Sicherheit

Nach Brand in Polen: Wie sicher sind Escape-Rooms in NRW?

Bei einem Escape-Game oder Escape-Room versucht eine Gruppe, unter Zeitdruck Rätsel und Aufgaben zu lösen, um aus einem abgeschlossenen Raum zu kommen.

Bei einem Escape-Game oder Escape-Room versucht eine Gruppe, unter Zeitdruck Rätsel und Aufgaben zu lösen, um aus einem abgeschlossenen Raum zu kommen.

Foto: dpa (Symbolbild)

Koszalin/Essen.  Fünf Jugendliche sind bei einem Brand in einem Escape-Room in Polen gestorben. In Deutschland gelten für solche Rätselräume strenge Vorschriften.

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Nach dem Tod von fünf Mädchen in einem Escape-Room in Polen wird über die Sicherheit bei solchen Fluchtspielen diskutiert. Die fünf Jugendlichen hatten keine Chance zu entkommen, als in dem Gebäude in Koszalin im Norden des Landes ein Brand ausbrach.

Bei einem Escape-Game versucht eine Gruppe, aus einem abgeschlossenen Raum zu entkommen. Sie muss dafür unter Zeitdruck bestimmte Rätsel und Aufgaben lösen. Escape-Games haben sich in den vergangenen Jahren in vielen Ländern zu einem Trend entwickelt. Beliebt ist das Spiel bei Familienfeiern und Junggesellenabschieden, auch in NRW gibt es viele Angebote.

Die sofort eingeleiteten landesweiten Kontrollen der rund 1100 Escape-Räume in Polen ergaben ein negatives Bild: Von 178 bereits kontrollierten Geschäften erfüllten laut der Polizei 129 die Brandschutz-Vorschriften nicht. Zuvor war bekannt geworden, dass die Betreiber solcher Spielstätten in Polen bislang keine besonderen Genehmigungen der Feuerwehr einholen müssen.

Deutlich strengere Regeln für Escape-Games in Deutschland

In Deutschland sind die Regeln deutlich strenger. „Grundsätzlich ist jede Escape-Game-Betriebsstätte in Deutschland genehmigungspflichtig, und bei der zugehörigen Abnahme werden insbesondere die Brandschutzkriterien überprüft und Nachweise eingefordert“, teilte der Fachverband „Live Escape & Adventure Games“ am Samstag mit.

Dabei sei unter anderem sichergestellt, dass die Spieler die Escape Rooms jederzeit selbstständig verlassen können. In dem Fachverband haben sich 400 Betriebe zusammengetan, die nach Verbandsangaben rund 6000 Vollzeit-Arbeitsplätze bieten und rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz machen.

Escape-Rooms haben hier Notausgänge oder "Notaufknöpfe"

„In Deutschland ist es undenkbar, dass Kunden eingesperrt sind und sich selbst nicht befreien können. Es gibt überall Notausgänge oder ‘Notaufknöpfe’“, sagte Dirk Podubrin von „Live Escape Deutschland“ unserer Redaktion.

"Sicherheit geht vor", schrieben die Betreiber des Bochumer Rätselraums "Locked" auf ihrer Facebook-Seite. Besucher sollten sich durch die Tragödie in Polen aber nicht abgeschreckt fühlen. Aber man wolle für das Thema Brandschutz sensibilisieren: "Fragt nach, wenn ihr unsicher seid, wie ihr im Notfall jederzeit rauskommen könnt", rät das "Locked"-Team. "Lieber mehr Fragen stellen als zu wenige. Sind die Antworten des Betreibers nicht zufriedenstellend, dann lasst es lieber bleiben!"

Feuer in Polen brach im Vorraum aus

Das Feuer in Polen war laut Angaben der Staatsanwaltschaft im Vorzimmer ausgebrochen. Den Teenagern in ihrem Rätselraum sei damit der einzige Fluchtweg versperrt gewesen. Nach ersten Erkenntnissen war Gas aus einem Behälter entwichen und hatte sich entzündet. Vor Ort wurden vier gasbetriebene Heizgeräte sichergestellt. (red/mit dpa)

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