NRZ-Chronik

Die NRZ-Chronik: 1955: Reporter mit dem Kanzler in Moskau

Ausgabe der NRZ Botenpost von 1955, dem Monatsbrief für die NRZ-Mitarbeiter.

Ausgabe der NRZ Botenpost von 1955, dem Monatsbrief für die NRZ-Mitarbeiter.

Foto: NRZ

Essen.  NRZ-Reporter Jens Feddersen begleitet Kanzler Adenauer auf seiner historischen Reise nach Moskau. Dabei gibt es einige Hindernisse.

Die NRZ ist eine Regionalzeitung, kann durch großen Einsatz und Erfahrung in bestimmten Themenfeldern aber durchaus mit anderen Blättern mit bundesweiter Ausstrahlung mithalten. Besonders gilt dies für die Außen- und Deutschlandpolitik. Eine Reise von Berlin-Korrespondent Jens Feddersen im September 1955 zeigt das besonders. Vom 8. bis zum 14. September begleitet Feddersen den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer auf einer Reise nach Moskau.

Ziel der Reise: Adenauer möchte die restlichen 10.000 deutschen Kriegsgefangenen frei bekommen. NRZ-Mann Jens Feddersen ist hautnah dabei, hat aber mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Denn die technischen Möglichkeiten in Moskau sind stark eingeschränkt und die wenigen Telefonanschlüsse für die wichtigen Anrufe in der deutschen Heimat hart umkämpft. Aber Feddersen hatte im Vorfeld der Reise Weitsicht bewiesen und einige Paar Nylons eingepackt.

 

Bei den Telefonistinnen im Moskauer Journalistenklub kommt das sehr gut an, wie Feddersen später berichtet. Während einige Reporter-Kollegen bis zu drei Stunden auf ihr Gespräch mit der Redaktion warten müssen, hat der NRZ-Journalist seine Leitung oft schon nach zehn Minuten.

Erschwerte Bedingungen für Journalisten

Und auch sonst sind die Arbeitsbedingungen teilweise abenteuerlich. Statt Interview- und Presseterminen im Delegationshauptquartier müssen sich die vielen Journalisten mit den Delegierten früh morgens vor den Kremlmauern treffen. Viel hängt außerdem von der kollegialen Zusammenarbeit der Reporter untereinander ab, berichtet der NRZ-Reporter.

Nur so ist es bei dem ganzen Konferenztrubel möglich, alle Entwicklungen zu verfolgen und nichts zu verpassen. Der Bericht von Jens Feddersen über die Konferenz zeigt deutlich, dass die NRZ in den 1950er-Jahren auf dem internationalen Parkett mitspielt und von deutschen aber auch internationalen Pressekollegen geschätzt und respektiert wird.

Auszug aus der NRZ-Botenpost

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