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Ukraine-Krieg: Liveblog schließt bis auf Weiteres

| Lesedauer: 52 Minuten
FUNKE-Reportage aus Ukraine: Bachmut in Trümmern

FUNKE-Reportage aus Ukraine: Bachmut in Trümmern

Bachmut ist eine Stadt in der Oblast Donezk im Osten der Ukraine. FUNKE-Reporter Jan Jessen spricht mit Einwohnern vor Ort. Während er vor Ort ist, hört er immer wieder Artilleriegefechte.

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Das Liveblog zum Ukraine-Krieg schließt bis auf Weiteres. Neue Nachrichten lesen Sie auf unseren Portalen, ältere finden Sie hier.

  • Das Ukraine-Blog schließt bis auf Weiteres
  • Kiew hat schwere Raketenwerfer aus Deutschland erhalten
  • Nach Angriffen in der Südukraine droht Präsident Selenksyj Russland mit Konsequenzen
  • Selenskyj ruft Bürger zum Verlassen des Gebiets Donezk auf
  • Putin verspricht der russischen Flotte Hyperschall-Raketen
  • Laut dem britischen Geheimdienst gerät Russland in der Ostukraine zunehmend unter Druck

Berlin/Kiew/Moskau. Es ist der 160. Tag im Ukraine-Krieg: Dass am Montag ein erster Getreidefrachter Odessa verlassen konnte, wird weltweit begrüßt. Das Schiff und seine Fracht werden als positives Signal im nun gut fünf Monate andauernden Konflikt aufgefasst. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sprach in New York von einer "kleinen Geste der Humanität". Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht eine Chance, die weltweite Korn-Krise zu stoppen.

Die Ukraine hat unterdessen drei schwere Mehrfach-Raketenwerfer aus Deutschland erhalten. Kiew dankte der Bundesregierung für die Lieferung von drei Systemen vom Typ "Mars II". Die USA wollen ihrerseits weitere HIMARS-Raketenwerfer liefern. Die Waffenhilfe der Vereinigten Staaten beläuft sich inzwischen auf 8,8 Milliarden Dollar.

Liveblog zum Ukraine-Krieg von Dienstag, 2. August: Ukraine-Blog schließt

18.00 Uhr: Das Ukraine-Blog schließt bis auf Weiteres. Aktuelle Nachrichten zum Krieg in der Ukraine können Sie ab jetzt als einzelne Meldung auf unseren Portalen lesen.

Melnyk bietet Scholz Entschuldigung für Schmäh-Äußerungen an

15.38 Uhr: Kurz vor seinem Abschied aus Deutschland hat der bisherige ukrainische Botschafter Andrij Melnyk Bundeskanzler Scholz (SPD) eine Entschuldigung für Schmäh-Äußerungen angeboten. Er habe im Kanzleramt um ein Gespräch mit Scholz wegen seines baldigen Abschieds aus Deutschland gebeten, sagte Melnyk am Dienstag bei Bild TV. "Wenn der Kanzler mich empfangen würde vor dem Abschied, dann würde ich mich bei ihm entschuldigen."

Entschuldigen würde er sich dafür, dass er den Kanzler als "beleidigte Leberwurst" bezeichnet hatte, sagte Melnyk. Der Diplomat hatte diese Äußerung getätigt, als Scholz nach der Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus der Ukraine zunächst eine eigene Reise nach Kiew abgelehnt hatte.

Moskau warnt erneut vor Scheitern des Getreide-Abkommmens

13.54 Uhr: Ungeachtet des ersten aus einem ukrainische Hafen ausgelaufenen Frachtschiffs warnt Russland erneut vor einem möglichen Scheitern des Getreide-Abkommens. Die Vereinbarung zur Getreideausfuhr habe einen Paketcharakter, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Dienstag der Agentur Interfax zufolge.

"Darum warnen wir vor Versuchen, den zweiten Teil des Pakets zu verzögern oder nicht zu erfüllen", sagte sie mit Blick auf eine in Aussicht gestellte Lockerung einiger Sanktionen gegen Russland.

Ukraine meldet weiter schwere Kämpfe bei Bachmut im Osten

13.12 Uhr: Im ostukrainischen Gebiet Donezk halten die Kämpfe um die Stadt Bachmut zwischen russischen und ukrainischen Truppen an. Auch in Richtung des acht Kilometer nördlich gelegenen Soledars habe es russische Vorstöße gegeben, teilte der ukrainische Generalstab am Dienstag mit. Russische Angriffe an mehreren Orten südlich von Bachmut seien hingegen größtenteils abgewehrt worden, hieß es. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

London: Russische Schwarzmeerflotte geschwächt

10.33 Uhr: Die russische Schwarzmeerflotte ist nach Ansicht Großbritanniens in einer schwachen Position. Der gemeldete ukrainische Angriff auf das Hauptquartier in Sewastopol auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim sei "der jüngste Rückschlag" für die Flotte, teilte das Verteidigungsministerium in London mit und erinnerte an den Verlust des Flaggschiffs "Moskwa" im April.

Mit Verweis auf den angeblichen ukrainischen Drohnen-Angriff auf Sewastopol hatte Russland seine Feierlichkeiten zum "Tag der Marine" auf der Krim abgesagt. Das britische Verteidigungsministerium kommentierte: "Nach den Berichten über abgesagte Paraden ist es unwahrscheinlich, dass die Schwarzmeerflotte neben ihren Kriegsaktivitäten noch hochkarätige öffentliche Veranstaltungen durchführen kann." Die ukrainische Marine hatte den Angriff dementierte und mitgeteilt, Russland habe den Vorfall "erfunden".

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Selenskyj sieht positives Signal im Ende der Getreide-Blockade

4.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich nach der Wiederaufnahme der Getreideexporte vorsichtig optimistisch, die globale Versorgungskrise lösen und die eigene Wirtschaft ankurbeln zu können. "Der Hafen hat begonnen zu arbeiten und dies ist ein positives Signal dafür, dass es eine Chance gibt, die Entwicklung der Nahrungsmittelkrise in der Welt zu stoppen", sagte Selenskyj am Montagabend in seiner täglichen Videobotschaft. Seinen Angaben nach warten 16 weitere Schiffe in den Häfen darauf, abgefertigt zu werden.

Selenskyj machte deutlich, dass die Umsetzung des Getreideabkommens, das ein Ende der russischen Seeblockade vorsieht, auch für die Ukraine von enormer Bedeutung ist. Es gehe nicht nur um Milliarden an Deviseneinnahmen. "Ungefähr eine halbe Million Ukrainer sind am Anbau der landwirtschaftlichen Exporterzeugnisse beteiligt, und wenn wir verwandte Industrien hinzufügen, dann sind das noch eine Million Arbeitsplätze zusätzlich", sagte er.

Kiew meldet Lieferung des ersten Mars-II-Raketenwerfers aus Deutschland

4.10 Uhr: Die Ukraine hat das erste Mehrfachraketenwerfersystem vom Typ Mars-II aus Deutschland erhalten. Dies teilte Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Zudem hätten die USA vier weitere Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars geliefert.

Deutschland hat der Ukraine insgesamt drei Mars-II-Systeme in Aussicht gestellt. Die Mehrfachraketenwerfer sind aus Sicht Kiews entscheidend im Kampf gegen Russland, das seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar gestartet hatte.

Ukraine-Krise – Die wichtigsten News zum Krieg

Özdemir: Brauchen permanent mehr Exportwege für Getreide aus Ukraine

3.15 Uhr: Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) hat die Notwendigkeit für den Ausbau alternativer Transportwege für Getreide aus der Ukraine betont. "Es geht um permanente Alternativen, nicht um temporäre", sagte der Grünen-Politiker der "Rheinischen Post" (Dienstag). "Ich will die EU-Kommission dafür gewinnen, den Ausbau alternativer Exportrouten zu forcieren." Die Ukraine dürfe in der Frage nicht weiter auf Russland angewiesen sein.

Angesichts der Wiederaufnahme der Getreideexporte in Folge des Abkommens zwischen den Kriegsgegnern Ukraine und Russland unter Vermittlung der Türkei und den Vereinten Nationen warnte Özdemir vor zu viel Zuversicht. "Jedes Transportschiff, das sicher ukrainische Häfen verlässt, ist ein Hoffnungsschimmer - für die Ukraine und für die hungernden Menschen in dieser Welt", sagte er. "Bei aller Hoffnung ist aber zu bedenken: Letztlich stützt man sich auf das Wort des Aggressors Putin – und was Putins Wort wert ist, erleben wir gerade schmerzlich."

Baerbock: Auslaufen des Getreide-Schiffs "kleine Geste der Humanität"

0.02 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat das Auslaufen des ersten Getreide-Schiffs aus dem Hafen von Odessa seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine begrüßt. Die unter Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei getroffene Vereinbarung darüber habe gezeigt, "dass sich auch in diesen brutalen Zeiten kleine Gesten der Humanität ermöglichen lassen", sagte Baerbock am Montag in New York.

"Es ist jetzt wichtig, dass dieser erste Getreideexport sicher auch weiter durch das Gewässer fahren kann." Sie fügte hinzu: "Wir haben auch gesehen, dass einen Tag nach Unterzeichnung des Getreide-Abkommens das russische Regime Odessa bombardiert hat. Deswegen ist in diesen Zeiten nichts gewiss." Es sei aber wichtig, alles zu versuchen, das Getreide aus der Ukraine herauszubekommen, sagte die Grünen-Politikerin. "Die Welt braucht dieses Getreide, denn dieser Krieg wird eben auch als Korn-Krieg geführt."

Liveblog zum Ukraine-Krieg von Montag, 1. August: USA geben weitere Militärhilfen in Höhe von 550 Millionen Dollar für Ukraine frei

22.34 Uhr: Die USA geben weitere Militärhilfen für die Ukraine im Wert von 550 Millionen Dollar (538 Millionen Euro) frei. Geliefert werden soll unter anderem mehr Munition für Raketenwerfer vom Typ Himars und für andere Waffen, teilte der für Themen der nationalen Sicherheit zuständige Sprecher des Weißen Hauses, John Kirby, am Montag mit.

Die Mehrfachraketenwerfer Himars, die auf bis zu 80 Kilometer entfernte Ziele schießen können, sind aus ukrainischer Sicht entscheidend im Kampf gegen Russland.

Damit beläuft sich die gesamte Militärhilfe, die der Ukraine seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden gewährt wurde, laut Pentagon auf mehr als 8,8 Milliarden US-Dollar.

Russland will Fahrt von Getreidefrachtern aus der Ukraine absichern

22.13 Uhr: Die russische Militärführung hat zugesagt, die Getreideausfuhren aus den ukrainischen Häfen wie angekündigt zu sichern. Russland ergreife alle "nötigen Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der zivilen Seefahrt und zur Verhinderung von Provokationen entlang der Überfahrtsroute", sagte ein Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums, Michail Misinzew, am Montag. Kurz zuvor war der erste Getreidefrachter seit Kriegsbeginn vor gut fünf Monaten aus einem ukrainischen Hafen ausgelaufen. Der Frachter wird in der Nacht zum Mittwoch zur Kontrolle in Istanbul erwartet.

Abgeordnete wollen "unfreundlichen" Staaten Adoption russischer Kinder verbieten

21.44 Uhr: Russische Abgeordnete wollen Bürgern aus "unfreundlichen" Staaten die Adoption russischer Kinder untersagen. Ein Gesetzentwurf dazu wurde am Montag auf der Website der Staatsduma, des Parlaments, veröffentlicht. Ein entsprechendes Gesetz für US-Bürger ist bereits seit 2012 in Kraft. Es wurde damals als Reaktion auf US-Sanktionen gegen russische Beamte beschlossen.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass wurden 2019 nur noch 240 russische Kinder von Ausländern adoptiert, 2012 waren es noch mehr als 2600 gewesen.

Seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine Ende Februar hat der Westen zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt. Moskau erweiterte daraufhin seine Liste "unfreundlicher" Staaten. Darauf stehen nun unter anderem alle EU-Mitgliedstaaten.

US-Außenminister Blinken: Russland betreibt "nukleares Säbelrasseln"

21.04 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat Russland vorgeworfen, seine Atomwaffen für rücksichtlose Kriegsdrohungen einzusetzen. Frühere Äußerungen von Kremlchef Wladimir Putin, wonach militärische Hilfe für die Ukraine beispiellose Folgen haben könne, seien gefährliches "nukleares Säbelrasseln", sagte Blinken am Montag zum Start der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NVV) in New York.

Die Aussagen stünden im Widerspruch zu internationalen Vereinbarungen. "In unserer Welt ist kein Platz für nukleare Abschreckung auf der Grundlage von Gewalt und Einschüchterung oder Erpressung. Wir müssen zusammenstehen, um dies abzulehnen."

Putin bestätigt Moskaus Verzicht auf Erstschlag mit Atomwaffen

19.35 Uhr: Trotz des Kriegs in der Ukraine hat Russland bekräftigt, keinen Atomkrieg starten zu wollen. "Wir gehen davon aus, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann und er niemals begonnen werden darf", schrieb Präsident Wladimir Putin in einem am Montag auf der Webseite des Kremls veröffentlichten Grußwort an die Teilnehmer der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York. Damit trat er seit Kriegsbeginn wachsenden Befürchtungen entgegen, dass Moskau in der Ukraine womöglich Atomwaffen einsetzen könnte.

Die Befürchtungen begründeten sich unter anderem darauf, dass Putin die russischen Atomstreitkräfte kurz nach dem Angriff auf das Nachbarland in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hatte. Zuvor hatte Russlands Führung einen atomaren Erstschlag stets ausgeschlossen und Einsatzpläne lediglich für einen sogenannten Gegenschlag präsentiert, also die militärische Antwort auf einen Angriff.

Nun betonte Putin, dass Russland seine Verpflichtungen als Gründungsmitglied des Atomwaffensperrvertrags erfülle und auch weiter erfüllen wolle. Zugleich forderte der Kremlchef "gleiche und unteilbare Sicherheit für alle Mitglieder der Weltgemeinschaft." Daneben sollten alle Länder, die die Bestimmungen des Sperrvertrags erfüllten, Zugang zur zivilen Nutzung der Atomkraft haben. Diese Forderung Putins zielte womöglich auf das zivile iranische Atomprogramm, das von Russland unterstützt wird.

Baerbock verurteilt Russlands atomare Drohungen

19.21 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat den Überfall Russland auf die Ukraine und dessen nukleare Drohungen scharf verurteilt. Russland gefährde alles, was der Atomwaffensperrvertrag in mehr als 50 Jahren erreicht habe, sagte Baerbock in New York.

Zum Auftakt einer Überprüfungskonferenz zum Sperrvertrag betonte die deutsche Außenministerin, dass sich die Ukraine zur Aufgabe seiner Atomwaffen verpflichtet habe. Die Anstrengungen für eine nukleare Abrüstung sowie der Sperrvertrag selbst stünden vor einer unsicheren Zukunft.

Dennoch müssten die Staaten weiter das Ziel verfolgen, eine Welt frei von Atomwaffen zu erreichen. "Wenn wir heute die Fahne der nuklearen Abrüstung einholen", wären der Atomwaffensperrvertrag und alles, wofür er steht, tot, unterstrich Baerbock.

Ukraine: Mehr als 40 Orte in Region Cherson zurückerobert

19.01 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Region Cherson nach Angaben des dortigen Gouverneurs in den vergangenen Wochen mehr als 40 Orte zurückerobert. Bislang seien 46 Ortschaften in der Region "befreit" worden, sagte der ukrainische Gouverneur Dmytro Butriy am Montag im staatlichen Fernsehen. Seit Wochen versucht die ukrainische Armee, die südliche Region zurückzuerobern, die an die 2014 von Russland annektierte Krim-Halbinsel angrenzt.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Moskau setzt britischen Ex-Premier David Cameron auf schwarze Liste

17.58 Uhr: Das russische Außenministerium hat Sanktionen gegen weitere 39 Politiker, Geschäftsleute und Journalisten aus Großbritannien verhängt. Der prominenteste Name auf der am Montag auf der offiziellen Webseite der Behörde veröffentlichten schwarzen Liste ist Ex-Premier David Cameron. Russland hatte zuvor bereits weite Teile der politischen Elite des Vereinigten Königreichs sanktioniert.

Die Ausweitung der Sanktionen begründete das Außenministerium in Moskau damit, dass die Betroffenen "den feindlichen Kurs Londons unterstützen, der auf die Dämonisierung unseres Landes und seine internationale Isolierung zielt". Allen Personen, die auf der Liste auftauchen, ist die Einreise nach Russland nun untersagt.

EU zahlt Ukraine neuen Milliardenkredit aus

17.31 Uhr: Die Europäische Union hat mit der Auszahlung eines weiteren Milliardenkredits an die Ukraine begonnen. Eine erste Überweisung in Höhe von 500 Millionen Euro sei am Montag erfolgt, teilte die zuständige EU-Kommission am Montag mit. Eine zweite über noch einmal 500 Millionen Euro werde an diesem Dienstag erfolgen.

Die Ukraine braucht das Geld nach EU-Angaben zum Beispiel dafür, um laufende Kosten etwa für Rentenzahlungen und den Betrieb von Krankenhäusern zu decken. Um das von Russland angegriffene Land zu entlasten, sollen die Zinskosten für das Darlehen aus dem EU-Haushalt bedient werden.

Medien: Zurückgetretener bekannter Kreml-Beamter auf Intensivstation

14.51 Uhr: Der nach Beginn des Ukraine-Kriegs zurückgetretene prominente Kreml-Beamte Anatoli Tschubais wird laut Medienberichten mit schweren gesundheitlichen Problemen in Europa in einem Krankenhaus behandelt. "Das ist natürlich eine traurige Nachricht, wir wünschen ihm baldige Genesung", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Angaben der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" zufolge wird Tschubais in einer Klinik auf der Mittelmeerinsel Sardinien behandelt, wo er zuvor Urlaub gemacht haben soll.

Am Sonntag hatte die prominente russische Moderatorin und frühere Präsidentenkandidatin Xenia Sobtschak unter Berufung auf Tschubais' Familie geschrieben, der 67-Jährige sei in "nicht stabilem Zustand" auf eine Intensivstation gebracht worden. "Ihm wurde schlecht. Seine Arme und Beine erlahmten plötzlich." Sobtschaks Angaben zufolge wurde der Raum, in dem sich Tschubais zuletzt aufhielt, von "Spezialisten in Chemie-Schutzanzügen" untersucht.

Angesichts dieser Beschreibungen entbrannten in sozialen Netzwerken Spekulationen darüber, ob der einstige Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin möglicherweise vergiftet worden sein könnte. Auch die "Repubblica" schrieb, es werde einem Vergiftungsverdacht nachgegangen. Mögliche Ursache von Tschubais' Unwohlsein könne aber auch eine seltene Nervenkrankheit sein, hieß es.

EU: Ende von Odessa-Blockade ist erster Schritt gegen Ernährungskrise

14.22 Uhr: Die Wiederaufnahme von Getreideexporten über den ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa ist nach Einschätzung der EU ein erster Schritt zur Linderung der durch Russlands Krieg ausgelösten Welternährungskrise. Man erwarte nun, dass das Abkommen vollständig umgesetzt werde und ukrainische Exporte an die Kunden in aller Welt wieder aufgenommen würden, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Montag in Brüssel. Dies sei notwendig, weil die negativen Folgen der Aggression Russlands gegen die Ukraine und der Blockade ukrainischer Häfen die schwächsten Menschen in Afrika, Asien und im Nahen Osten träfen.

Moskau: Westliche Waffensysteme in Ost- und Südukraine zerstört

12.58 Uhr: Russlands Armee hat in der Ukraine eigenen Angaben zufolge erneut westliche Militärtechnik zerstört. In der ostukrainischen Stadt Charkiw seien auf einem Werksgelände zwei Abschussanlagen für US-amerikanische Himars-Raketen getroffen worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Montag. Unweit der Schwarzmeer-Metropole Odessa hätten die russischen Truppen eine Vorrichtung für ebenfalls von den USA gelieferte Schiffsabwehrraketen des Typs Harpoon zerstört.

Die Aussagen ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Experten weisen darauf hin, dass die Himars-Raketenwerfer nur schwer zu orten und zu zerstören seien. Die ukrainischen Behörden hatten am Sonntag zwar berichtet, zwei russische Raketen seien von der annektierten Halbinsel Krim aus auf die Region Odessa abgefeuert worden. Ihrer Darstellung zufolge schlugen die Geschosse allerdings in einem Steinbruch ein.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Russen stoßen in Ostukraine weiter in Richtung Bachmut vor

11.46 Uhr: In der ostukrainischen Region Donezk haben die russischen Truppen Angaben aus Kiew zufolge ihre Angriffe in Richtung der Stadt Bachmut fortgesetzt. "Die Kämpfe dauern an", teilte der ukrainische Generalstab am Montag auf Facebook mit. Auch in der benachbarten Stadt Soledar habe es Vorstöße der Russen gegeben, die aber abgewehrt worden seien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der ukrainische Generalstab berichtete zudem von Kämpfen nordwestlich und westlich der unter russischer Kontrolle stehenden Großstadt Donezk. Die russischen Attacken bei Pisky und Marjinka seien jedoch ohne Erfolg geblieben, hieß es.

Entlang der gesamten Frontlinie in den Gebieten Charkiw, Donezk, Saporischschja und Cherson seien zudem ukrainische Stellungen in Dutzenden von Orten mit Artillerie beschossen worden. Die russische Luftwaffe bombardierte demnach mindestens drei Positionen.

Luftwaffe übernimmt Sicherung des Nato-Luftraums in Baltikum

11.06 Uhr: Die Luftwaffe hat am Montag zusammen mit Ungarn und Italien die Sicherung des Nato-Luftraums im Baltikum übernommen. Deutsche Militärmaschinen fliegen in dem Gebiet an den Grenzen zu Russland für die kommenden neun Monate bis April 2023 Patrouillen, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. Die Bundeswehr hatte dazu Ende Juli fünf Eurofighter auf den estnischen Stützpunkt Ämari verlegt.

Von der Leyen warnt vor Energieknappheit: Aufs Schlimmste vorbereiten

11.04 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor einer Zuspitzung der Energiekrise in der Europäischen Union im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gewarnt. "Da Russland bereits zwölf Mitgliedsländern (der EU) die Gaslieferungen ganz oder teilweise abgedreht hat, müssen wir uns alle auf die schlimmste Situation vorbereiten", erklärte von der Leyen im Interview der spanischen Zeitung "El Mundo" (Montagausgabe).

Der vorige Woche vereinbarte europäische Notfallplan zur Drosselung des Gaskonsums werde aber "dazu beitragen, unseren Bedarf an Wintervorräten zu decken". Sie betonte: "In nur einer Woche hat sich die EU darauf geeinigt, einen entscheidenden und beispiellosen Schritt zu unternehmen, um der Drohung von (Kremlchef Wladimir) Putin, die Gaslieferungen vollständig einzustellen, zu begegnen."

London: Russland sieht Front in Südukraine als Schwachstelle

9.19 Uhr: Auch Großbritannien sieht Anzeichen für eine Umgruppierung russischer Truppen vom Osten in den Süden der Ukraine. Russland habe offenbar die Front im südukrainischen Gebiet Saporischschja als Schwachstelle identifiziert, an der Verstärkungen nötig seien, teilte das Verteidigungsministerium in London am Montag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zum Montag von russischen Truppenverlegungen nach Süden berichtet.

Russland hatte bereits kurz nach Kriegsbeginn große Gebiete in der Südukraine besetzt. Zuletzt hatten ukrainische Truppen dort aber Gegenoffensiven begonnen und die russischen Streitkräfte auch dank der vom Westen gelieferten Artillerie unter Druck gesetzt.

Ende der Getreide-Blockade: Erstes Schiff verlässt ukrainischen Hafen

8.29 Uhr: Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat wieder ein Schiff mit Getreide den Hafen von Odessa verlassen. Das mit Mais beladene Frachtschiff "Razoni" sei am Montagmorgen in Richtung Libanon aufgebrochen, meldete der Sender CNN Türk unter Berufung auf das türkische Verteidigungsministerium.

Erstes Schiff mit Getreide verlässt Ukraine noch Montagmorgen

7.10 Uhr: Nach einem Abkommen zum Ende der ukrainischen Getreide-Blockade verlässt das erste mit Mais beladene Schiff nach Angaben der Türkei noch am Montagmorgen den Hafen von Odessa. Das unter der Flagge von Sierra Leone fahrende Frachtschiff "Razoni" werde den ukrainischen Hafen um 7:30 MESZ in Richtung Libanon verlassen, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Montag mit. Die Getreide-Lieferung erfolge im Rahmen des am 22. Juli geschlossenen Abkommens, weitere Exporte sollen folgen, hieß es.

Die Kriegsgegner Ukraine und Russland hatten unter Vermittlung der UN und der Türkei ein Abkommen unterzeichnet, um von drei Häfen Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Von der Vorjahresernte warten ukrainischen Angaben zufolge noch über 20 Millionen Tonnen Getreide auf die Ausfuhr. Der Hafenbetrieb wurde nach der russischen Invasion Ende Februar aus Sicherheitsgründen eingestellt. Die Ukraine warf Russland eine Blockade des Getreides vor. Wegen ausbleibender Getreidelieferungen befürchten die UN zunehmend Hungerkrisen auf der Welt.

Ukraine wirft Russland Raketenangriffe auf Region Odessa vor

5.05 Uhr: Der Stadtrat von Odessa teilte am Sonntag unter Berufung auf das Kommando Süd der ukrainischen Armee mit, zwei russische Raketen vom Typ "Iskander" seien von der von Russland annektierten Halbinsel Krim aus abgeschossen worden. Zu möglichen Opfern wurden keine Angaben gemacht. Moskau äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. In der Region Odessa liegen alle drei Häfen, über die infolge eines kürzlich erzielten Abkommens bald wieder Getreide über das Schwarze Meer exportiert werden soll.

Putin setzt neue Marine-Doktrin in Kraft

4.30 Uhr: In der russischen Ostsee-Metropole St. Petersburg hingegen wurde der Tag der Seestreitkräfte wie geplant gefeiert auch Kremlchef Wladimir Putin war angereist. Putin setzte eine neue Marine-Doktrin in Kraft, die Russlands Seegrenzen darunter in der Arktis und im Schwarzen Meer festlegen soll. Bei einer Parade mit Kriegsschiffen kündigte Putin zudem an, dass die neue Hyperschall-Seerakete "Zirkon" bald in den Dienst gestellt werde.

In der neuen Doktrin wurde festgeschrieben, dass das Streben der USA nach Dominanz auf den Weltmeeren eine "Herausforderung für die nationale Sicherheit Russlands" sei. Das von Putin feierlich unterzeichnete Dokument sieht auch vor, dass Russlands militärische Infrastruktur auf der Krim ausgebaut werden soll.

Liveblog zum Ukraine-Krieg vom Sonntag, 31. Juli: Selenskyj: Getreideernte halbiert

21.51 Uhr: Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj befürchtet drastische Einbussen bei der Getreideernte. Sein Land, ein großer Getreideexporteur, stemme sich gegen eine weltweite Nahrungsmittelkrise, die von der russischen Invasion ausgelöst worden sei, erklärte er auf Twitter. Doch bestehe die Gefahr, dass die Ernte nur halb so hoch wie gewöhnlich ausfallen werde.

