Umwelt

Verbot gefordert: Warum die Grünen gegen Gasluftballons sind

Luftballons im Europapark Rust: Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) lehnt das Verbot für Niedersachsen ab. (Symbolfoto) EP_JHE

Luftballons im Europapark Rust: Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) lehnt das Verbot für Niedersachsen ab. (Symbolfoto) EP_JHE

Foto: EIBNER/Joachim_Hahne / imago images

Osnabrück.  Luftballons können Vögel und andere Tiere töten, wenn diese das bunte Plastik fressen. Die Stadt Gütersloh hat darauf schon reagiert.

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Die Grünen in Niedersachsen wollen mit Gas gefüllte Luftballons bei öffentlichen Veranstaltungen verbieten. Sie seien aber nicht für ein generelles Verbot von Luftballons, sagte die Landesvorsitzende Anne Kura am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Ich liebe Luftballons, aber nicht in der Natur.“

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) hatte zunächst gemeldet, die Grünen forderten ein Luftballonverbot. Dabei blieb offen, ob es sich um ein generelles Verbot handeln solle.

Vögel verenden an den Ballonresten

„Steigen gelassene Luftballons landen in den allermeisten Fällen in der Natur. Vögel und andere Tiere fressen die weichen Ballonreste und verhungern dann mit vollem Magen“, wurde Kura zitiert. Auch Ballons aus Naturlatex seien daher keine echte Alternative.

Kura reagiere damit auf einen Beschluss der Stadt Gütersloh in Nordrhein-Westfalen, berichtete die NOZ. Die Stadt will künftig aus Umweltschutzgründen bei Veranstaltungen auf fliegende Gasluftballons verzichten. Das hatte der Umweltausschuss am Montag mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen.

Ministerium: „Das rettet die Welt nicht“

Der Beschluss gilt für alle städtischen Veranstaltungen und damit auch für Kindergärten und Schulen. „Auf der einen Seite steht das kurze schöne Bild von bunten Ballons in der Luft, auf der anderen das von verendeten Vögeln“, sagte Kura der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Das niedersächsische Umweltministerium lehnt die Verbotsforderung ab. „In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden“, sagte ein Sprecher von Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) der NOZ. „Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht.“

BUND für generelles Verbot

Grünen-Landeschefin Kura erklärte gegenüber epd, sie wolle nicht Kindergeburtstage reglementieren. Es gehe ihr vielmehr darum, das Bewusstsein für die Folgen des Handelns zu schärfen. Eltern könnten dann von sich aus auf Gasballons bei einem Kindergeburtstag verzichten und sich Alternativen überlegen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) geht sogar noch einen Schritt weiter – und macht sich angesichts der Verschmutzung der Umwelt und insbesondere der Meere durch Plastikmüll durchaus für einen generellen Verzicht auf Luftballons stark.

Eine Sprecherin des Landesverbands Niedersachsen sagte dem epd: „Wir empfehlen zum Dekorieren Luftschlangen und Girlanden aus Papier sowie Wimpelketten aus Stoff oder Filz, die beliebig oft wiederverwendet werden können. Oder Papier-Lampions, bestückt mit Lichterketten. Auch so lassen sich sicher Kinder glücklich machen.“

Luftballons – in den USA wird Helium knapp

Im Bund hatte zuletzt SPD-Umweltministerin Svenja Schulze einen Gesetzentwurf zum Verbot von Plastiktüten eingebracht. Das Gesetz soll nach dem Willen Schulzes schon im kommenden Jahr in Kraft treten, ist in der Koalition aber umstritten. Plastiktüten kosten im Einzelhandel seit 2016 Geld, seitdem ist der Verbrauch um etwa 60 Prozent gesunken.

Wie groß der Markt für Luftballons ist, zeigt sich besonders in den USA: Dort verkauft der Konzern „Party City“ so viele mit Helium gefüllte Ballons , dass das Edelgas knapp wird – mit Konsequenzen für Industrie und Medizin. (dpa/küp/max)

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