Pandemie

Corona: Niederländischer König verschiebt Deutschland-Besuch

Job-Abbau: Droht die Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt?

Geschäfte & Fabriken bleiben geschlossen – Millionen Beschäftigte bangen um ihren Job. Was könnte ihnen helfen? Sehen Sie eine Zusammenfassung der aktuellen Lage im Video.

Beschreibung anzeigen

Aus den Niederlanden.  Coronavirus: Das niederländische Königspaar hat seinen für Juni geplanten Staatsbesuch in Deutschland verschoben. Grund ist die Corona-Pandemie.

  • Wir halten Sie in unserem Nachrichtenüberblick auf dem Laufenden über die wichtigsten Neuigkeiten aus den Niederlanden.
  • In unserem täglichen E-Mail-Newsletter zum Coronavirus liefern wir jeden Nachmittag eine Übersicht über Nachrichten aus der Region. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.
  • Über die Entwicklung nahe der niederländischen Grenze berichten wir auch in unserem kostenlosen Newsletter für Kleve und Emmerich.
  • Wie sich das Coronavirus in Deutschland ausbreitet, zeigt unsere interaktive Karte.

Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Epidemie in den Niederlanden im Überblick: Im Nachbarland haben sich inzwischen tausende Menschen infiziert. Nach Angaben der Behörden sind bisher 546 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben – 8.603 Menschen wurden positiv auf das Virus getestet (Stand 27. März).

Coronavirus in den Niederlanden: Die Nachrichten vom 27. März

Zwei Nimweger haben auf Facebook ein Quarantäne-Café zum Feiern gegründet. So wollen sie Menschen in den Niederlanden während der Corona-Pandemie verbinden. Die Entscheidung, das Café einzurichten sei gefallen „noch an dem Tag, als Ministerpräsident Rutte bekannt gab, dass Gaststätten wegen Corona dichtmachen müssen“, sagt Miquel Essed. „Wir wollen eine Lösung finden, eine Verbindung schaffen, obwohl alle zu Hause bleiben.“

So richteten die beiden Nimweger flink eine Facebook-Gruppe ein. Hier treffen Menschen aller Altersklassen virtuell zusammen, erklärt Miquel Essed. „Es ist eine sehr durchmischte Gruppe.“ Wie in einer Stammkneipe, einer „stamkroeg“, werde per Bild oder Video gescherzt, zusammen getanzt oder getrunken.

Nach dem EU-Gipfel zur Corona-Krise hat Portugals Regierungschef Antonio Costa die harte Haltung der Niederlande zu Finanzhilfen für finanziell schwächere Länder scharf kritisiert. Dass die niederländische Regierung eine Untersuchung zur Haushaltspolitik einiger EU-Staaten verlangt habe, sei „widerwärtig“ und „rücksichtslos“, sagte Costa in der Nacht zum Freitag. Dies untergrabe „völlig den Geist der Europäischen Union“ und sei „eine Bedrohung für die Zukunft“ der EU, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Costa antwortete auf eine Frage nach einer Forderung des niederländischen Finanzministers Wopke Hoekstra. Dieser soll demnach die EU-Kommission aufgefordert haben eine Untersuchung zu der Frage einzuleiten, warum bestimmte Mitgliedstaaten über keine Haushaltsspielräume verfügen, um gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vorzugehen. Nach niederländischen Medienberichten hatte Hoekstra mehrfach kritisiert, dass einige Länder nicht genug gespart haben, um für unvorhersehbare Ereignisse gewappnet zu sein.

Erneut ist in den Niederlanden eine Person zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil sie gedroht hatte, andere Menschen mit dem Coronavirus anzustecken. Der 19-Jährige aus dem niederländischen Heerlen in der Provinz Limburg hatte behauptet, das Virus zu haben, und einen Busfahrer angespuckt. Der 19-Jährige kommt deshalb für acht Wochen ins Gefängnis.museum kalkar zeigt eine ausstellung nur per video

Ein Polizeimitarbeiter ist am Dienstag vom Dienst suspendiert worden, weil er desinfizierendes Handgel unterschlagen und teils weiterverkauft haben soll. Die Ladung sei Anfang Februar bestellt worden und sollte Polizeimitarbeitern zum Schutz gegen das Coronavirus dienen, meldet das Algemeen Dagblad.

