Ukraine-Krieg

Kampfjets zerstört: Hat die Ukraine eine Geheimwaffe?

| Lesedauer: 3 Minuten
Ukrainische Region Cherson auf russisches Fernsehen umgestellt

Ukrainische Region Cherson auf russisches Fernsehen umgestellt

Das russische Militär hat den letzten TV-Sendemasten in der Region Cherson im Süden der Ukraine auf russisches Fernsehen umgestellt. Bald könnte es dort ein Referendum geben, in dem es um einen Anschluss an Russland geht.

Beschreibung anzeigen

Berlin.  Auf der Krim wurden russische Kampfjets zerstört. Stecken westliche Raketenwerfer dahinter? Oder hat die Ukraine eine Geheimwaffe?

Russland soll mindestens sieben Kampfjets auf einer Militärbasis auf der Krim verloren haben. Das belegen westliche Satellitenbilder.

Die Russen führen die Zerstörung auf einen Verstoß gegen die Brandschutzbestimmungen zurück. Eine Standard-Formel, um peinliche Verluste zu kaschieren. Schon der Untergang des Flaggschiffs "Moskwa" im April wurde so "erklärt".

Die drei Explosionen heizten weltweit Spekulationen an. Der Stützpunkt nahe der Stadt Saki liegt rund 300 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernt. Verfügen die Ukrainer über eine Geheimwaffe mit einer derart hohen Reichweite?

In Videos ist ein zerstörtes Kampfflugzeug zu sehen

Der von den USA gelieferte Mehrfachraketenwerfer Himars kann nur Ziele in einer Entfernung bis 80 Kilometer erreichen. Die amerikanischen Streitkräfte haben allerdings spezielle Munition für die Waffensysteme mit einer Reichweite von bis 300 Kilometern. Die US-Regierung hatte jedoch eine Weitergabe an Kiew bislang abgelehnt. Die Befürchtung: Die Ukrainer könnten damit ussisches Territorium angreifen. Dies würde die Gefahr einer Eskalation des Krieges erhöhen.

Land Ukraine
Kontinent Europa
Hauptstadt Kiew
Fläche 603.700 Quadratkilometer (inklusive Ostukraine und Krim)
Einwohner ca. 41 Millionen
Staatsoberhaupt Präsident Wolodymyr Selenskyj
Regierungschef Ministerpräsident Denys Schmyhal
Unabhängigkeit 24. August 1991 (von der Sowjetunion)
Sprache Ukrainisch
Währung Hrywnja

Die „New York Times“ zitiert einen hochrangigen ukrainischen Militärvertreter, nach dessen Angaben die Explosionen durch einen Angriff ukrainischer Streitkräfte ausgelöst wurden. Bei der Waffe habe es sich um „ein Gerät aus ausschließlich ukrainischer Produktion“ gehandelt. In Videos, die auf sozialen Netzwerken verbreitet wurden, war auch ein zerstörtes russisches Kampfflugzeug vom Typ Su-24M zu sehen. Dies war ein Luftwaffen-Stützpunkt, von dem regelmäßig Maschinen gegen unsere Verbände im Süden des Kampfgebietes abhoben“, sagte er.

Selenskyj: „Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben“

Nach den Explosionen versprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten, dass die 2014 von Russland annektierte Krim wieder zurück zur Ukraine komme. „Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung“, sagte Selenskyi.

Die Explosionen auf der Krim könnten aber auch durch Saboteure vor Ort verursacht worden sein. Der ukrainische Militärvertreter verwies laut „New York Times“ auf die Beteiligung von Partisanen.

Neben dem heißen Krieg zwischen Russland und der Ukraine findet auch ein Schattenkrieg statt. Vor Kurzem wurde ein stellvertretender Bürgermeister im von Russland besetzten Süden erschossen. Der Bürgermeister der Stadt Cherson wurde nach schweren Vergiftungssymptomen zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Moskau geflogen.

„Parallel zu den Gegenangriffen wird die ukrainische Widerstandsbewegung stärker“

Militärexperten sehen eine Zunahme von Guerilla-Aktionen der Ukrainer. „Die Attacken auf Kollaborateure, hochrangige russische Besatzer und militärische Infrastruktur nehmen zu. Damit will die Ukraine die Referendums-Pläne der Russen durchkreuzen“, sagte András Rácz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Moskau plant in der Region Cherson für den 11. September ein sogenanntes Referendum über den Anschluss an Russland. An dem Tag finden in ganz Russland Regionalwahlen statt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Politik

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER