Sicherheit

Vermieter fördern Schutz vor Wohnungseinbrüchen

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Bochum.   Die Furcht vor Wohnungseinbrüchen grassiert. Die ersten Wohnungsgesellschaften in NRW reagieren – und bieten den Mietern Sicherheitspakete an.

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Obwohl die Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW im ersten Halbjahr deutlich rückläufig war, nimmt das Bedürfnis der Bürger zu, sich vor Kriminellen zu schützen. Darauf reagiert Deutschlands größte Wohnungsgesellschaft Vonovia und bietet ihren Mietern Sicherheitspakete an. Auch die Discounter Aldi und Lidl sind zuletzt in das Geschäft mit Fensterschlössern und Bewegungsmeldern eingestiegen.

„Das Sicherheitsbedürfnis wird größer“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch am Mittwoch in Bochum. Im vergangenen Jahr startete der Konzern deshalb in Essen und Aachen ein Pilotprojekt, das inzwischen auch auf Bochum, Dortmund und Duisburg ausgeweitet wurde.

Mieter zahlen zwischen fünf und zehn Euro für Sicherheitsmaßnahmen

Dort stellt Vonovia den Mietern Service-Pakete mit abschließbaren Fenstergriffen über Panzerriegel bis hin zu stählernen Wohnungseingangstüren zur Verfügung. Je nach Umfang des Pakets zahlen die Mieter pro Monat zwischen fünf und zehn Euro für die Sicherungsmaßnahmen. Die Technik liefert der Hersteller Abus aus Wetter an der Ruhr.

„Unser Angebot wurde sehr gut angenommen. Deshalb weiten wir es nach und nach auf das gesamte Bundesgebiet aus“, sagte eine Vonovia-Sprecherin. Der Bochumer Konzern vermietet deutschlandweit rund 354 000 Wohnungen. Der Konkurrent LEG mit 130 000 Wohnungen schwerpunktmäßig in NRW teilte auf WAZ-Anfrage mit, dass auch er Sicherungsangebote für seine Mieter plane.

Sicherheitsprodukte sind teils auch in Supermärkten zu kaufen

Vivawest setzt nach eigenen Angaben auf die „aktive Förderung von Nachbarschaften“ und hat in zahlreichen Städten Kooperationsvereinbarungen mit der Polizei abgeschlossen, um Wohnungen besser gegen Einbrecher zu schützen.

Auf die wachsende Nachfrage nach Sicherheit reagiert auch der Einzelhandel. „In der dunklen Jahreszeit gibt es allgemein eine erhöhte Nachfrage nach Sicherungs- und Alarmsystemen“, sagte ein Sprecher von Aldi Nord. Darauf reagiere der Essener Discounter mit seinem Sortiment.

Auch der Wettbewerber Lidl warb jüngst mit Sicherungsprodukten. Die Polizei weist darauf hin, dass Riegel und Schlösser nur dann wirksam seien, wenn sie fachgerecht eingebaut würden. Ein Großteil der Einbrüche bleibe im Versuchsstadium stecken, wenn Fenster und Türen ausreichend geschützt seien.

Im ersten Halbjahr 2017 gab es in NRW laut Innenministerium knapp 23 000 Wohnungseinbrüche – 28,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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