Rente & Co.

VdK-Chef Vöge fordert Debatte über „Sozialstaat 4.0“

„Die Erwerbsbiografie reicht als alleiniges Merkmal für eine vernünftige Rente oft nicht aus“, meint der VdK-Landeschef.

„Die Erwerbsbiografie reicht als alleiniges Merkmal für eine vernünftige Rente oft nicht aus“, meint der VdK-Landeschef.

Foto: Stephanie Pilick

An Rhein und Ruhr.   „Der Sozialstaat ist noch in wesentlichen Bereichen näher an Bismarck als am digitalen Zeitalter“, meint der NRW-Vorsitzende des Sozialverbands.

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Über „Wirtschaft 4.0“, also über Unternehmen im digitalen Zeitalter, wird viel gesprochen. Horst Vöge, der Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK, vermisst indes eine ausgiebige Diskussion über den „Sozialstaat 4.0“. „In wesentlichen Bereichen ist der Sozialstaat in Deutschland noch so aufgestellt wie vor 100 Jahren, er ist näher an Bismarck als am digitalen Zeitalter“, sagte Vöge auf einer Veranstaltung seines Verbandes in Wuppertal. Für ihn ist der Sozialstaat in Deutschland auf dem Level „2.0“.

Die klassischen Sozialversicherungen müssten sich darauf einstellen, dass Arbeit flexibler werde und die lebenslange Beschäftigung bei nur einem Arbeitgeber seltener. Weiterbildungsmodelle müssten angepasst werden. „Die Erwerbsbiografie reicht als alleiniges Merkmal für eine vernünftige Rente oft nicht aus“, sagt der VdK-Chef, der daraufhin hinweist, dass Deutschland bis vor Kurzem noch das Leichtlohnland Europas gewesen sei. Für Vöge steht fest: „Die Zukunft des Sozialstaates muss auf Augenhöhe verhandelt werden!“

>>> HINTERGRUND: DER VDK IN NRW

Der Sozialverband wurde als nordrhein-westfälischer Landesverband im Oktober 1948 gegründet, um nach dem 2. Weltkrieg für eine ausreichende Versorgung der Bedürftigen einzutreten. Heute gehören über 350.000 Mitglieder in 43 Kreis- und 785 Ortsverbänden dazu (bundesweit: 1,9 Mio Mitglieder). Der VdK sieht sich als Interessenvertretung der Rentner, Menschen mit Behinderungen, Arbeitslosen, Pflegebedürftigen sowie Kriegs-, Wehrdienst- und Unfallopfer.

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