Mineralwasser

Corona: Hamsterkäufe treffen Mineralbrunnen – kaum Leergut

Stehen derzeit eher in den Wohnungen und Kellern der Verbraucher statt auf dem Leerguthof der Firmen: leere Wasserkisten. Die Verbraucher sind dazu aufgerufen, ihr Leergut möglichst schnell wieder zurückzugeben.

Stehen derzeit eher in den Wohnungen und Kellern der Verbraucher statt auf dem Leerguthof der Firmen: leere Wasserkisten. Die Verbraucher sind dazu aufgerufen, ihr Leergut möglichst schnell wieder zurückzugeben.

Foto: Ina Fassbender / dpa

An Rhein und Ruhr.  Durch Hamsterkäufe werden bei Mineralbrunnen die leeren Flaschen und Kästen knapp. Firmen aus der Region starten Aufrufe an die Kunden.

Brunnenbetriebe in Deutschland schlagen Alarm: Das Leergut wird knapp. Denn in den vergangenen Tagen und Wochen haben Kunden wegen der Coronakrise nicht nur massenhaft Nudeln, Mehl und Toilettenpapier gekauft, sondern auch Mineralwasser. Bundesweit sei es zu "deutlichen Absatzsprüngen bei Mineralwasser und Mineralwasser-Erfrischungsgetränke gekommen", so die Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB).

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Auch Unternehmen an Rhein und Ruhr merken das: So stieg etwa der Umsatz bei der zum Duisburger Getränkeunternehmen Hövelmann gehörenden Marke Rheinfels Quellen um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sagt Rheinfels-Sprecher Thomas Münzer gegenüber dieser Redaktion. Die Nachfrage sei ähnlich hoch wie in den heißen Sommermonaten, so Münzer. Auch bei Schloss-Quelle Mellis mit Sitz in Mülheim an der Ruhr konnte ein zweistelliges Umsatzplus verbucht werden, sagt Geschäftsführer Jörg Mellis.

Aufruf an Kunden: Bringt Leergut zurück

Was gut für die Kasse ist, ist gleichzeitig schlecht für das Mehrweg-Flaschensystem. Denn der Rücklauf an Leergut sei in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. "Es ist sehr wichtig, dass leere Flaschen und Kästen zurückkommen, damit wir langfristig weiter produzieren und abfüllen können", so Münzer. Aktuell sei das Unternehmen noch lieferfähig. "Wenn aber nichts nachkommt, wird es irgendwann eng."Ähnlich sieht die Lage bei Schloss-Quelle Mellis aus: "Wir leben gerade von Lagerbeständen", sagt Jörg Mellis.

Um möglichst schnell wieder an Leergut zu kommen, haben Rheinfels und Schloss Quelle wie viele andere Brunnenbetriebe auch bereits einen Kundenaufruf im sozialen Netzwerk Facebook gestartet. Tenor der Aufrufe: Leere Kästen nicht im Keller stehen lassen, sondern beim nächsten Einkauf wieder abgeben.

Coronakrise: Massive Verluste im Gastronomie-Bereich

Neben dem fehlenden Leergut sind es vor allem die teilweise massiv einbrechenden Einnahmen aus dem Gastronomie-Bereich, die viele Mineralbrunnen umtreiben. Auch für die Rheinfels Quellen ist die Gastronomie ein wichtiges Geschäftsfeld, so Thomas Münzer. Allerdings sei dies wirtschaftlich nicht gravierend.

"Die Substanz des Unternehmen ist nicht gefährdet." Das Mülheimer Unternehmen Schloss-Quelle Mellis ist von der Gastronomie weniger betroffen. Als Getränkegroßhändler versorge man hauptsächlich Einzelhändler, so Geschäftsführer Mellis.

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