Influenza-Grippe

Influenza: Weniger Grippe- als Corona-Tote in NRW

Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Grippe-Welle jetzt abflaut. Anders, als bei der Corona-Welle. Doch auch da gibt es eine leise Hoffnung, mit Blick auf den Kreis Heinsberg.

Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Grippe-Welle jetzt abflaut. Anders, als bei der Corona-Welle. Doch auch da gibt es eine leise Hoffnung, mit Blick auf den Kreis Heinsberg.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Bochum.   Die Grippe-Welle flaut ab. Die Zahl der Grippe-Toten ist von Corona inzwischen übertroffen. Entwicklung im Kreis Heinsberg aber macht Hoffnung.

Die Grippe-Welle scheint in NRW abzuebben. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Landeszentrum Gesundheit (LZG) in Bochum hervor. Seit Ende Februar ist die Zahl der gemeldeten Grippe-Fälle in NRW deutlich gesunken. Im LZG geht man davon aus, "dass der Höhepunkt jetzt überschritten ist".

"Die Kurve flacht ab", sagt eine Sprecherin auf Nachfrage. Seit der 10. Kalenderwoche sind die Zahlen deutlich gesunken, von 4357 gemeldeten Grippe-Erkrankungen Ende Februar, über 2948 Fälle in der ersten März-Woche bis jüngst 1857 neu gemeldete Grippe-Fälle in Kalenderwoche 12. Frischere Zahlen lägen erst wieder Anfang April vor, sagt die Sprecherin. Die Dunkelziffer der Erkrankten, die nicht zum Arzt gehen, kann laut LZG nicht eingeschätzt werden.

Inzwischen 40 Grippe-Tote in NRW

Gestiegen ist unterdessen die Zahl der Grippetoten in NRW: In der aktuellen Grippe-Saison sind für NRW inzwischen 40 Grippe-Tote erfasst. Mitte März waren es noch 29.

Auffallend laut Statistik: 95 Prozent der gemeldeten Erkrankten sind nicht gegen Grippe geimpft, heißt es beim LZG. Angaben zum Impfstatus lagen aber nur in 65 Prozent der gemeldeten Grippe-Fälle vor, erklärte die LZG-Sprecherin. Gleichwohl sieht man die hohe Rate Ungeimpfter als "sehr aussagekräftig" an.

Nachlassende Grippe-Welle nimmt Druck aus dem Gesundheitsystem

Ebenso auffallend ist die sogenannte Hospitalisierungs-Quote: Etwa ein Drittel der Erkrankten wurde während der Influenza-Erkrankung in einem Krankenhaus stationär behandelt. Allerdings werde dabei nicht erfasst, inwieweit Patienten schon wegen einer Vorerkrankung im Krankenhaus in Behandlung waren, als sie an Grippe erkrankten oder erst wegen der Grippe ins Krankenhaus kamen, heißt es beim LZG.

Wenn sich der Trend fortsetze und die Grippe-Welle weiter nachlasse, sei das für Arztpraxen und Krankenhäuser "ein gutes Zeichen", meinte die LZG-Sprecherin: "Das nimmt mit Blick auf das Coronavirus etwas Druck aus dem Gesundheitsystem".

Corona-Kurve im Kreis Heinsberg schwächt sich ab

Beim Coronavirus steigen die Zahlen unterdessen in NRW weiter deutlich an, zuletzt waren Stand Mittwochvormittag landesweit mehr als 9400 Infektionen registriert - und 61 Todesfälle.

Aus dem Kreis Heinsberg indes gibt es jüngst Zahlen, die Hoffnung auf Besserung machen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus schwächt sich dort ab. Die Kurve steige derzeit um 5 Prozent, sagte eine Kreissprecherin auf Nachfrage. "Das ist wenig im Vergleich zu anderen Städten", sagte sie: In der Städteregion Aachen steige sie um derzeit 10 Prozent, in Köln um 15 Prozent.

Aktuell werden im Kreis Heinsberg 1056 Corona-Infizierte gezählt (Stand: Mittwochvormittag, 25. März). 289 Infizierte gelten als genesen. 26 Menschen sind bisher im Kreis Heinsberg wegen des Coronavirus gestorben. Aktuell seien fünf Erkrankte unter Beatmung in Kliniken vor Ort. 27 Erkrankte sind auf Isolierstationen stationär aufgenommen, ohne dass sie derzeit künstlich beatmet werden müssten.

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