Nahverkehr

Wo Bus und Bahn gut erreichbar sind – und wo nicht

Platz 2 in Sachen Netzdichte: Frankfurt/Main.

Platz 2 in Sachen Netzdichte: Frankfurt/Main.

Foto: Frank Rumpenhorst

An Rhein und Ruhr.   In Bonn wohnen die Menschen in NRW besonders nah an der nächsten Haltestelle. Im Kreis Borken sind Bus und Bahn am weitesten weg.

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Was den öffentlichen Nahverkehr angeht, leben die Menschen in Bonn im Paradies: Nur etwa 160 Einwohner der 320.000-Einwohner-Stadt leben mehr als 600 Meter von der nächsten Bushaltestelle oder mehr als 1,2 Kilometer Luftlinie vom nächsten Bahnhof mit mindestens 20 Abfahrten pro Tag entfernt.

Das hat die „Allianz pro Schiene“ ermittelt. Und das nicht nur für Bonn, sondern flächendeckend für ganz Deutschland. Überraschend: Schweinfurt in Bayern hat das dichteste Nahverkehrsnetz, noch vor der Metropole Frankfurt.

Oberhausen liegt auf Platz 2 in NRW

Die dicht besiedelten Städte in Rhein und Ruhr folgen bald: Nach Bonn kommen Oberhausen und Herne, dann Düsseldorf. Etwas überraschend auf Platz 5: Remscheid. Vor Gelsenkirchen, Bochum, Duisburg, Dortmund und Leverkusen.


Das Schlusslicht bildet der Kreis Borken: Hier muss fast jeder fünfte Bewohner mehr als 600 Meter zur Bushalte und 1,2 Kilometer zum Bahnhof zurücklegen, ehe er Bus und Bahn nutzen kann.

Kreis Kleve schlechter als das Sauerland

Mit rund 260 Bewohnern pro Quadratkilometer ist der Kreis allerdings bei weitem nicht der dünnstbesiedelte in NRW: Weite Teile des Sauerlands und Ostwestfalens sind noch spärlicher besiedelt, ebenso der Kreis Euskirchen. Auch der Kreis Kleve schneidet auf Platz 45 vergleichsweise schlecht unter den 53 Kreise und kreisfreien Städten ab.


„Auch dünn besiedelte Regionen dürfen nicht vom öffentlichen Verkehr abgekoppelt werden“, betonte Dirk Flege vom Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene. „Eine geringe Bevölkerungsdichte dürfen die Menschen den Verantwortlichen nicht als Ausrede für ein schlechtes Angebot an Haltestellen und Bahnhöfen durchgehen lassen.“

Wobei zu ergänzen wäre – gerade mit dem Blick auf die ländlichen Regionen des Niederrheins und Westfalens: Die vielen Einzelgehöfte und kleinen Siedlungen sorgen für eine andere Struktur als Landkreise in Eifel oder Sauerland mit klar eingegrenzten kleinen Dörfern.

Im Bayrischen Wald sieht es am finstersten aus

Wobei: In NRW sind Bus und Bahn immer noch vergleichsweise gut zu erreichen sind: Im am schlechtesten versorgten Landkreis Freyung/Grafenau im südöstlichen Bayerischen Wald findet nur jeder siebte Bewohner in zumutbarer Entfernung Anschluss an Bus und Bahn. Abgesehen von den Stadtstaaten landet NRW nach Hessen und dem Saarland und recht knapp vor Baden-Württemberg auf dem dritten Platz.


Für die „Allianz pro Schiene“ ist die Untersuchung vor allem eine Argumentationshilfe, um die Reaktivierung von Bahnstrecken im ländlichen Raum zu fordern. Die komplette Studie gibt es hier: www.allianz-pro-schiene.de

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