US-Regierung

Trump macht einen seiner Fanboys zum Sicherheitsberater

US-Präsident Donald Trump (rechts) mit seinem neuen Sicherheitsberater, dem Juristen Robert O'Brien.

US-Präsident Donald Trump (rechts) mit seinem neuen Sicherheitsberater, dem Juristen Robert O'Brien.

Foto: Evan Vucci / dpa

Washington.  Mit Robert O’Brien hat Donald Trump nun einen seiner Fans als Nationalen Sicherheitsberater. Er wird in kaltes Wasser springen müssen.

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Donald Trump sieht Amerika von der Welt ausgenutzt, zur Kasse gebeten, sozusagen als Geisel genommen. Da mutet es in der Logik des Präsidenten folgerichtig an, einen Experten für die geräuschlose Befreiung von US-Staatsbürgern aus feindselig eingestellten Ländern wie Afghanistan, Syrien, Libyen oder Jemen an die Stelle zu rücken, die seit der Entlassung des Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton vor einer Woche vakant war.

Robert O’Brien, der bereits für Präsident George W. Bush arbeitete und den früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten und Trump-Feind Mitt Romney beriet, erfüllt als Sondergesandter für die schiedliche Beilegung von Entführungen nach Ansicht von Trump alle Voraussetzungen. „Ich habe lange und hart mit Robert zusammengearbeitet“, twitterte Trump, als er den 53-jährigen ankündigte, „er wird einen tollen Job machen!”.

Darunter dürfte Trump vor allem den Verzicht auf unerbetene Ratschläge verstehen, mit denen sich der als „Falke“ bekannte John Bolton beim Commander-in-Chief in die Nesseln gesetzt hatte. Nordkorea, Iran, Venezuela: Es war Bolton, der bei den großen Konfliktherden letztlich bellizistische Lösungen und weniger Kuschel-Diplomatie (wie mit Kim Jong-un) empfahl. Während Trump bekanntlich nur rhetorisch mit den Säbeln klirrt. Weil er sonst 2020 Strafzettel seiner Wähler befürchten muss, die militärischen Auslandsabenteuern der USA überdrüssig geworden sind.

Robert O’Brien ist ein großer Fan von Donald Trump

Von O’Brien, dem mittlerweile vierten Sicherheitsberater von Trump, ist in dieser Hinsicht nichts zu befürchten. Der gelernte Anwalt, Partner einer Kanzlei in Los Angeles, ist ein ausgesprochener Fan von Trump, den er einmal „als größten Verhandler in Geiselnahmen in der Geschichte der USA“ bezeichnete.

Unter Trumps Führung seien 20 Amerikaner, teilweise aus „schier unlösbaren Situationen”, befreit und unversehrt in die USA zurückgebracht worden. Mehr noch dürfte Trump ein Buch gefallen haben, in dem O’Brien 2016 der „Wiederherstellung amerikanischer Führung in einer krisenhaften Welt” das Wort redete. Darin listete der Republikaner viele Kritikpunkte auf, die auch Trump regelmäßig gegen seinen Vorgänger Barack Obama vorbringt: etwa den inzwischen von den USA zum Platzen gebrachten Atom-Deal mit Teheran.

In diesem Kontext wird O’Brien, der lange Zeit mit der Ausbildung von Juristen in Afghanistan verbrachte und zuletzt bei der Betreuung des kurzzeitig in Schweden inhaftierten US-Rap-Musiker Asap Rocky auf Trumps Geheiß tätig war, sofort ins kalte Wasser springen. Nach den Anschlägen auf saudische Öl-Raffinerien , hinter denen der Iran vermutet wird, verschärfte Trump das wirtschaftliche Sanktionsregime gegen Teheran.

Wer steckt hinter den Angriffen auf die Ölraffinerie?
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