Raketenangriff auf Odessa gemeldet

21.30 Uhr: Die Ukraine hat Russland Raketenangriffe auf Odessa vorgeworfen. Der Stadtrat von Odessa teilte am Sonntag unter Berufung auf das Kommando Süd der ukrainischen Armee mit, zwei russische Raketen vom Typ "Iskander" seien von der Halbinsel Krim aus abgeschossen worden. Laut der Odessaer Gebietsverwaltung schlugen die Geschosse in einem Steinbruch ein. Zu möglichen Opfern wurden keine Angaben gemacht. Aus Moskau gab es keine offizielle Reaktion. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

1348 zivile Todesopfer allein in Kiew

21.13 Uhr: Die Zahl der zivilen Todesopfer des russischen Angriffskriegs beträgt allein in Kiew 1348. Das berichtet The Kyiv Independent. In einen Tweet verweist das Medium auf Andriy Nebytov, Polizeichef der Region Kiew: Nach seinen Angaben werden 300 Einwohner der ukrainischen Hauptstadt weiterhin vermisst. Ende April hatten die russischen Truppen den Sturm auf Kiew abgebrochen.

Erster Getreidefrachter soll frühestens am Montag ablegen

17.15 Uhr: Frühestens am Montag könnte ein erstes ukrainisches Schiff mit Getreide wieder einen Heimathafen verlassen. Das sagte ein Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan dem Sender Kanal 7. Es gebe indes noch Details zu klären.

Putin: Moderne Hyperschall-Rakete für russische Flotte "in den kommenden Monaten"

14.31 Uhr: Die russische Flotte wird laut Präsident Wladimir Putin schon bald mit Hyperschall-Raketen vom Typ Zirkon ausgestattet. "Ihre Auslieferung an die russischen Streitkräfte wird in den nächsten Monaten beginnen", sagte Putin am Sonntag bei einer Marineparade in St. Petersburg. Diese hochmoderne Waffe kenne "kein Hindernis".

Die russische Marine sei in der Lage, "jedem, der sich entschließt, unsere Souveränität und Freiheit zu verletzen, einen vernichtenden Gegenschlag zu versetzen", sagte Putin. Zugleich werde das militärische Material "ständig perfektioniert".

Polnischer Grenzschutz: 5,15 Millionen Einreisen aus der Ukraine

12.09 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind von dort 5,15 Millionen Menschen nach Polen ausgereist. In der Gegenbewegung seien 3,25 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer über die Grenze in ihre Heimat zurückgekehrt, teilte der polnische Grenzschutz am Sonntag in Warschau mit. Dabei hing die Zahl der Grenzübertritte seit dem 24. Februar jeweils davon ab, wie gefährdet sich die Zivilbevölkerung in der Ukraine fühlte. Am Samstag reisten den Angaben nach 25.400 Menschen nach Polen aus, 29.900 kehrten in die Ukraine zurück.

Rotes Kreuz wartet auf Zugang zu angegriffenem Gefängnis Oleniwka

12.00 Uhr: Das Rote Kreuz hat nach dem Angriff auf ein Gefangenenlager im Osten der Ukraine zunächst vergeblich auf Zugang zu den Verletzten gewartet. "Um es klar zu sagen: Unserem Ersuchen um Zugang zu den Kriegsgefangenen aus dem Gefängnis Oleniwka wurde gestern nicht stattgegeben", twitterte die Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in der Ukraine am Samstagabend. Das russische Verteidigungsministerium sagte dagegen in Moskau, es habe das IKRK zu einem Besuch eingeladen.

Putin setzt neue Marine-Doktrin in Kraft - Parade mit Kriegsschiffen

11.40 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat zum Tag der Seestreitkräfte in St. Petersburg eine neue Marinedoktrin in Kraft gesetzt. Dort seien auch Russlands Seegrenzen, darunter in der Arktis und im Schwarzen Meer festgelegt worden. "Den Schutz werden wir hart und mit allen Mitteln gewährleisten", betonte der Kremlchef bei einer Parade mit Kriegsschiffen am Sonntag. Zugleich kündigte er an, dass die neue Hyperschall-Seerakete "Zirkon" bald in den Dienst gestellt werde. Die Lieferung der Raketen beginne in den nächsten Monaten, als erste werde die Fregatte "Admiral Gorschkow" damit ausgerüstet.

In der neuen Doktrin wurde festgeschrieben, dass das Streben der USA nach Dominanz auf den Weltmeeren eine "Herausforderung für die nationale Sicherheit Russlands" sei. Das von Putin feierlich unterzeichnete Dokument sieht auch vor, dass die militärische Infrastruktur auf der annektieren Schwarzmeer-Halbinsel Krim ausgebaut werde. Laut der Doktrin ist zudem der Bau von modernen Flugzeugträgern vorgesehen.

Ukraine bestreitet Angriff auf russische Schwarzmeerflotte in Sewastopol

11.14 Uhr: Die Ukraine hat bestritten, am Sonntagmorgen den Generalstab der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol angegriffen zu haben. Die russischen Anschuldigungen seien "eine absichtliche Provokation", sagte ein Sprecher der Regionalverwaltung von Odessa in einem auf Telegram veröffentlichten Video. "Die Befreiung der besetzten ukrainischen Krim wird auf eine andere, viel effektivere Weise erfolgen."

Der Gouverneur der von Russland annektierten Halbinsel, Michail Raswosschjew, hatte zuvor erklärt, bei einem Drohnenangriff auf das Flottenhauptquartier in Sewastopol seien fünf Menschen verletzt worden. Später war von sechs Verletzten die Rede. Raswosschjew machte "ukrainische Nationalisten" dafür verantwortlich, die Russland "den Tag der russischen Flotte verderben" wollten.

Ukraine meldet erneuten "massiven" Beschuss auf Mykolajiw

9.06 Uhr: Die ukrainischen Behörden haben erneute heftige Angriffe auf die südliche Stadt Mykolajiw gemeldet. Die Stadt sei am Sonntagmorgen "massiv" und "wahrscheinlich so stark wie nie" unter Beschuss genommen worden, erklärte der Bürgermeister Oleksandr Senkewytsch im Online-Dienst Telegram. "Starke Explosionen waren nach 1 Uhr nachts und gegen 5 Uhr morgens zu hören."

Demnach wurde eine Reihe von Wohngebäuden beschädigt. "An den getroffenen Orten brachen mehrere Brände aus." Angaben zu Verletzten oder Toten machte der Bürgermeister zunächst nicht. Im Krankenhaus in Mykolajiw erlagen zwei Männer ihren Verletzungen durch einen Angriff auf eine Bushaltestelle am Freitag. Die Zahl der Todesopfer dieses Angriffs stieg damit auf sieben.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Krim: Ukrainer greifen russische Flotte mit Drohne an

7.27 Uhr: Auf der von der Ukraine beanspruchten Halbinsel Krim ist nach russischen Angaben in der Stadt Sewastopol der Stab der Schwarzmeerflotte mit einer Drohne angegriffen worden. Fünf Menschen seien dabei am Sonntag verletzt worden, teilte der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, in seinem Blog im Nachrichtenkanal Telegram mit. Die Drohne sei in einem Hof des Stabquartiers eingeschlagen. Russland hatte die Krim 2014 annektiert.

