Ermittlungen

13 tote Pferde auf einem Klever Gnadenhof – Ursache unklar

Pferde auf einem Gnadenhof. Hier zu sehen auf einem Symbolfoto aus Baden-Württemberg.

Pferde auf einem Gnadenhof. Hier zu sehen auf einem Symbolfoto aus Baden-Württemberg.

Foto: dpa Picture-Alliance / Marijan Murat / picture-alliance/ dpa

Kleve.  Auf einem Gnadenhof für Pferde bei Kleve sind in den letzten Wochen zahlreiche Tiere verendet. Vorfälle werden vom Kreisveterinäramt untersucht.

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Ein mysteriöses Pferdesterben auf einem Klever Gnadenhof beschäftigt mittlerweile nicht nur den Kreisveterinär, sondern auch die Staatsanwaltschaft. Seit Ende Oktober sind bislang 13 Tiere verendet, die auf einem großen Gutshof bei Kleve untergebracht waren. Eine erste Welle mysteriöser Erkrankungen gab es Ende Oktober, Anfang November. Damals mussten zehn von zwölf erkrankten Tieren eingeschläfert werden. Zunächst hatte man das Futter im Verdacht, das wurde ausgetauscht, in dieser Woche jedoch traten neue Krankheits- und auch wieder drei Todesfälle auf.

Anfangsverdacht einer Vergiftung – Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Weil nunmehr der Anfangsverdacht einer Vergiftung und damit eines strafrechtlichen Delikts nicht mehr ausgeschlossen werden kann, so der Kreis Kleve, wurde die örtliche Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Es wurden zahlreiche neue Proben von Wiesen, Wasserstellen und Futter genommen, um der Ursache der mysteriösen Erkrankung auf die Spur zu kommen. Eine Seuche wird ausgeschlossen, dennoch hat sich der Kreis entschlossen, aus Sicherheitsgründen eine Empfehlung auszusprechen: Von den insgesamt 140 Tieren auf dem Gnadenhof sollten 30 Tiere in andere Ställe umziehen. Sie sind in jenen Gruppen von Pferden, die von den Todesfällen betroffen sind. Man habe den betroffenen Pferdebesitzern geholfen, kurzfristig neue Plätze für ihre Tiere zu finden, so der Kreis.

Die erkrankten Tiere auf dem Hof litten unter starken Gleichgewichtsstörungen, einige konnten nicht wieder aufstehen und mussten daher eingeschläfert werden. Zwei Kadaver wurden nach Krefeld gebracht wurden zur eingehenden Untersuchung.

Verdacht auf Mykotoxine im Futter

Der erste Verdacht: Im gefütterten Heu könnten sich Pilze gebildet haben und diese Mykotoxine wiederum könnten die Pferde vergiftet haben. Da diese Toxine eine Inkubationszeit von vier bis neun Tagen haben und das Futter ausgetauscht wurde, steht man nun wieder bei der Suche nach der Ursache ganz am Anfang. Bis die Ergebnisse aller Proben vorliegen, können Wochen vergehen, so der Kreis Kleve. .

Die Besitzer des Gnadenhofes, auf dem mehr als 100 Tiere zum Preis von 200 Euro im Monat untergebracht sind und zudem die eigenen Pferde, hat mehr als 40 Hektar Fläche zur Verfügung. Er wollte sich gegenüber der Presse zu den Vorfällen nicht äußern. Wenige Tage vorher war noch die örtliche Prominenz auf dem Hof. Es wurde eine Ausstellung eröffnet, die an die Anfänge des Käsemachens auf niederländische Art am Niederrhein erinnerte. Auf dem Hof befindet sich auch ein kleines Museum zur Käse-Geschichte.

Bereits im Sommer 2018 ereignete sich in der Nähe des Hofes ein dramatischer Vorfall mit Pferden: Damals waren zwei Pferde bis zum Hals im Schlamm eines weitgehend ausgetrockneten Kolks eingesunken und mussten in einer dramatischen Rettungsaktion von der Feuerwehr geborgen werden. Im Jahr 2016 lag der Gutsbesitzer zudem mit dem Kreis Kleve überkreuz, der eine von ihm errichtete Biogasanlage nicht genehmigen wollte. Der Gutsbesitzer forderte damals Schadenersatz in Millionenhöhe.

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