Amselsterben

Usutu-Virus rafft wieder massenhaft Amseln dahin

Die Amseln werden durch das Usutu-Virus dezimiert.

Die Amseln werden durch das Usutu-Virus dezimiert.

Foto: Daniel Karmann / dpa

An Rhein und Ruhr.  Erneut werden die Amselbestände durch das Usutu-Virus dezimiert. Einer der Brennpunkte des Vogelsterbens ist Nordrhein-Westfalen.

Naturschützer und Tropenmediziner schlagen erneuten Amsel-Alarm: Das tropische Usutu-Virus rafft die Schwarz- und Braungefiederten dahin. Und einmal mehr ist die Region an Rhein und Ruhr ein Brennpunkt des großen Amselsterbens.

Erstmals bereitete das Usutu-Virus den Vogelfreunden schon vor acht Jahren Sorgen. Es kehrte von Jahr zu Jahr zurück und hatte nach deren Angaben zeitweise ganze zwitscherfreie Landstriche zur Folge. Die aktuellsten Zahlen nähren den Verdacht, dass in diesem Jahr ein neuer, trauriger Sterberaten-Rekord erreicht wird. Bundesweit wurden bislang 2500 kranke oder tote Vögel gemeldet.

Das dürfte allerdings nur ein Bruchteil dessen sein, was die Bestände tatsächlich lichtet. Und: Etwa jeder sechste Verdachtsfall auf den Ausbruch der Epidemie befand sich in NRW.

Viele Fälle am Niederrhein und im Großraum Düsseldorf

Nabu-Sprecherin Birgit Königs hat besonders den Niederrhein mit dem Kreis Kleve und dem Kreis Viersen als Amsel-Hotspots ausgemacht. Aber auch in der Rheinschiene und hier im Großraum Düsseldorf fanden sich viele erkrankte oder tote Exemplare von Turdus merula, wie Biologen die Amsel nennen. Weitere Verdachtsfälle, aber in einer geringeren Zahl, machte der Nabu im Ruhrgebiet und im Bergischen Land aus, zudem ist die Region Westfalen-Lippe von der Vogelseuche betroffen.

Durch Stechmücken übertragen

Das Usutu-Virus wird durch Stechmücken übertragen. „In diesem Sommer, der wieder heiß, aber nicht ganz so trocken wie der vergangene war, fanden sie offenkundig gute Lebensbedingungen“, analysiert Nabu-Sprecherin Königs. Was noch bemerkbar sei: Es gebe inzwischen bundesweit kaum noch einen Landstrich, der nicht betroffen ist.

Der Nabu bittet die Bevölkerung um Unterstützung, um die Folgen und Ausbreitung der Seuche untersuchen zu können. Kranke Vögel seien an ihrer apathischen Verhaltensweise zu erkennen, heißt es. Funde toter Amseln könnten dem Nabu gemeldet werden (nabu.de/usutu). Kadaver sollten eingeschickt werden an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI), Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg.

Obwohl nach bisherigen Erkenntnissen keine Infektionsgefahr besteht, sollte bei toten Tieren mit Handschuhen hantiert werden. Beim Versand ist es ratsam, einen Tiefkühl-Akku beizufügen.

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