Corona-Maßnahmen

Feiertourismus: Neue Regelung soll Flickenteppich beenden

Feiern in Corona-Zeiten: Wegen Einschränkungen in manchen Städten zieht es Menschen in die Nachbarstädte. (Symbolbild)

Feiern in Corona-Zeiten: Wegen Einschränkungen in manchen Städten zieht es Menschen in die Nachbarstädte. (Symbolbild)

Foto: Axel Heimken / dpa

Am Niederrhein.  Weil sie in ihrer Stadt nicht feiern konnten, wichen Menschen vermehrt auf Nachbarstädte auf. Jetzt soll es einheitliche Regeln geben.

Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum oder einfach so. Gründe zu feiern gibt es viele. Wegen der aktuell sehr dynamischen Corona-Lage ist dies aber nicht überall so ohne Weiteres möglich. Teilnehmerbeschränkungen, Anmeldungen und Kontaktrückverfolgung sollen die Verbreitung des Corona-Viruses möglichst verhindern – besonders in Städten, die als Risikogebiete gelten, sind die Auflagen hoch. Für manche offenbar unzumutbar, weshalb man sich nach anderen Örtlichkeiten für die eigene Feier umschaut. Der Blick geht dann oft in Nachbarstädte und -kreise, die aktuell nicht so hohe Ansteckungszahlen aufweisen. In NRW ganz konkret: der Niederrhein.

Durch die neue Coronaschutzverordnung in NRW soll dem nun ein Riegel vorgeschoben werden. Einheitliche Regeln für alle Gemeinden und Kreise, unabhängig der Ansteckungszahlen. Die vorherige Regelung glich einem Flickenteppich, was vielerorts kritisch gesehen wurde.

Vor allem Duisburgs Oberbürgermeister . "Es ist doch völlig widersinnig, dass es noch immer möglich ist, mit riesigen Feiern in Nachbarstädte auszuweichen, nur weil diese derzeit den Inzidenzwert noch nicht überschreiten", sagte er am Mittwochmorgen und forderte von der NRW-Landesregierung eine klarere Linie.

Niederrhein wurde Partylocation für Duisburger

Tatsächlich sind der Stadt Duisburg Fälle bekannt, bei denen sich Duisburgerinnen und Duisburger bei privaten Feiern in Nachbarstädten infiziert haben. Dies war beispielsweise "bei Feiern in Essen, Oberhausen und am Niederrhein der Fall", wie eine Sprecherin auf NRZ-Anfrage mitteilt. Wie viele Feiern tatsächlich in andere Städte abgewandert sind um Corona-Maßnahmen zu umgehen, kann man bei der Stadtverwaltung hingegen nicht sagen, da es keine Meldepflicht durch gastronomische Betriebe gebe.

Aus Sicht der Stadt Duisburg ist der Feiertourismus ein Unding. "Gäbe es hier einheitliche Regeln, wäre so etwas gar nicht mehr möglich – und könnte dementsprechend auch das Infektionsgeschehen nicht weiter negativ beeinflussen."

Städte verzeichnen Anmeldungen aus anderen Städten

Auch die Stadt Moers sah die Möglicheit, auf andere Städte auszuweichen, kritisch. Hier registrierte man drei Feiern im Stadtgebiet, deren Gastgeber aus Duisburg kamen. Eine davon mit 90 Gästen. Aktuell stünden noch zwei weitere Feiern an, so ein Stadtsprecher auf Anfrage. Diese könnten noch mit der geplanten Gästezahl (54 und 59) abgehalten werden, sofern der Inzidenzwert im Kreis Wesel nicht die Marke von 35 überschreitet. Bei neu angezeigten Feiern müsse aber die Gästeanzahl auf 50 beschränkt werden. "Ob die Gesellschaften bewusst auf Moers ausgewichen sind oder ob es lediglich an der Location lag, können wir nicht sagen."

Im gesamten Kreis Wesel registrierte man höhere Zahlen von Feiern. "Im Rahmen aktueller Krisenbesprechungen informieren die Ordnungsämter der kreisangehörigen Städte und Gemeinden den Kreis Wesel tatsächlich über eine gestiegene Zahl von Anmeldungen durch Bürgerinnen und Bürger aus Duisburg", teilt eine Kreissprecherin mit.

In Neukirchen-Vluyn registrierte man in den vergangenen Wochen, dass ein Großteil der Anmeldungen nicht aus der Kommune selbst kamen. Etwa 2/3 auswärtige Anmelder seien es ungefähr, so eine Sprecherin. Die Anmelder für Feiern in der Stadt kamen dabei aus Gemeinden in der Umgebung, etwa Duisburg, Essen, Moers und sogar Venlo. Inwiefern diese Zahl aber abweicht von Feiern vor der Corona-Pandemie lasse sich nicht sagen, so die Sprecherin.

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