Nach vorläufigen Erkenntnissen handele es sich bei dem Angriffsobjekt um eine Drohne, teilte Raswoschajew mit. Bei den Verletzten handele es sich um Mitarbeiter des Stabs der russischen Schwarzmeerflotte. Tote gebe es nicht. "Ich bitte darum, die Ruhe zu bewahren und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben", schrieb Raswoschajew. Der Inlandsgeheimdienst FSB arbeite an der Aufklärung des Falls.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Libanon setzt Schiff mit ukrainischem Getreide fest

7.14 Uhr: Im Libanon ist am Samstag ein unter syrischer Flagge fahrendes Schiff mit einer Ladung Getreide auf Antrag der ukrainischen Botschaft in Beirut festgesetzt worden. Der Staatsanwalt Ghassan Queidat habe die Polizei mit Ermittlungen zur Ladung der im Hafen von Tripoli eingelaufenen "Laodicea" beauftragte, sagte ein Justizbeamter. Er "ordnete die Beschlagnahme des Schiffes an, bis die Untersuchung abgeschlossen ist".

Laut dem ukrainischen Botschafter Ihor Ostasch stammt das geladene Getreide aus von Russland besetzten Gebieten seines Landes. Der Diplomat hatte sich am Donnerstag wegen der "illegalen" Ladung des Schiffes an den libanesischen Präsidenten Michel Aoun gewandt. Dem Justizbeamten zufolge wurde die libanesische Polizei angewiesen, für ihre Ermittlungen mit der ukrainischen Botschaft zusammen zu arbeiten.

Selenskyj fordert Bevölkerung zum Verlassen der Region Donezk auf

2.43 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bewohner der Region Donezk aufgefordert, das Gebiet im Osten der Ukraine zu verlassen. "Bitte, evakuieren Sie", sagte er am Samstagabend in einer Videoansprache. "In dieser Phase des Krieges ist der Terror eine der Hauptwaffen Russlands." Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk hatte zuvor die Zwangsevakuierung der gesamten Bevölkerung der Region Donezk angekündigt.

"Je mehr Menschen jetzt die Region verlassen, desto weniger Menschen wird die russische Armee töten", erklärte der Präsident. Die örtlichen Behörden würden bei der Evakuierung helfen, versprach der Präsident. "Wir sind nicht Russland. Wir werden alles tun, um so viele Menschenleben wie möglich zu retten und den russischen Terror so weit wie möglich einzuschränken."

Liveblog zum Ukraine-Krieg von Samstag, 30. Juli: Ukraine äußert schwere Vorwürfe

20.46 Uhr: Nach dem Angriff auf ein Gefängnis in der Ostukraine mit dutzenden Toten hat die Ukraine die UNO und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zum Handeln aufgefordert. Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte am Freitagabend an beide Organisationen: "Sie müssen das Leben von Hunderten von ukrainischen Kriegsgefangenen schützen." Laut ukrainischen Angaben ist Russland für den Angriff verantwortlich, Moskau bestreitet dies jedoch.

Selenskyj nannte den Beschuss des Haftanstalt in Oleniwka im von pro-russischen Separatisten besetzten Osten der Ukraine einen "vorsätzlichen Massenmord an ukrainischen Kriegsgefangenen". Die UNO und das IKRK, die beim Rückzug der Kämpfer aus dem Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol "für das Leben und die Sicherheit unserer Soldaten garantiert" hätten, müssten nun reagieren.

In dem Gefängnis befanden sich viele Kämpfer des Asow-Regiments, das sich im Mai ergeben hatte. Laut Selenskyj wurden bei dem Angriff am Freitag mehr als 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet, Moskau sprach am Samstag von 50 Toten und 73 Schwerverletzten.

Russland hatte am Freitag davon gesprochen, dass Kiew das Gefängnis mit von den USA gelieferten Raketen getroffen habe, um ukrainische Soldaten davon abzuhalten, sich Russland zu ergeben. Das Verteidigungsministerium in Moskau machte am Samstag Selenskyj persönlich "politisch und moralisch" für den Angriff verantwortlich.

"Putin"-Rufe - Türkei-Club will sich nicht entschuldigen

19.48 Uhr: Nach "Wladimir Putin"-Rufen durch Fans von Fenerbahce Istanbul beim Spiel gegen Dynamo Kiew hat sich der Club vom Verhalten der Fans distanziert - bei der Ukraine entschuldigen will sich Vereinspräsident Ali Koc aber nicht. "Meiner Meinung nach waren es unangebrachte, unnötige Rufe. Sie waren weit entfernt von der Identität und den Werten von Fenerbahce. Aber was sollen wir machen, den Menschen den Mund mit einem Reißverschluss verschließen?", sagte Koc am Samstag nach Angaben der Sportzeitung "Fanatik". "Wir werden uns nicht bei der Ukraine entschuldigen." Koch betonte zudem, dass die ukrainischen Spieler die Fans mehrmals provoziert hätten.

Die Haltung von Fenerbahce sei klar, sagte Koc weiter. "Wir stehen auf der Seite von niemanden, wir sind gegen den Krieg, wir sind auf der Seite der Menschlichkeit. So klar ist unsere Haltung."

Zahlreiche Fenerbahce-Anhänger hatten in der zweiten Halbzeit der Partie der zweiten Champions-League-Qualifikationsrunde am Mittwochabend in Istanbul den Namen des russischen Präsidenten Wladimir Putin skandiert. Witalij Bujalskyj (57. Minute) hatte Kiew in Führung gebracht, anschließend gab es die "Wladimir Putin"-Rufe von der Tribüne. Fenerbahce hatte sich von dem Verhalten der Fans distanziert. Die Fußball-Union UEFA will wegen des Vorfalls eine disziplinarische Untersuchung einleiten.

Bundesamt warnt vor längeren AKW-Laufzeiten

16.30 Uhr: Der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), Wolfram König, hat sich gegen verlängerte Laufzeiten von Atomkraftwerken ausgesprochen. "Eine solche Abschätzung müsste nicht nur die Sicherheit der Atomkraftwerke berücksichtigen, sondern auch die Entsorgung der radioaktiven Abfälle", schreibt König in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "In beiden Fällen wären die gesamtgesellschaftlichen Kosten für einen Weiterbetrieb der Anlagen erheblich."

Der mühsam errungene gesellschaftliche Konsens würde auch grundsätzlich infrage gestellt werden, mahnte er. Angesichts der drohenden Gasknappheit infolge des Ukraine-Krieges wird über eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten diskutiert. Die drei verbliebenen deutschen Kraftwerke, Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg, Emsland in Niedersachsen und Isar 2 in Bayern, müssen eigentlich bis Ende 2022 heruntergefahren werden.

Russland veröffentlicht Liste mit Namen von Toten

14.37 Uhr: Einen Tag nach dem Angriff auf ein Lager mit ukrainischen Kriegsgefangenen hat Russlands Verteidigungsministerium eine Liste mit den Namen von 50 Toten und 73 Verletzten veröffentlicht. Bei dem Angriff mit einem Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars sei der Großteil der 193 Kriegsgefangenen in Oleniwka im Gebiet Donezk getötet oder verletzt worden, teilte das Ministerium mit. Moskau macht das ukrainische Militär für den Angriff verantwortlich. Kiew sagt, "das Kriegsverbrechen" gehe auf das Konto Russlands.

