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Zahl der kleinen Waffenscheine in NRW steigt weiter deutlich

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Der kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. (Symbolbild)

Der kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. (Symbolbild)

Foto: Oliver Killig / dpa

An Rhein und Ruhr.  Immer mehr Menschen in NRW legen sich einen kleinen Waffenschein zu. Die Gewerkschaft der Polizei beobachtet die Entwicklung mit Sorge.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist besorgt über die weiter steigende Zahl sogenannter kleiner Waffenscheine in NRW. Der stellvertretende Landesvorsitzende Michael Maatz fordert eine Verschärfung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Erteilung des kleinen Waffenscheins und eine „gewissenhaftere Überprüfung“ von Menschen, die einen solchen Schein beantragen.

Der kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht 2015/2016 war das Interesse daran sprunghaft gestiegen. Seitdem wächst die Zahl der Inhaber des kleinen Waffenscheins stetig: Im August dieses Jahres besaßen ihn laut Landesinnenministerium rund 178.700 Menschen in NRW, etwa 6000 mehr als im August 2020.

GdP besorgt über Anstieg der kleinen Waffenscheine in NRW

Noch vor sechs Jahren zählte das Ministerium gerade einmal etwa 70.000 kleine Waffenscheine in NRW. „Wir sehen das mit großer Sorge“, sagte GdP-Landesvize Maatz der NRZ. Der Besitz einer Schreckschusswaffe vermittle nur „trügerische Sicherheit“, schlimmstenfalls könne der Einsatz heikle Situation eskalieren lassen.

Rückläufig ist hingegen die Zahl der Waffenscheine, die zum Führen einer scharfen Waffe berechtigen sowie die Zahl der Waffenbesitzkarten. In diesem Jahr haben in NRW laut Landesinnenministerium 4299 Menschen einen Waffenschein, das sind 76 weniger als im Vorjahr und 253 weniger als im Jahr 2019. Die Zahl der Waffenbesitzkarten, deren Inhaber vor allem Jäger und Sportschützen sind, ist von rund 311.144 im Jahr 2019 auf 300.663 gesunken.

149 Reichsbürger in NRW haben eine waffenrechtliche Erlaubnis

Im Herbst vergangenen Jahres hatte das Innenministerium auf Anfrage der Grünen berichtet, in NRW hätten 31 Rechtsextremisten und 162 Menschen aus der extremistischen Reichsbürgerszene eine waffenrechtliche Erlaubnis. „In den letzten Jahren beobachten wir, dass die Szene sich immer weiter radikalisiert und auf den Einsatz und das Training von Gewalt setzt“, so Verena Schäffer, die Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion.

Die Sicherheitsbehörden müssten „dringend im Falle aller Rechtsextremisten prüfen, ob die Waffenerlaubnis entzogen werden kann“. Laut Ministerium ist die Zahl der Reichsbürger mit einer waffenrechtlichen Erlaubnis auf 149 gesunken. In 44 Fällen liefen derzeit Widerrufsverfahren dieser Erlaubnisse.

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