Winter

Eisplatten auf Lastwagen sind Gefahr im Straßenverkehr

In Bayern entging ein Autofahrer laut Polizei nur knapp dem Tod – eine Eisplatte war vom Dach eines Lastwagens in der Windschutzscheibe eingeschlagen.

In Bayern entging ein Autofahrer laut Polizei nur knapp dem Tod – eine Eisplatte war vom Dach eines Lastwagens in der Windschutzscheibe eingeschlagen.

An Rhein und Ruhr.   An Rhein und Ruhr gab es in dieser kalten Woche mehrere Vorfälle – meist blieb es bei Sachschäden. Polizei rät Autofahrern: Abstand halten.

Ein Fall aus Bayern war besonders dramatisch: Am Wochenende löste sich eine Eisplatte vom Dach eines Lastwagen und knallte in die Windschutzscheibe eines entgegenkommenden Autos. Laut Polizei verfehlte das Eis den 29-jährigen Fahrer nur knapp, es landete schließlich im Kofferraum.

Immer wieder kommt es in diesen winterlichen Tagen auch hier in der Region zu ähnlichen Unfällen: Allein in dieser Woche rutschten auf Autobahnen an Rhein und Ruhr drei Eisplatten von Lastwagen, es blieb bei Sachschäden. In Hattingen erwischten Eisbrocken eine Fußgängerin am Bein, nachdem ein Lkw sie beim Abbiegen verloren hatte.

Wenn es friert, kann das Dach oder die Plane eines Lastwagen zum Risikofaktor werden – kommt zur Kälte auch noch gefrierender Regen oder Schnee dazu, wird es laut Experten besonders gefährlich. Auf einer Plane könnten sich beispielsweise über 100 Liter Wasser ansammeln und über Nacht zu Eis werden. Aber auch Raureif kann zur Gefahr werden, wenn kleine Eisbrocken vom Dach fallen. Besonders kritische Situationen gibt es bei schnellem Fahren und Kurven, etwa an Autobahnauffahrten, in denen Lastwagen beschleunigen – oder bei heftigen Bremsmanövern.

Tempo rausnehmen

Die Polizei rät Autofahrern dazu, bei frostigen Temperaturen nicht dicht hinter Lastwagen zu fahren. „Genügend Abstand halten, ist für Autofahrer der beste Tipp“, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Autobahnpolizei. Fliegen tatsächlich Eisplatten, dürfen Autofahrer keinesfalls hastig am Lenkrad reißen, warnt der Tüv Rheinland. Auch Ausweichen sollten man am besten nicht, denn die Gefahr sei groß, dass man in der Hektik mit anderen kollidiert. Besser: Tempo rausnehmen und notfalls sogar eine Kollision mit der Eisplatte riskieren.

Lastwagenfahrer sind gesetzlich verpflichtet, vor dem Losfahren ihre Fahrzeuge von Eis und Schnee zu befreien – diese Regel gilt übrigens genauso für Autofahrer. Wer nicht räumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, auch ohne Schaden werden laut ADAC 25 Euro Verwarngeld fällig. Bei Unfällen muss der Fahrer mit deutlich höheren Strafen rechnen. Kommen Menschen zu Schaden, droht sogar eine Haftstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Nur wenige Eisräumstationen

Das Problem für Lastwagenfahrer: Ihre Fahrzeuge lassen sich nicht immer ohne Weiteres von Eis und Schnee befreien. Der ADAC rät beispielsweise davon ab, ungesichert auf eine Leiter zu steigen. Eine der häufigsten Unfallursachen ist laut Berufsgenossenschaft das Wegrutschen der Leiter. „Die Verantwortung für die Räumung liegt allerdings beim Fahrer“, sagte Benedikt Althaus vom Verband Verkehrswirtschaft und Logistik der NRZ.

Der Verband kritisiert außerdem, dass es spezielle Eisräumstationen in Nordrhein-Westfalen nur an sehr wenigen öffentlichen Lkw-Parkplätzen und Autohöfen gebe. „Es wäre wünschenswert, wenn es mehr solcher Räumstationen geben würde“, sagte Althaus. Die Logistikunternehmen seien jedoch sehr um die Sicherheit bei Schnee und Eis bemüht. In vielen Lastwagen seien mittlerweile unterschiedliche Systeme im Einsatz, um die Eisplatten vom Dach oder von den Planen vor der Fahrt herunter zu bekommen. (mit dpa)

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