite Regelung.

Bei Extremwetter entscheiden Eltern und Schulen in NRW selbst

Doch die gibt es in NRW aktuell noch nicht und so verbreitete das Schulministerium vergangenen Freitag mit der Warnung vor „Sabine“ nur den seit 2015 geltenden Runderlass. Nach dem obliegt die Entscheidung den Eltern, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht. Und nach aktueller Rechtslage entscheidet jede Schule beziehungsweise jeder Schulträger selbst, wie er die Gefahr durch solche Extremwetter bewertet. Dabei wurde eine flächendeckende Lösung, die auch den Eltern im Land Sicherheit gibt, schon einmal von der Politik angeregt und diskutiert.

Im Februar 2018, kurz nachdem Sturmtief „Friederike“ in NRW für reichlich Verwüstung gesorgt hatte, hatte Schulministerin Yvonne Gebauer Kritik nach dem Sturmchaos an den Schulen zurück gewiesen. Im Schulausschuss des Landtages hatte die Ministerin in Aussicht gestellt, landesweite Schulschließungen bei extremen Wetterlagen prüfen zu wollen.

Ein Ergebnis für diese Prüfung gibt es aber nach zwei Jahren nicht. Man erarbeite weiterhin „eine umfassende Neuregelung, die auch die Möglichkeit landesweiter Schulschließungen beinhalte“, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion aus dem Schulministerium. Daran seien auch das Innenministerium, die Schulaufsichtsbehörden und Schulträger beteiligt, so die Begründung für die seit nunmehr zwei Jahren andauernde Prüfung der Sachlage.

Landesweit „sturmfrei“: NRW-Grüne wollen politisch nachhaken

Das Ministerium: „Schließlich geht es darum, eine tragfähige Lösung für fast 6000 Schulen in fünf Regierungsbezirken und 53 Kreisen und kreisfreien Städten zu finden“. Die Neuregelung solle es den Akteuren vor Ort auch ermöglichen, auf lokale oder regionale Unwetter gezielt und verbindlich zu reagieren, hieß es weiter.

Die NRW-Grünen, die im Februar 2018 den entsprechenden Bericht von der Schulministerin angefordert hatten, wollen deshalb nun noch einmal nachhaken.

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