Enkeltrick

Die Zahl der Enkeltrick-Taten in NRW steigt weiter an

284 Taten registrierte die Polizei bis Ende September 2019. Foto: Sebastian Gollnow/

284 Taten registrierte die Polizei bis Ende September 2019. Foto: Sebastian Gollnow/

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

An Rhein und Ruhr.  Laut LKA erbeuteten Täter mit dem Enkeltrick bis Ende September fast 12 Millionen Euro. Opferschutzorganisation: Dunkelziffer ist wohl hoch.

Die Zahl der Fälle, bei denen Bürger durch den sogenannten Enkeltrick getäuscht und um ihr Vermögen gebracht werden, steigt. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 verzeichnete das Landeskriminalamt NRW (LKA) bereits 284 Taten, bei denen Täter insgesamt 11.175.961 Euro erbeuteten, gibt ein LKA-Sprecher auf Anfrage der NRZ bekannt. Damit ist die Zahl der Fälle bereits im Vergleich zum Jahr 2018 um 74 Fälle gestiegen - obwohl die Zahlen aus dem vierten Quartal noch ausstehen.

LKA: Täter handeln überwiegend aus Call-Centern in der Türkei

In 2018 kam es zu 210 Taten mit einer Schadensumme von 3.028.824 Euro. Das sind nur die Vorfälle, bei denen die Täter Erfolg hatten. Den 210 Taten in 2018 stehen 2614 Versuche gegenüber. In die Kategorie „Enkeltrick“ fällt auch die Masche, bei denen sich die Täter als falsche Polizisten ausgeben. Nach Angaben des LKA handeln diese Täter überwiegend aus Call-Centern in der Türkei.

Die Täter geben sich als Polizeibeamte aus und suggerieren dem Opfer, dass bei ihm ein Einbruch bevorstehen würde. Um die Wertsachen sicher zu verwahren, bieten die Täter an, sie an der Haustür oder einem anderen Ort abzuholen. Oftmals nutzen die Täter die Möglichkeit, Rufnummern im Telefondisplay einzublenden - zum Beispiel die 110.

Dunkelziffer ist wohl hoch: Opfer schämen sich

Nach Einschätzung der Opferschutzorganisation Weißer Ring ist die Dunkelziffer bei Enkeltricks wohl besonders hoch. „Bei älteren Menschen spielt vor allem Scham eine große Rolle“, sagt Kerstin Srbeny, Leiterin des NRW-Landesbüros. „Sie wollen das dann nicht ihren Kindern oder der Polizei erzählen, weil sie in diesem Moment überrumpelt und ausgetrickst worden sind.“ Viele Senioren würden auf die falschen Polizisten hereinfallen, weil sie sie als Amtspersonen sähen, deren Anweisungen man direkt Folge zu leisten habe.

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