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Ukraine-Krieg: Mehr als 1,5 Millionen Haushalte ohne Strom

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Putin besucht Trainingszentrum für einberufene Soldaten

Putin besucht Trainingszentrum für einberufene Soldaten

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag zum ersten Mal seit der Teilmobilisierung ein Trainingszentrum für einberufene Soldaten besucht. In einem Schießzentrum in der südöstlich von Moskau gelegenen Region Rjasan spricht Putin unter anderem mit den Soldaten vor Ort.

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Berlin   Nach Angriffen auf die ukrainische Energieversorgung sind ganze Regionen ohne Strom. Russland evakuiert derweil die Stadt Cherson.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes haben mehr als anderthalb Millionen Haushalte nach erneuten Angriffen Russlands auf die Ukraine keinen Strom mehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „massiven Angriff“, bei dem Russland 36 Raketen abgefeuert habe.

„Der Aggressor hört nicht auf, unser Land zu terrorisieren“, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag in Kiew mit. Nach Angaben der Präsidialverwaltung waren im Land rund 1,5 Millionen Kunden des Energieversorgers Ukrenerho ohne Strom. Selenskyjs Berater Mychajlo Podoljak sagte, Russland versuche, Ukrainer zu einer neuen massenhaften Flucht nach Europa zu drängen.

„Der einzige Weg, eine humanitäre Katastrophe zu stoppen, ist die schnelle Lieferung von Flugabwehrsystemen und zusätzlichen Raketen“, sagte Podoljak. Befürchtet wird, dass die Menschen wegen Kälte und Dunkelheit infolge der fehlenden Energie noch schwerer als ohnehin schon in Not geraten und die Flucht ergreifen.

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Ukraine-Krieg: Erneute Angriffe auf Infrastruktur

Russland hat nach ukrainischen Angaben am Samstag erneut Infrastruktur der Energieversorgung im Westen der Ukraine angegriffen. Bei den Raketenangriffen seien mehrere Energieanlagen getroffen worden, meldete der Versorger Ukrenergo. Beamte in mehreren Regionen berichteten von Stromausfällen.

Das Ausmaß der Schäden sei „mit den Folgen der Angriffe vom 10. bis 12. Oktober vergleichbar oder könnte diese sogar noch übertreffen“, erklärte Ukrenergo in den Online-Netzwerken. Bisher seien rund 670.000 Stromabnehmer in der Region Chmelnyzkyj von der Versorgung abgekoppelt, erklärte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Timoschenko. Auch aus sechs weiteren Regionen meldete er teils hunderttausende Haushalte ohne Elektrizität.

Russland hatte Anfang vergangener Woche Städte im ganzen Land massiv angegriffen und dabei vor allem auf die Infrastruktur zur Energieversorgung abgezielt. Erstmals seit Monaten wurden auch die Hauptstadt Kiew und die westukrainische Stadt Lwiw wieder getroffen. Zeitweise wurde die Stromversorgung rationiert.

Ukraine-Krieg: Russland evakuiert Zivilbevölkerung von Cherson

In der südukrainischen Stadt Cherson haben die pro-russischen Behörden derweil alle Zivilisten dazu aufgefordert, die Stadt "sofort" zu verlassen. Grund war der Vormarsch der ukrainischen Streitkräfte. Die Stadt liegt in der gleichnamigen südukrainischen Region Cherson, die Moskau für annektiert erklärt hat.

Wegen der angespannten Lage an der Front, der erhöhten Gefahr von Bombardierungen der Stadt und der „Bedrohung durch terroristische Anschläge“ müssten alle Zivilisten die Stadt umgehend verlassen und zur linken Seite des Fluss Dnipro übersetzen, erklärten die Behörden im Online-Netzwerk Telegram. Die Evakuierungen über den an Cherson grenzenden Fluss sind seit Mittwoch in Gange. (dpa/afp/freba)

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.morgenpost.de.

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