Nazi-Vorwürfe

Türkische Presse giftet weiter: "Gehirnwäsche" im Kinder-TV

Die Tageszeitung Sabah wirft dem Kinderkanal von ARD und ZDF vor, deutsche Kinder gegen die Türkei aufzuhetzen.

Die Tageszeitung Sabah wirft dem Kinderkanal von ARD und ZDF vor, deutsche Kinder gegen die Türkei aufzuhetzen.

Essen.  Fast täglich formulieren türkische Spitzenpolitiker und regierungsnahe Medien neue Nazi-Vorwürfe gegen Deutschland. Jetzt steht Kika im Visier.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem türkische Spitzenpolitiker oder die regierungsnahe Presse keine neuen Nazi-Vorwürfe gegen Deutschland formulieren. Am Montag titelte die türkische Tageszeitung Sabah: "Vergiftet wenigstens nicht die Kinder". Die Zeitung bezieht sich auf die Sendung "Logo" des Kinderkanals KiKa, indem die politische Situation in der Türkei kindergerecht veranschaulicht wird. Über dem Artikel ist Angela Merkel mit zum Hitlergruß ausgestrecktem Arm und Bärtchen zu sehen. Neben dem Kopf der Bundeskanzlerin ist ein Hakenkreuz abgebildet.

Die Sabah ist der Meinung, dass das "widerliche" Programm ein dunkles Bild von Staatspräsident Erdogan und der Türkei zeichne. Deutsche Medien würden mit dieser Sendung ihre "hässliche und türkeifeindliche Kampagne" weiterführen. Deutsche Kinder würden einer Gehirnwäsche unterzogen.

Präsident Erdogan greift Merkel nun persönlich an

Am Sonntag erst hatte Recep Tayyip Erdogan Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich angegriffen. „Du wendest auch gerade Nazi-Methoden an“, sagte Erdogan in Istanbul an Merkel gerichtet . „Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in Deutschland, bei meinen Minister-Geschwistern, bei meinen Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen“, sagte Erdogan.

Bundesregierung warnt Türkei vor Beschädigung von Beziehungen

Mit Blick auf Europa meinte der Staatschef, dort könnten „Gaskammern und Sammellager“ wieder zum Thema gemacht werden, aber „das trauen sie sich nur nicht“. Offen ließ er, wen er mit „sie“ genau meinte.

Die Bundesregierung warnt die Türkei angesichts des Streits über Wahlkampfauftritte türkischer Politiker vor einer Beschädigung der Beziehungen.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer wies am Montag Vorwürfe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück, Bundeskanzlerin Angela Merkel wende Nazi-Methoden an. "Es bleibt dabei: Nazi-Vergleiche sind inakzeptabel, egal in welcher Form", sagte sie in Berlin. Die türkische Regierung habe es in der Hand, die Rhetorik zu mäßigen und eine nachhaltige Beschädigung der Beziehungen abzuwenden. (mit Reuters)

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