Der niederländische Patient 0 hat seine Geschichte öffentlich gemacht. Der 56-jährige Joost Boons, Unternehmer aus Loon op Zand, war der Erste in den Niederlanden, bei dem vor vier Wochen das neuartige Coronavirus festgestellt wurde, schreibt das Algemeen Dagblad. Ohne Symptome kam er Mitte Februar nach einer Dienstreise in Norditalien wieder zurück in die Niederlande, feierte noch Karneval. Ende Februar dann die ersten Symptome, Corona wird festgestellt. In den sozialen Netzwerken begannen Fotos von ihm zu kursieren. Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus und in Quarantäne mit seiner Familie ist Boons wieder genesen.

Das niederländische Königspaar hat wegen der Coronavirus-Krise den für Juni geplanten Staatsbesuch in Deutschland abgesagt. Der Besuch sei bis auf Weiteres verschoben worden, teilte der Hof am Donnerstag in Den Haag mit. König Willem-Alexander und seine Frau Máxima sollten vom 2. bis 4. Juni Berlin besuchen. Es sollte der Abschluss einer Reihe von Besuchen des Paares in verschiedenen Bundesländern sein, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Die europäische Polizeibehörde in Den Haag (Europol) sieht eine schnelle Zunahme von Verbrechen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Kriminelle und organisierte Banden hätten ihre Methoden sehr schnell angepasst und profitierten von der Krise, warnt sie am Freitag in einem Bericht. Ermittler stellten demnach zunehmend Fälle von Cybercrime, Betrug, Diebstahl und Fälschungen fest. Der Verkauf von gefälschten Schutzartikeln und Medikamenten sei um ein Vielfaches gestiegen seit Ausbruch der Krise.

Gefälscht würden auch antivirale Medikamente, das Anti-Malariamittel Chloroquine und Vitaminpräparate. Europol warnt auch vor Cyber-Kriminellen. Viele Menschen arbeiteten nun zu Hause und schalteten sich über weniger gut gesicherte Heimcomputer in die Netzwerke von Firmen oder Organisationen.

Die 106.000 Einwohner der niederländischen Karibikinsel Aruba vor der Küste Venezuelas müssen ab Sonntag zu Hause bleiben, wie die Tageszeitung de Volkskrant berichtet. Insgesamt seien 28 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Während des „Lockdowns“ dürften die Einwohner aber noch einkaufen, in die Apotheke und draußen Sport machen.

Coronavirus in den Niederlanden: Die Nachrichten vom 26. März

Alle Hochschulen und Universitäten bleiben laut einem Bericht der Tageszeitung de Volkskrant bis zum 1. Juni geschlossen. Das hatte die Vereinigung der Universitäten in den Niederlanden beschlossen. Die Universitäten in Leiden und Maastricht bleiben sogar bis September dicht. Bis zum Ende des akademischen Jahres finden die Seminare und anderen Lernangebote nur noch auf Abstand statt, etwa durch Online-Unterricht.

Gut 20.000 ehemalige Pflegekräfte haben sich gemeldet, um im überlasteten Pflegesektor einzuspringen, berichtete die Nachrichtenagentur Algemeen Nederlands Persbureau. Sie sollen in jene Regionen verteilt werden, die die Hilfe am meisten nötig haben. Den Angaben zufolge erhalten Arbeitgeber Zuschüsse für das Einarbeiten der Fachkräfte.

Das niederländische Forschungsinstitut Centraal Planbureau hält eine wirtschaftliche Rezession durch die Folgen des Coronavirus’ für unvermeidbar. Das Institut hat eigenen Angaben vom Donnerstag zufolge vier Szenarien erstellt, die den Einfluss auf die niederländische Wirtschaft in 2020 und 2021 simulieren. Diese gehen von einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 1,2 bis 7,7 Prozent aus.

„Corona ist in erster Instanz eine Gesundheitskrise“, so Pieter Hasekamp, Direktor des Centraal Planbureau. „Die Maßnahmen, um die Verbreitung des Virus’ einzudämmen, sind notwendig, aber es ist klar, dass sie tief in die Wirtschaft eingreifen.“ In drei der vier Szenarien wäre der wirtschaftliche Abschwung stärker als während der Wirtschaftskrise 2008/2009, schätzte das Institut.

Coronavirus in den Niederlanden – die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Tage:

Mehr Artikel zum Coronavirus in den Niederlanden:

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben