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Eichen-Prozessionsspinner: Das macht die Raupe so gefährlich

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Giftige Raupe: Fakten rund um den Eichenprozessionsspinner

Giftige Raupe: Fakten rund um den Eichenprozessionsspinner

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners sorgt für Ärger. Ihre giftigen Härchen können für Menschen gefährlich werden. Die Fakten im Überblick.

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Essen.  Der Eichen-Prozessionsspinner befällt immer mehr Grünflächen - zum Leid vieler Anwohner. Wir erklären: Das macht die Raupe so gefährlich.

  • Der Eichen-Prozessionsspinner breitet sich auch in NRW immer weiter aus.
  • Befiel der Eichen-Prozessionsspinner in der Vergangenheit häufig nur einzelne Eichen, sind mittlerweile auch leichte Wäler betroffen.
  • Die Brennhärchen des Eichen-Prozessionsspinners sind gefährlich: Sie können eine allergische Reaktion auslösen.
  • Wir erklären: Das macht den Eichen-Prozessionsspinner so gefährlich.

Vom Eichen-Prozessionsspinner sind immer wieder Grünflächen in den Städten befallen. Experten warnen schon lange vor der giftigen Raupe. Kommt man mit ihren Brennhärchen in Berührung, kann das allergische Reaktionen, Juckreiz oder Atemprobleme auslösen. Waren in der Vergangenheit vor allem freistehende Eichen befallen, sind die Raupen des Nachtfalters mitunter auch in lichten Wäldern zu finden.

Nachts wandern tausend kleine Raupen in Prozessionen die Stämme der Eichen nach oben. Dort bauen sie dann ihre Nester und fressen die Blätter der Eiche ab. Was kann man tun, wenn man ihr begegnet? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie sehen die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners aus?

Nach dem Schlüpfen sind die Raupen zunächst gelblich-braun gefärbt, später eher gelb-schwarz. Sie werden vier bis fünf Zentimeter groß und bilden überall an ihrem Körper weiße Härchen (siehe Bild). Zum Schutz spinnen sie ihre Prozession, daher auch der Name, mit vielen Fäden ein, sodass sie für Vögel nicht als Raupen zu erkennen sind. In der Baumkrone angekommen, bauen sie ihre Nester und fressen die Blätter ab.

Verwechselt würden Eichen-Prozessionsspinner oft mit der ungefährlichen Gespinnstmotte, die zum Schutz ihrer Nachkommen ganze Baumgruppen einspinnen können. Seine Eichen prophylaktisch vor den Raupen schützen, könne man übrigens nicht.

Wo können die Eichen-Prozessionsspinner auftreten?

In der Regel findet man die Raupen auf Eichen. „Dort sind dann, in fünf bis elf Metern Höhe, Nester, die aussehen, wie von Spinnennetzen überzogen. Die Nester sind meistens so groß wie zwei Handflächen", erklärt Christoph Beemelmans, Forstwirt beim Regionalverband Ruhr. Die kalte und feuchte Witterung der vergangenen Monate hat jedoch in diesem Jahr dazu geführt, dass der Befall in diesem Jahr geringer ausfällt.

Was macht die Eichen-Prozessionsspinner so gefährlich?

Gefährlich sind die sogenannten Brennhaare. Denn: Geraten diese Härchen an die Haut, in die Augen oder in die Atemwege, verursachen sie Juckreiz, Bindehautentzündungen oder sogar Atembeschwerden.

Besonders gefährdet sind Allergiker. Viele bekommen gar nicht mit, dass sie mit den Härchen in Berührung gekommen sind, weil sie vom Wind über hunderte Meter durch die Luft geweht werden können.

Was sollte man tun, wenn man eine befallene Eiche entdeckt?

Zunächst sollte man abschätzen, welche Gefahr von dem Baum ausgehen könnte. Denn man sollte nicht jeder Eiche hinterhersprühen. Liegt der Befall in öffentlichen Parks, in bebauten Gebieten, in der Nähe von Kitas, Schulen oder direkt an einer Sitzecke, sollte man das Ordnungsamt darüber informieren. In eher ländlichen Gebieten ist der Wald- oder Grundstücksbesitzer selbst dafür zuständig. Sollte noch unklar sein, ob es sich um einen Eichenprozessionsspinner handelt, könne man den Baum auch zunächst nur beobachten, denn Grund zur Panik seien die Raupen nicht.

>>> Lesen Sie auch: Gespinstmotten sind unansehnlich, aber ungefährlich

Wo kommt der Eichen-Prozessionsspinner her?

Ursprünglich kommen die Eichen-Prozessionsspinner aus dem Süden Europas, zum Beispiel aus Italien. Beemelmans erklärt, dass die Raupen auf der Durchreise nach Norden sind und sich zwei bis sechs Jahre an einem Standort aufhalten, bevor sie weiterziehen. Die Leute seien aufmerksamer geworden, was das Thema betrifft.

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