Krebsmedizin

Unikliniken in NRW kämpfen gemeinsam gegen Krebs

Die Unikliniken in NRW wollen Behandlungs- und Forschungsdaten - etwa auch radiologische Bilder - künftig schneller austauschen.

Die Unikliniken in NRW wollen Behandlungs- und Forschungsdaten - etwa auch radiologische Bilder - künftig schneller austauschen.

Foto: Rainer Jensen / DPA

Essen.  Im „Exzellenznetzwerk Krebsmedizin“ vernetzten sich von Essen und Köln aus Kliniken in ganz NRW. Der Patient soll davon enorm profitieren.

Die Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen wollen den Wettbewerb untereinander zurückfahren und sich für eine bessere Krebsbehandlung vernetzen.

Ausgehend von Essen und Köln soll mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums das „Exzellenznetzwerk Krebsmedizin“ aufgebaut werden, über das Kliniken im gesamten Bundesland Patientendaten und Forschungserkenntnisse austauschen sollen.

Die dadurch erzielten Vorteile „versetzen Nordrhein-Westfalen in die Lage, die Krebsforschung des Landes in eine internationale Spitzenposition zu führen“, sagte Annette Storsberg, Staatssekretärin im Wissenschaftsministerium. „Die Gesamtqualität der Versorgung werden wir damit für den Patienten wesentlich verbessern“, ergänzte Martin Schuler, Vize-Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums in Essen, im Gespräch mit der WAZ.

Münster soll erster Partner aus Westfalen sein

Die Universitätskliniken Köln und Essen haben sich bereits Anfang des Jahres zum „Cancer Center Cologne Essen“ (CCCE) vernetzt. Köln hat darüber hinaus bereits Kooperationen auf der Rheinschiene auf den Weg gebracht. Mit den Unikliniken Aachen, Bonn und Düsseldorf haben sich die Kölner zu einem Onkologischen Spitzenzentrum (dem CIO) zusammengefunden.

Essen will nun die Vernetzung zwischen Ruhrgebiet und Westfalen voranbringen. Als erster westfälischer Partner soll das Universitätsklinikum Münster dabei sein. Eine entsprechende Vereinbarung zur Zusammenarbeit wird am Mittwoch in Essen unterzeichnet.

Forderung nach Datenschutz-Reform

Um die Zusammenarbeit erfolgreich gestalten zu können, forderte Martin Schuler einen patientengerechten Umgang mit Daten. „Der Datenschutz in der Medizin ist mittlerweile so kleinteilig, dass es für den Patienten eine echte Gefahr darstellt“, sagte der Direktor der Inneren Medizin des Uniklinikums Essen. Doppel - oder Dreifachuntersuchungen seien nicht selten, weil Ärzte nicht wissen könnten, welche Untersuchung des Patienten andernorts schon erfolgt sei.

NRW sieht Schuler mit Blick auf die Digitalisierung jedoch auf einem „guten Weg“ und nannte die Pläne von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumanns (CDU) zu einem „virtuellen Krankenhaus“ als Beispiel. Laumann will 2020 eine Plattform starten, über die sich Fachmediziner etwa auf digitalem Weg über den optimalen Behandlungsweg austauschen können.

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