Ukraine meldet nächtlichen Beschuss im Süden und Osten

12.45 Uhr: Ukrainische Stellen haben mehrere Angriffe der russischen Streitkräfte in der Nacht zum Samstag gemeldet. Durch den Beschuss eines Wohnviertels im südlichen Mykolajiw seien ein Zivilist getötet und sechs weitere verletzt worden, erklärte der Regionalgouverneur Vitali Kim. Mykolajiw war in den vergangenen Wochen fast täglich angegriffen worden. Bei einem Angriff in der Nähe einer Bushaltestelle waren dort am Freitag sieben Menschen getötet worden.

Nach Angaben des Bürgermeisters der nordöstlichen Großstadt Charkiw, Ihor Terechow, gingen dort am frühen Morgen drei S-300-Raketen auf einer Schule nieder. Zu möglichen Toten oder Verletzten machte er zunächst keine Angaben. Laut dem Gouverneur der Region Charkiw, Oleg Sinegubow, schlugen in der Nacht zum Samstag mindestens fünf Raketen in der Stadt ein.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Britischer Geheimdienst: Russland gerät an seine Grenzen

12.40 Uhr: Nach Darstellung des britischen Geheimdienstes und der Regierung in London gerät Russland in der Ostukraine zunehmend an seine Grenzen. Moskau müsse auf veraltetes Kriegsmaterial aus Sowjetzeiten zurückgreifen und habe Zehntausende Soldaten bereits verloren. Da die Armee keine anderen Möglichkeiten mehr habe, greife man Städte und andere Ziele mit Raketen an, die viele ukrainische Zivilisten treffen.

Ukraine greift russische Truppen im Süden an

10.13 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte gehen nach eigenen Angaben im Süden des Landes verstärkt gegen russische Truppen vor. Mit der Zerstörung einer Eisenbahnbrücke über den Fluss Dnipro seien die Besatzungstruppen von der Versorgung auf dem Schienenweg abgeschnitten, teilte das ukrainische Militär mit. In der Region Cherson hätten ukrainische Kräfte am Freitag außerdem mehr als 100 russische Soldaten getötet sowie zwei Munitionslager und sieben Panzer zerstört.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

US-Gesandte: Russland will die Ukraine ausradieren

9.43 Uhr: Russland will nach US-Einschätzung die Ukraine von der Weltkarte tilgen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, sagte vor dem Weltsicherheitsrat, an dieser Absicht dürfe es keinen Zweifel mehr geben. Die Vereinigten Staaten sähen zunehmend Anzeichen dafür, dass Russland die ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk sowie die südlichen Regionen Cherson und Saporischschja vollständig annektieren wolle, so Thomas-Greenfield. Dies solle unter anderem durch die Einsetzung illegitimer Stellvertreter in den von Russland kontrollierten Gebieten geschehen.

Ziel sei es, Scheinreferenden oder Dekrete zum Anschluss an Russland abzuhalten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe dieses Kriegsziel offiziell genannt, erklärte die UN-Botschafterin.Lawrow hatte auf einem arabischen Gipfeltreffen in Kairo gesagt, das übergeordnete Ziel in der Ukraine bestehe darin, das Volk von seinem "inakzeptablen Regime" zu befreien. Dabei deutete er an, dass das Vorhaben Russlands über den Donbass im Osten hinausgeht.

Strack-Zimmermann kritisiert Kanzleramt als Bremser bei Waffenlieferungen an Ukraine

5.39 Uhr: Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat das Bundeskanzleramt als Bremser bei den Waffenlieferungen in die Ukraine bezeichnet. "Die schmalste Stelle, die Deutschlands militärisches Engagement verlangsamt, ist, aus welchen Gründen auch immer, in der Tat das Kanzleramt", sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages den Zeitungen der Mediengruppe Bayern vom Samstag. "Dieses Haus ist der Dreh- und Angelpunkt der Entscheidungen. Dort laufen die Fäden zusammen und von dort werden die Signale gesetzt."

Ex-US-General Petraeus: Ukraine kann Gebiete von Russen zurückerobern

2.28 Uhr: Der ehemalige US-General David Petraeus hält es für möglich, dass die Ukraine im Angriffskrieg von Russland eingenommene Gebiete zurückholen kann. "In der Tat scheint es immer wahrscheinlicher, dass die ukrainischen Streitkräfte einen Großteil, wenn nicht sogar alle Gebiete zurückerobern könnten, die in den letzten Monaten von den russischen Streitkräften eingenommen wurden", sagt er der "Bild".

"Wenn die Nato und andere westliche Staaten weiterhin Ressourcen im derzeitigen Tempo bereitstellen, ... werden die ukrainischen Streitkräfte meines Erachtens in der Lage sein, weitere russische Vorstöße zu stoppen und damit beginnen, die seit dem 24. Februar von den Russen eroberten Gebiete zurückzuerobern", sagte Petraeus. Russland hatte Ende Februar seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland gestartet.

CNN: Moskau bringt Tiergartenmord in Gesprächen mit USA ins Spiel

1.25 Uhr: Moskau soll in Verhandlungen über die Freilassung zweier in Russland inhaftierter US-Amerikaner einem Medienbericht zufolge die Überstellung des verurteilten Russen im sogenannten Tiergartenmordfall gefordert haben. Das berichtete der US-Sender CNN am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Quellen.

Russland hat den USA diese Forderung demnach bereits Anfang des Monats über informelle Geheimdienstkanäle unterbreitet. Das Ersuchen ist dem Bericht zufolge unter anderem als problematisch eingestuft worden, da der heute 56-Jährige in Deutschland im Gefängnis sitzt. Zusätzlich verlange Moskau die Freilassung des in den USA inhaftierten russischen Waffenhändlers Viktor Bout.

Selenskyj: "Vorsätzliches russisches Kriegsverbrechen"

1.13 Uhr: Nach dem folgenschweren Angriff auf ein Gefängnis im Osten der Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland vorgeworfen, damit vorsätzlich ein Kriegsverbrechen begangen zu haben. "Ich habe heute die Informationen über den Angriff der Besatzer auf Oleniwka in der Region Donezk erhalten", sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videoansprache. "Das ist ein vorsätzliches russisches Kriegsverbrechen, ein vorsätzlicher Massenmord an ukrainischen Kriegsgefangenen." Der ukrainischen Präsident nannte die Zahl von "mehr als 50 Toten".

Die Haftanstalt in Oleniwka, in der ukrainische Kriegsgefangene festgehalten wurden, war gestern bombardiert worden. Danach beschuldigten sich Russland und die Ukraine gegenseitig, für den Angriff verantwortlich zu sein.

Liveblog zum Ukraine-Krieg von Freitag, 29. Juli: Entwicklungsministerin kritisiert Lawrows Behauptungen zur Hungerkrise in Afrika

22.49 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze hat Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow anlässlich seiner Afrika-Reise scharf kritisiert. "Der russische Außenminister reist durch Afrika und behauptet, der Westen hätte mit seinen Sanktionen den Hunger verursacht", sagte sie dieser Redaktion. Dabei sei nicht zu leugnen, "dass der russische Angriffskrieg die ohnehin große Not noch einmal deutlich verschärft hat".

Die SPD-Politikerin erklärte, in einer solchen Situation sei es entscheidend, "dass wir gegenüber unseren Partnerländern deutlich machen können, wer das Problem verursacht hat und wer an Lösungen arbeitet". Lawrow hatte in dieser Woche vier afrikanische Staaten besucht: Ägypten, Äthiopien, Uganda und die Republik Kongo. Dabei machte er immer wieder den Westen für die Kämpfe in der Ukraine und die Getreidekrise verantwortlich.

Angriff auf Gefängnis: Kriegsparteien werfen sich Schuld gegenseitig vor

22.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Tötung Dutzender Kriegsgefangener in einem Lager im Gebiet Donezk verurteilt und Russland dafür verantwortlich gemacht. "Dies ist eine weitere Bestätigung, dass Russland ein Terrorstaat ist", sagte Selenskyj am Freitagabend einer Mitteilung in seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram zufolge. "Es gibt ausreichend Beweise, dass dies ein geplantes Verbrechen war." Mehr als 50 ukrainische Verteidiger seien auf zynische Weise ermordet worden.

Russland wiederum gab der Ukraine die Schuld an dem Angriff. Demnach soll das Gebäude mit den Gefangenen mit einem von den USA gelieferten Mehrfachraketenwerfer vom US-Typ Himars beschossen worden sein. Der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski sagte am Freitag bei einer Sitzung des wichtigsten Gremiums der Vereinten Nationen, dass die mehr als 50 Menschen durch Waffen getötet worden seien, die die Vereinigten Staaten Kiew geliefert hatten.

US-Außenminister: Akzeptieren keine weitere Annexionen der Ukraine

21.52 Uhr: Bei dem Gespräch zwischen Anthony Blinken und Sergej Lawrow betonte der US-Minister nach eigenen Angaben, Lawrow deutlich gesagt zu haben, dass die USA russische Pläne, weiteres Territorium der Ukraine zu annektieren, nicht akzeptieren würden. "Die Welt wird Annexionen nicht anerkennen. Wir werden Russland weitere erhebliche Kosten auferlegen, wenn es mit seinen Plänen fortfährt", sagte Blinken. "Und wie immer sind wir bereit, mit der Ukraine und anderen zusammenzuarbeiten, um alle sinnvollen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges zu unterstützen - um die Aggression zu beenden", so Blinken weiter.

Nach Angaben des russischen Außenministeriums beklagte Lawrow bei dem Gespräch, dass die an die Ukraine gelieferten schweren Waffen des Westens Kinder im Kriegsgebiet töten würden. Er habe Blinken auch über den Gang der "militärischen Spezial-Operation" in der Ukraine unterrichtet. Der russische Chefdiplomat habe betont, dass alle Ziele in dem Land erreicht würden. Die USA unterstützen die Ukraine bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg mit schweren Waffen. Der Konflikt würde dadurch nur in die Länge gezogen und die Zahl der Opfer erhöht, so Lawrow.

US-Außenminister spricht erstmals seit Kriegsbeginn mit Lawrow

20.11 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat erstmals seit Beginn des Kriegs in der Ukraine mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gesprochen. Es habe am Freitagmorgen (Ortszeit) ein "offenes und direktes Gespräch" über ein Angebot zur Freilassung der in Russland inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und des amerikanischen Staatsbürgers Paul Whelan gegeben, sagte Blinken in Washington.

"Ich habe den Kreml gedrängt, den substanziellen Vorschlag zu akzeptieren, den wir (...) gemacht haben." Das russische Außenministerium bestätigte das Telefonat der beiden Chefdiplomaten.

Erdgas für Europa: Afrikanische Staaten wollen Pipeline bauen

17.48 Uhr: Die afrikanischen Staaten Algerien, Niger und Nigeria wollen eine lang geplante Erdgas-Pipeline durch die Sahara bauen. Die drei Länder unterzeichneten dafür eine Absichtserklärung, wie die staatliche Nachrichtenagentur in Algerien am Donnerstagabend bekannt gab.

Die 4000 Kilometer lange Pipeline soll in kurzer Zeit fertig gestellt werden, sagte demnach der algerische Minister für Energie und Bergbau, Mohammed Arkab. Einen genauen Zeitplan nannte er nicht. Nach Angaben aus Algerien, dem weltweit zehntgrößten Erdgasproduzenten, soll die Pipeline an Europa angebunden werden und jährlich 30 Milliarden Kubikmeter Gas liefern können.

Gericht in der Ukraine senkt Strafmaß für russischen Kriegsverbrecher

17.10 Uhr: In der Ukraine hat ein Berufungsgericht das Strafmaß für einen russischen Kriegsverbrecher gesenkt. Die lebenslange Freiheitsstrafe wurde auf 15 Jahre reduziert, teilte das Gericht am Freitag mit. Das komplette Urteil werde Anfang August veröffentlicht.

Der 21-Jährige war im Mai nach einem Geständnis als erster russischer Kriegsverbrecher in der Ukraine verurteilt worden. Ende Februar hatte der Soldat demnach einen 62-jährigen Zivilisten erschossen. Russland war kurz zuvor in die Ukraine einmarschiert. Der russische Angriffskrieg geht inzwischen in den sechsten Monat.

Gas fließt trotz deutlicher Lieferreduzierung weiter in Speicher

16.50 Uhr: Trotz stark reduzierter Liefermengen aus Russland fließt weiter Gas in die deutschen Speicher. Vom vergangenen Dienstag auf Mittwoch habe sich der Füllstand leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 67,5 Prozent erhöht, berichtete die Bundesnetzagentur am Freitag in ihrem täglichen Gas-Lagebericht. Seit Mittwoch liegen die Liefermengen aus der Ostseepipeline Nord Stream 1 nur noch bei etwa 20 Prozent der Kapazität.

Eine neue Verordnung sieht vor, dass die deutschen Speicher am 1. September zu mindestens 75 Prozent gefüllt sein müssen. Um das Ziel zu erreichen, müssen damit rein rechnerisch bis zum 31. August täglich gut 0,2 Prozentpunkte hinzukommen.

Seit Kriegsbeginn 31 Reisen deutscher Extremisten in die Ukraine registriert

16.15 Uhr: Seit Kriegsbeginn haben die Sicherheitsbehörden einem Bericht zufolge 31 Reisen von "Personen mit extremistischen Bezügen" aus Deutschland in die Ukraine registriert. Nach Erkenntnissen von Bundespolizei, Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz wollten acht von ihnen an Kampfhandlungen teilnehmen, bei zweien lägen "konkrete Anhaltspunkte" vor, dass sie diesen Plan in die Tat umgesetzt haben", berichtete der "Spiegel" am Freitag aus seiner neuen Ausgabe.

Sechs Personen hielten sich demnach "wahrscheinlich" noch in der Ukraine auf. Bei fünf weiteren sei die Reise gescheitert oder habe gestoppt werden können - etwa durch eine "behördliche Ausreiseuntersagung" mit Sicherstellung des Reisepasses.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.morgenpost.de.

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