Ferien

Flugexperte zum Ferienstart: Worauf Familien achten sollten

Eine Flugbegleiterin schenkt Getränke aus – auch den so beliebten Tomatensaft.

Eine Flugbegleiterin schenkt Getränke aus – auch den so beliebten Tomatensaft.

Foto: Udo Kröner / imago

An Rhein und Ruhr.  Flugbegleiter-Experte Nicoley Baublies klärt über das richtige Verhalten an Bord der Ferienflieger auf und sagt, worauf Familien achten sollten.

NRW startet in die großen Ferien. Das heißt auch Hochbetrieb an den Flughäfen und proppevolle Ferienflieger. Und es stellen sich wieder viele Fragen: Wie lässt sich Bordgepäck verstauen? Was sollten Familien im Flieger beachten? Die NRZ befragte dazu Nicoley Baublies (46), dem früheren Vorsitzenden der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO.

Sagt man eigentlich Stewardess oder Flugbegleiter? Und ist das immer noch ein Traumberuf?

Nicoley Baublies: Flugbegleiter ist der heutige Begriff und trifft das Berufsbild besser. Steward oder Stewardess kann man natürlich auch sagen, aber es bedient ein früheres Klischee. Traumberuf. Ja, ist es immer noch, wenn auch anders. Es ist ja längst nicht mehr so, dass man für drei Tage nach New York zum Shoppen fliegt. Schließlich sind die Flugpreise stark gesunken, die Anzahl der Flüge erhöht, so dass die meisten Kolleginnen und Kollegen mehrfach täglich mit unterschiedlichen Zielen unterwegs sind und weniger frei haben als früher. Gleichwohl ist es immer noch ein Traumjob, wenn man Dienstleistung mag.

Stört es Sie, wenn nur ein Teil der Passagiere aufmerksam die Sicherheitshinweise vor dem Flug verfolgt?

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits kann ich die Vielflieger gut verstehen, die das Ganze schon hundert Mal gesehen haben. Auf der anderen Seite ist es sehr wichtig, dass jeder Passagier in bestimmten Situationen genau Bescheid weiß und richtig handeln kann. Und außerdem ändert sich bei den Hinweisen auch schon mal etwas. Darum werbe ich dafür, dass man aufmerksam zuschaut. Gerade dann, wenn man nur ein- oder zweimal im Jahr in den Flieger steigt.

Beim Boarding kommt es oft zu Staus, wenn Passagiere der vorderen Reihen gemütlich ihr Handgepäck verstauen, während sich hinter ihnen eine Schlange bildet. Was kann man tun?

Die Sache mit dem Handgepäck ist wirklich oft ein Problem, dadurch kann der Abflug unnötig verzögert werden. Wir können da nur appellieren, dass man erstmal den Gang freimacht und alle anderen vorbeilässt. Danach gibt es genug Zeit, in der man sein Gepäck ordentlich verstauen kann.

Manche Passagiere kommen schon in Partylaune an Bord, manche sind deutlich angeheitert…

Ja, auch das erleben wir auf bestimmten Strecken nicht selten. Ich habe nichts dagegen, wenn man die Vorfreude auf den Urlaub mit einem Glas Sekt feiert. Aber wenn Alkohol oder andere Drogen zum Sicherheitsrisiko werden, dann entscheidet das Bordpersonal in Absprache mit dem Kapitän, ob der oder die Passagiere dann nicht lieber einen anderen Flug nehmen müssen.

Bestellen wirklich so viele Passagiere Tomatensaft?

Ja, immer wieder, und niemand weiß, warum das so ist. Es gibt jede Menge Legenden darüber, warum der Saft über den Wolken angeblich besonders schmeckt. Womöglich ist genau diese Mythenbildung der Grund dafür, dass Tomatensaft immer wieder gern bestellt wird.

Dieses Wochenende starten die Ferien. Haben Sie einen Tipp für Familien im Flieger?

Wer kleine Kinder hat, sollte sich vorab informieren, ob man zusätzlichen Platz für die Babytasche oder andere Utensilien buchen kann. Kinder sind natürlich gern gesehen an Bord, aber den Eltern obliegt die Verantwortung, dass ihr Kind nicht allzu sehr im Flugzeug umherläuft und sich womöglich einem Risiko aussetzt oder andere stört. Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist. Aber im Flugzeug sitzen viele recht eng zusammen, und da ist gegenseitige Rücksichtnahme das A und O.

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